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Die Vorfahren der Geschwister
Julius, Adolf, Albert, Hugo, Clara, Walter, Helene und Ewald Erbslöh

( = Nr. 16 )

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Lebensbeschreibungen
© 2001 by Andreas Erbslöh, familie@erbsloeh.org
Übernahme der Daten und Texte nur mit vorheriger Genehmigung durch den Autor

Eltern
Großeltern
Urgroßeltern
Altgroßeltern
5. Vorfahrengeneration
6. Vorfahrengeneration
7. Vorfahrengeneration
8. Vorfahrengeneration
9. Vorfahrengeneration
10. Vorfahrengeneration
11. Vorfahrengeneration
12. Vorfahrengeneration
13. Vorfahrengeneration
14. Vorfahrengeneration
15. Vorfahrengeneration
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Erbslöh, Carl Julius

Fabrikant, Mitgründer der Fa. J. u. A. Erbslöh, geb. am 30.01.1814 Barmen-Wupperfeld/Rheinland, gest. am 02.12.1880 Barmen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 20.02.1814 Taufregister: PfA Wupperfeld, 24/1814 Sterberegister: Heirat: 01.09.1840 Barmen-Wupperfeld Trauregister: PfA Wupperfeld, 82/1840 Quellen: T, HK, 1, 2, 8, 9, 49, 74, 77.

Paten: 1.: Peter Wilhelm Garnicht, Solingen; 2.: Peter Caspar Erbslöhe, Schüren; 3.: Ehefrau Maria Christina Wiescher, Wichlinghausen; 4.: Ehefrau Wilhelmina Garnicht, Kirchspiel Kronenberg.

Julius Erbslöh besuchte in Barmen die Stadtschule und widmete sich dem Kaufmannsstande. Nachdem er von 1833 - 34 als einjährig Freiwilliger bei der 2. Komp. des 16. Infanterie- Regiments in Düsseldorf gedient hatte, wurde er im Februar 1836 Landwehr Offizier und war 1849 sechs Monate lang beim mobilen Landwehr-Bataillon Nr. 36 in Essen und 1850 Führer der von Elberfeld und Barmen kombinierten Kompagnie der Landwehr 2. Aufgebots. In den Akten des Oberbürgermeisteramtes Barmen betreffend die Vorschläge und Ernennung der Landwehr-Offiziere steht in dem Verzeichnis der sich zu Landwehr-Offizieren qualifizierenden Individuen am 16. Mai 1835:

„Erbslöhe, Julius, Kaufmann, Vice-Unteroffizier des 16. Infanterie-Regiments hat mehr wie 1000 Thaler Vermögen, Sprachkenntnisse französisch, Moralität sehr gut. Die Eltern sind todt."

1842 gründeten Carl Julius Erbslöh und Carl Wolff unter der Firma Wolff & Erbslöh eine Plättier-Fabrik in Barmen. Sie kauften von einem Herrn Rocholl, der die Fabrikation von Frankreich eingeführt hatte, das Haus Schönenstraße 2, in dem früher die Gebrüder Schöne eine Bandfabrik betrieben hatten. Der alte Rocholl hatte sein Geschäft schon seinem Sohne übertragen, dieser starb jedoch bald und nun fühlte der Vater keine Lust mehr, das Geschäft wieder allein weiterzuführen. Der Kaufpreis betrug 20000 Thaler. Das Haus hatte durch den dahinter fließenden Mühlengraben Wasserkraft.

Die Fabrikation bestand in der Hauptsache in der Herstellung von gold- und silberplättierten Blechen, wie solche für die Fabrikation von Knöpfen, Wagenlaternen und dergleichen Verwendung fanden und noch finden. Es kamen im Laufe der Jahre die verschiedensten Artikel einschlägigen Genres, wie Bilderrähmchen-Einlagen, silberplättierte Platten für Daguerreotypien, Portemonnaie-Platten, Messing-, Kupfer- und Schablonen-Bleche, echte Feinsilber- und dessinierte Bleche usw. hinzu. Neben diesen bestand die Fabrikation um die Jahrhundertwende hauptsächlich aus Messing- und Tombak-Blechen, Aluminium-Fabrikaten und Drähten. Die Firma beschäftigte um 1900 über 200 Angestellte und Arbeiter.

Die beiden Brüder Wilhelm und August wurden auch bald Teilhaber und blieben es bis zu ihrem Tode. Nach dem Austritt von Carl Wolff 1872 wurde die Firma in Julius & August Erbslöh umgeändert. Die Teilhaber um 1900 waren: Kommerzienrat Julius Erbslöh seit 1870, Alexander Erbslöh seit 1882, Walter Erbslöh seit 1884.

Die Firma erwarb im Laufe der Jahre noch verschiedene Nachbarhäuser und 1893 die Pfennings- und Greefs-Hämmer an der Blombach, ersterer „Kupferhammer" genannt. Dort wurde eine Zweigfabrik errichtet, die 1904 bedeutende Vergrößerung erfuhr.

Die zuerst erworbene Besitzung Schönenstraße 2 bestand aus einem großen Doppelhause, in dessen einer Hälfte die Fabrikation betrieben wurde; die andere Hälfte diente den Familien Julius, Wilhelm und August lange als gemeinsame Wohnung. Zuletzt lebte nur noch Julius' Witwe Adelheid in dem Hause. Als sich das Geschäft mehr und mehr ausdehnte, wurde 1891 auch die Wohnhälfte mit zur Fabrik gezogen; sie wurde abgerissen und ein Neubau an ihrer Stelle errichtet. 1899 fiel auch der stehengebliebene Teil des alten schönen bergischen Hauses und eine große einheitliche Fabrik wurde an dieser Stelle errichtet. Der schöne Garten nach der Wertherstraße ist wurde jedoch erhalten. Die beiden großen Rotdornbäume am Straßentor stammten noch aus dem alten Garten Johann Arnolds am Wupperfelder Markt.

1854-1866 war Julius Erbslöh Mitglied des Gemeinderates und des städtischen Sparkassen-Vorstandes. Außerdem war er langjähriger Repräsentant der lutherischen Gemeinde Barmen-Wupperfeld und diente derselben 1860/61 auch als Kirchmeister. Er war Mitglied der Kuratorien der Realschule, des Gymnasiums, der Filial-Töchterschule, Mitglied des Vorstandes der Oberbarmer Klein-Kinderschule und seit Gründung des Evangelischen Vereinshauses Vize-Präses des Verwaltungsrates.

1840 heiratete er Adelheid Wesenfeld, die Schwester der Frau seines Bruders Peter Wilhelm. Carl Julius und Adelheid lebten mit ihren neun Kindern in dem besagten Haus in der Schönenstraße in Barmen-Wupperfeld, das jedes Jahr auf dem Titel des erbslöhschen Familienberichtes abgebildet wird. Hinter dem Wohnhaus lag die Fabrik an der Wupper. Mit im Haus lebte zeitweise auch Bruder Carl August (1819 - 1894) mit seiner Frau Wilhelmine Adeline Caron (1828 - 1900) und seinen Kindern.

Ewald Erbslöh, der jüngste Sohn, hat 1933 seine Erinnerungen an das alte Haus Erbslöh in Barmen-Wupperfeld aufgeschrieben „... um den Nachkommen zu zeigen, daß in dem alten Hause ein urgesunder, frischer und fröhlicher Geist herrschte." Es muß wirklich fröhlich und lebhaft zugegangen sein in dem so kinderreichen großen Haus, das allein im ersten und zweiten Stock 24 Wohnräume hatte. Da die Familien Julius und August nicht etagenweise getrennt wohnten, muß man es - wie der Chronist vermerkt - als einen Beweis des „geradezu mustergültigen Einvernehmens zwischen allen Mitgliedern der Familie ansehen, daß es niemals irgendwelchen Anlaß zu Störungen ihres innigen Zusammengehörigkeitsgefühls" gab. Rücksichtnahme und strenge Regeln, zum Beispiel in der Benutzung der verschiedenen Gartenplätze oder der gemeinsam gehaltenen „Equipage", werden zum Hausfrieden beigetragen haben. Der Hof mit den Nebengebäuden, der Remise, dem Pferdestall, der Obstgarten, vor allem aber der Mühlgraben, der zwischen dem Haupthaus und dem Fabrikgebäude floß, waren ein idealer Abenteuerspielplatz für die Kinder. Kletterübungen am riesigen Wasserrad, das „Schützen" der Stauvorrichtungen galten als Mut- und Kraftprobe. Freiwilliges und unfreiwilliges Bad in dem damals noch glasklaren Wasser war ein besonderer Spaß.

In der Remise gab es eine „Chemiestube" für Experimente der größeren Jungen, während die Kleinen im Schein der Öllampen am „Kanonenöfchen" sitzend, die alten Märchen hörten, die auch heute noch die Kinder entzücken. Besonders prägend für den Werdegang der Jugend war die enge Verbindung von Haus und Fabrik nicht nur in räumlicher Hinsicht. Die Kinder nahmen selbstverständlich an den Festen und am Alltag der Arbeiter teil. Sie waren von klein auf in der Fabrik und in den Werkstätten zuhause. „Mehr als es den Schularbeiten zuträglich war ..." erinnert sich Ewald. „Es war aber auch zu verführerisch, bald in der Schreinerei, bald in der Schmiede, bald in der Buchbinderei sich betätigen zu können und sich von den wohlwollenden Meistern zu mancherlei im späteren Leben nützlichen Handfertigkeiten anleiten zu lassen." Besondere Freude war es, dabei sein zu dürfen, wenn Vater Julius oder Onkel August die Plattierarbeit selbst verrichteten oder die Matt- und Dessinwalzen bedienten." Der Bericht besagt, daß Julius und August, wie später Julius' Söhne Julius II und Walter sowie Augusts Sohn Alexander, diese verantwortungsvollen und körperlich schweren Arbeiten lange Jahre hindurch selbst ausführten.



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Wesenfeld, Adelheid

geb. am 20.01.1821 Barmen-Wupperfeld/Rheinland, gest. am 13.08.1904 Barmen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 16.02.1821 Taufregister: PfA Wupperfeld, 34/1821 Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: T, HK, 8, 9, 75.

Paten: Ferdinand v. Galen auf der Gemarke, Apotheker; Maria Soph. Henriette Bartels, geb. Waldhausen, Pastor Bartels in Wupperfeld Ehefrau; Christine Kathaus in Wupperfeld.

Kinder: 1.: Carl Julius, 12.12.1842-13.03.1929, Kgl. Preuß. Geh. Kommerzienrat, Großkaufmann in Barmen, verh. 27.06.1872 mit Laura Wittenstein; 2.: Gustav Adolf, 29.10.1844-21.03.1900, Großkaufmann, verh. 05.08.1875 mit Anna Linkenbach; 3. Ernst Ewald, 30.08.1846, Kindstod, 4.: Heinrich Albert, 06.01.1848-02.03.1912, Großh. Sächs. Kommerzienrat, Fabrikbesitzer in Eisenach, siehe „16", 5.: Carl Hugo, 06.02.1850-02.04.1838, Kgl. Preuß. Kommerzienrat, Großkaufmann und Fabrikbesitzer in Düsseldorf, verh. 16.11.1882 mit Adele Engels; 6.: Clara Adele, 16.08.1852-12.02.1899, verh. 27.02.1877 mit Carl Schniewind, Hof- und Domprediger in Berlin 7.: Anna Sophie, 23.07.1854-01.12.1909 , verh. 08.08.1876 mit Johannes Weiß, Fabrikant in Reichenbach/Schlesien; 8.: Walter, 20.11.1856-18.10.1927, Großkaufmann in Barmen, verh. 31.05.1883 mit Martha Weddigen und 15.11.1906 mit Mathilde Jäger, verw. Weddigen; 9.: Helene Adelheid, 01.12.1858-24.02.1929, verh. mit Wilhelm Weskott, Pfarrer in Lütgendortmund; 10.: Gustav Ewald, 30.01.1861-21.01.1942, Dr. jur., Oberregierungsrat in Potsdam, verh. 28.09.1897 mit Anna Bartels.

Adelheid war, wie ihre Schwester Emilie, klein von Figur, war resolut, doch von freundlichem, liebevollem Wesen; auch sie hielt treu zu Kirche und Gottes Wort. Rüstig bis ins hohe Alter, fuhr sie noch mit 80 Jahren ohne Begleitung nach Berlin, um ihren Schwiegersohn, Hofprediger Schniewind, zu besuchen. Sie starb mit 83 Jahren, nachdem sie 23 Jahre vorher ihren Mann zu Grabe geleitet hatte.

Das abgebildete Gedenkblatt, das Adelheid zu ihrem 70. Geburtstag gewidmet wurde, zeigt oben links die reformierte Kirche Barmen, der sie jahrzehntelang treu verbunden war, in der Rundung das Wohnhaus in der Schönenstraße, rechts die Firma Wesenfeld, Dicke & Co. ihres Vaters mit dem im Volksmund „Wesenfelds Esel" genannten Schornstein und unten links die Apotheke Wesenfeld in Barmen-Wupperfeld, die ihre Mutter Johanna von ihrem ersten Mann Rosier in die zweite Ehe mitgebracht hatte.



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Erbslöh, Johann Arnold

Kaufmann in Barmen/Rheinland, geb. am 11.12.1764 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 11.06.1834 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: PfA Lüttringhausen Konfession: ev. Taufdatum: 20.12.1764 Taufregister: PfA Lüttringhausen Sterberegister: PfA Wupperfeld Heirat: 25.10.1805 Barmen-Wupperfeld Trauregister: PfA Wupperfeld Quellen: T, HK, S, 1, 8, 9.

Paten: Johann Melchior Blombach, Johannes Arnoldus Erbsloe, Maria Catharina Wülfing, Anna Catharina Hülssberg.

Arnold war der zweite Sohn, das dritte Kind von Johannes Erbslöh und Helena Maria Spiecker. Seinen Namen erhielt er wohl nach dem seines Paten Johann Arnold Erbsloe, eines Halbvetters seines Vaters, 1739 -1797 lebend.

Arnold widmete sich dem Kaufmannsstand und verließ früh das elterliche Haus. Bei Siepermann in Barmen, einem Spezerei-Geschäft, trat er als Lehrling ein und schreibt darüber in seinem uns erhaltenen Notizbuch:

„Bey Herrn Siepermann à Gemarcke in Dienst gekommen im Jahr 1787 d. 1. Juny, welcher Dienst auf drey Jahre feste stehet und also bis 1790 d. 1. Juny ohne einen Lohn wieder aus. - Auf ferner: wieder einen Accord gemacht, auf drey Jahr von dato 1790 an bis 1793, und in diesen Jahren an Lohn einig geworden. Dass 1 Jahr 1790-91 Rthlr. 40. Dass 2. Jahr 91-92 Rthlr. 50 und dass 3 Jahr 92-93 Rthlr. 60. - Auf ferner wieder von 93-94 vereinigt und an Lohn Rthlr. 60. - Auf ferner wieder von 94-95 vereinigt und an Lohn Rthlr. 70. - Auf ferner wieder von 95-96 vereinigt und an Lohn Rthlr. 70."

Er war ein fleißiger, strebsamer junger Mann, und scheint sich während seiner Lehr- und Lernzeit ein kleines Kapital gespart und erworben zu haben, indem er auch kleine Geschäfte für sich während derselben machte. In seinem Notizbuche finden wir Berichte über Geschäfte mit Tabaksbeuteln und „Seekatzen"-Fellen (wohl Meerschweinchen) sowie aus den Jahren 1793-1795 Notizen über Seidenband, Schuh- und Hosenschnallen für seinen Bruder Peter Engelbert, ein paar silberne Schnallen für seine Schwester Maria Magdalena, „An Einen Hutmacher Eine Schnur verkauft vor 35 stbr." und andere mehr, die solches illustrieren. Er scheint überhaupt Einkäufe und Geldauslagen für seine Familie gemacht zu haben und häufig sollen von ihm die Gelder für die Fuhrleute seines Vaters vorgeschossen worden sein. Anfangs 1800 fing er im Hause seines Vaters auf Wupperfeld selbständig ein Spezerei-Geschäft an, das sich bald entwickelte und zu hoher Blüte gelangte. Er pachtete das Haus für 215 Thaler. Das Hauptbuch von 1800 bis 1804 weist schon 435 Kunden auf.

Im Merkantilischen Handbuch fürs Großherzogtum Berg, von Joh. Jacob Ohm, Elberfeld 1809 steht auf Seite 5 unter Fabrikanten und Kaufleuten in Barmen seine Firma als „Erbslöh Joh. Arnold, holländische Waren, Pottasche und sonstige Winkelswaren". Die ersten Eintragungen in seinem Journal vom Mai 1800 lauten über Einkauf von Fässern, Thran, Leynöhl, Bleyweiss, Reiss, Rosinen, Ballen Java Café, dann aber auch 500 Stück Schreibfedern, 12 Stück große feine Seehundsfelle, 2 Kisten lange pypen und 10 Mändges Mutse Pypen (letztere aus Gouda in Holland), und ein Faß Tubak veranschaulichen die Vielseitigkeit seines Betriebes.

Einen großen Aufschwung nahm das Geschäft, als er anfing, als erster im Wuppertal direkt aus Italien das von den Türkisch Rotfärbereien gebrauchte Olivenöl zu importieren, das er in großen Zisternen in seinem Hause aufspeicherte. Bedeutend war auch sein Handel mit Pottasche für die vielen Bleichereien im Tale. So kam er bald zu Wohlstand und dehnte sein Geschäft auch im Engros-Betrieb immer weiter aus. Bilanzen soll er zwar nach mündlicher Überlieferung nie gemacht haben und auf diesbezügliche Anfragen stets geantwortet haben „ob man etwas verdient habe oder nicht, spüre man doch im Rücken". Um sogenannte gute Freunde abzuschrecken, hatte er in seinem Geschäftslokale ein Schild mit folgender Inschrift an sichtbarer Stelle aufgehängt: „Viel besser ist des Freundes erster Zorn, Als mit der Freundschaft auch das Geld verlor'n!"

Im Jahre 1803 wurde er Mitglied des Presbyteriums der lutherischen Gemeinde Wupperfeld und wird als „einer der 6 Ältesten der Gemeinde" genannt.

Johann Arnold besuchte regelmäßig die Frankfurter Messe; auf einer dieser Reisen lernte er Anna Maria Garnich, die Tochter von Joh. Heinrich Garnich vom Porterhof bei Vohwinkel kennen, die er am 25. Oktober 1805 heiratete und mit der er 27 Jahre in glücklicher Ehe lebte. Das Ehepaar hatte 12 Kinder, von denen jedoch 5 im zarten Kindesalter, eine Tochter Johanna Maria mit 22 und eine Tochter Anna Helene mit 19 Jahren, beide an der Schwindsucht, starben.

Daß es Johann Arnold nicht an schlagfertigem Humor fehlte, beweisen folgende kleine Geschichten: Der Obstreichtum des großen Erbslöh'schen Gartens fand natürlich viele Liebhaber unter der Wupperfelder Jugend. Als Johann Arnold die ewigen Diebstähle zuviel wurden, ließ er eines abends seine Söhne in die Obstbäume klettern und begab sich dann selbst mit einer Flinte bewaffnet in den Garten. Verschiedene Luftschüsse lösten bei den Söhnen, wie vorher abgesprochen, ein schreckliches Jammergeschrei aus, die ganze Nachbarschaft hörte mit Entsetzen, daß der Erbslöh erbarmungslos auf stehlende Jungens schoß und in Zukunft hatte Erbslöhs Garten und sein Obst Ruhe vor Unbefugten.

Als die Russen 1813 in Barmen im Quartier lagen, forderten sie zum großen Ärger Johann Arnolds große Mengen Schnaps als Wegzehrung. Ein besonders durstiger Soldat kehrte sogar auf dem Marsche um und versuchte, sich eine extra Libation des beliebten Getränkes zu verschaffen. Johann Arnold war nicht nur gegen diese Bitte taub, sondern lieh seinen Ermahnungen auch mit Hilfe einiger Knechte und ungebrannter Asche drastischen Ausdruck.

Zwei Jahre nach dem Tode seiner Frau starb Johann Arnold. Seine Kinder widmeten ihm folgenden Nachruf:

„Es gefiel dem lieben Gott unsern innig geliebten Vater Joh. Arnold Erbslöh diese Nacht um einhalb zwei Uhr in einem Alter von 70 Jahren dem Irdischen zu entreißen, um ihn dort oben den Seinigen ihm schon früher Vorangegangenen wieder zu schenken. Sanft und ruhig war sein Ende, wie er während seiner neunwöchentlichen Abzehrungskrankheit in Gottes Willen ergeben war. Ihn dort, wo keine Trennung und kein Schmerz mehr ist, wieder zu finden ist unser Trost. Diese Trauer-Anzeige widmen theilnehmenden Verwandten und Freunden Die Kinder des Verstorbenen. Barmen den 11 Juny 1834."



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Garnich, Anna Maria

, geb. am 28.10.1780 Pilghausen bei Solingen/Rheinland, gest. am 18.02.1832 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: HK, 1, 8, 9.

Kinder: 1.: Johann Arnold, 24.09.1806-02.06.1887, Kaufmann, übernahm das väterliche Geschäft, verh. mit Amalie Siepermann. 2.: Johanna Maria, 25.05.1808-31.08.1830, 3.: Peter Wilhelm, 24.04.1810-19.01.1859, Kaufmann und Fabrikant, verschiedene Geschäftsbeteiligungen, u.a. zusammen mit seinen Brüdern Julius und August, verh. mit Emilie Wesenfeld, 4.: Carl Friedrich, 24.12.1811-23.10.1866, Kaufmann, verh. mit Louise Henriette Lohmann, 5.: Carl Julius, siehe „32", 6.: Anna Helene, 10.10.1815-02.11.1834, 7.: Carl August, 18.09.1817, Kindstod, 8.: Carl August, 06.06.1819-29.08.1894, Kaufmann und Fabrikant, Teilhaber der Firma Julius und August Erbslöh, verh. mit Wilhelmine Adeline Caron, 9.: Ferdinand, 02.02.1821, Kindstod, 10.: Charlotte: 13.04.1823, Kindstod, 11.: Charlotte, 27.09.1824, Kindstod, 12.: Maria, 26.12.1828, Kindstod.

Als Johann Arnold Erbslöh 1832 seine Frau verlor, zeigte er ihren Tod mit folgender Anzeige an:

„Es hat dem lieben Gott gefallen, heute Mittag um 12 Uhr meine theure Gattin Johanna Marie geb. Garnich im 52. Jahr ihres thätigen Lebens und im 27 sten unserer vergnügtesten Ehe zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie litt ungefähr 3 Monate an einem heftigen Husten, wobei sie, obschon sie sehr und schnell abnahm, sich doch lange aufrecht erhielt und ihr Leiden mit jener der gläubigen Seelen eigenthümlichen Geduld ertrug. Sanft war ihr Ende und ohne den geringsten Klageton entschlummerte sie in der Gewißheit einer baldigen Vereinigung mit ihrem Erlöser und den ihr vorangegangenen Lieben. Ich beweine eine liebende Gefährtin meines Lebens und meine sechs Theils unmündigen Kinder eine sorgsame und gute Mutter. Tief ist die Wunde, die der Herr schlug, doch er wird es auch an Balsam nicht fehlen lassen und die süße Hoffnung des dereinstigen Wiedersehens in einem besseren Leben ist mein Pilgerstab durch dies für mich jetzt so öde Leben. Ich widme meinen auswärtigen Verwandten und Freunden diese Trauer-Anzeige und bin von ihrer innigen Teilnahme überzeugt. Barmen 18 Februar 1832."



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Wesenfeld, Carl Stephan Ludwig

Apotheker und Fabrikant in Barmen, geb. am 18.06.1768 Schlagenthin bei Arnswalde in der Neumark, gest. am 15.02.1844 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: 28.06.1768 Taufregister: Stargard i. Pommern durch den Oheim Pfr. Cornelius Jakob Wesenfeld Sterberegister: Heirat: 28.08.1813 Barmen Trauregister: PfA Gemarke Quellen: 2, 8, 9, 45, 47, 48.

Paten: 1.: Carl Adolph von Jargow, Erbherr auf Rakow und Schlagenthien, Hauptmann, 2: Carl Friedrich Schmidt, Pächter zu Rietzig, 3.: Stadt-Secretär Kuntze aus Arnswalde, 4.: Martin Gottlieb Schmidt, Amtmann zu Schultzendorff, 5.: Sophia Bones, geb. Westphalin(?), 6.: des Hofpredigers Bones zu Schlagenthin Eheliebste, 7.: des Oberbürgermeisters zu Arnswalde H. Gerbet Gemahlin, 8.: Frau Stadtsecretär Kuntze zu Arnswalde, geb. Benickendorff.

Kinder ex 1, alle in Barmen/Rheinland geboren: 1.: Carl, 31.07.1800, Kindstod, 2.: Sophie Louisa Wilhelmina, 21.03.1803, verh. Diedr. Maximilian Wilh. Theod. Gustav Hammerschmidt, Apotheker in Steele/Ruhr und Köln/Rhein, 3.: Carl Friedrich, 03.02.1807, bei Geburt gestorben.

Kinder ex 2: siehe „67".

Carl - so war sein Rufname - wurde zu Schlagenthin bei Arnswalde in der Neumark am 18. Juni 1768 geboren und am 28. Juni in Stargard i/Pomm. von dem Oheim, Pfarrer Cornelius Jakob Wesenfeld, getauft.

Der Knabe wuchs auf dem vom Vater verwalteten Hofe auf, mußte dann aber das Los der Gutskinder auf dem Lande teilen und eine auswärtige Schule besuchen. In Landsberg war der 7 Jahre ältere Bruder Gymnasiast; für Stargard hätte der Umstand gesprochen, daß dort noch drei der Oheime wohnten. Von etwa 1780 ab wird Küstrin in Betracht gekommen sein. In Berlin lebte und lehrte noch bis 1784 der Großohm Carl Ludwig Wesenfeld, des Vaters Pate, als Professor am Joachimthalischen Gymnasium. Genaueres wissen wir nicht. Jedenfalls ersehen wir aus einem Kirchenzeugnis am 13.09.1787, daß Carl sich vor seinem 19. Jahr gewisse Zeit in Berlin aufgehalten hat und sich für den Apothekerberuf vorbereitete. Des Professor Wesenfeld Gattin, geborene Heinius, wird ihn wohl damals beherbergt haben.

Carl trat bei dem preußischen Militär ein und brachte es dort zum „Feldapotheker". Als solcher kam er mit den Truppen in den Westen. Nach dem Frieden von Campo formio am 17.Oktober 1797 wurden die im Bergischen und Märkischen noch verbliebenen preußischen Truppenteile größtenteils entlassen. Da wird sich auch Carl vom Militär haben lösen können. Er kam nach Schwelm in der Grafschaft Mark und wurde Geschäftsführer in der Apotheke der Witwe Petersen, Maria Catharina, geb. Wülfing.

Der sicherlich von seinen Verwandten in Geldern, welche dem Collegium medicum für die preußischen Westprovinzen dort nahestanden, bestens empfohlene junge „Feldapotheker" Wesenfeld führte etwa zwei oder drei Jahre lang das Geschäft der Witwe, sah sich aber dann nach einem eigenen selbständigen Betriebe um. Er fand, was er suchte, in Barmen-Wupperfeld, worüber in Quelle „47" folgendes zu lesen ist.

„Die in Wupperfeld auf den Apotheker Herrn Wesenfeld mit gnädigstem Privilegio übertragene Scheidische Apotheke ist am 9ten dieses von Consilii Medici wegen visitirt, und bey dieser Untersuchung so befunden worden, daß dieselbe dem Publikum andurch bestens darf empfohlen werden. Düsseldorf den 11ten Dez. 1799. Vor. Consilii Medici wegen, Kayser, actuarius."

Carl Stephan Ludwig Wesenfeld hatte demnach im Jahre 1799 die Konzession der heute Löwenapotheke genannten Apotheke erworben, wozu er seine Ersparnisse verwandte. Möglicherweise ist ihm dabei auch die Witwe Petersen behilflich gewesen, um deren Tochter Carl freite.

Carls Bewerbung um die Hand der Tochter der Witwe Petersen Anna Sophia Lisette Petersen war von Erfolg gekrönt. Etwa ein halbes Jahr nach der Übernahme der Löwenapotheke führte er seine Braut heim und ließ sich mit ihr in der lutherischen Gemeinde Schwelm am 16.Juni 1799 trauen. Das Kirchenbuch meldet dazu, daß der Bräutigam reformierter Konfession sei. Eine solche Ehe zwischen Reformierten und Lutheranern sah man damals noch als eine „Mischehe" an, denn eine jede der beiden evangelischen Konfessionen grenzte sich von der anderen noch säuberlich ab. In der Praxis hatte das freilich bei dem vorhandenen Verständnis füreinander keine weiteren üblen Folgen, zumal wenn, wie in unserem Falle, bei der Eheschließung ausgemacht war, daß die etwaigen Söhne in der Konfession des Vaters, Töchter aber in der der Mutter getauft und unterrichtet werden sollten.

Lisette war als Tochter des Rektors Johann Wilhelm Petersen und seiner Gattin Maria Catharina, geb. Wülfing, in Iserlohn geboren und dort am 22. Februar 1777 getauft. Sie war bei ihrer Vermählung 22 Jahre alt, während ihr Gatte 31 Lenze zählte. Mit 8 Jahren hatte Lisette ihren Vater durch den Tod verloren und war mit Mutter und Geschwistern nach Schwelm übergesiedelt.

Carl und Lisette, die drei Kinder hatten, von denen das dritte bei Geburt verstarb, wohnten in der Apotheke selber, Wülfinger Rotte No. 414. Hier verlebten sie dreizehn glückliche Jahre. Im Mai 1811 verlor Lisette ihre noch nicht 60jährige Mutter in Schwelm, und auch ein anderes Ereignis trat ein, welches die Eltern tief bewegte. Der hoffnungsvolle elfjährige einzige Sohn Carl wurde ihnen am 3. Mai 1812 durch den Tod entrissen. Auch Lisettens Kräfte begannen zu versagen, nur ein halbes Jahr später, am 2. Oktober 1812 morgens 7 Uhr, folgte sie, im 36ten Jahr ihres Lebens stehend, ihrem Söhnlein in die Ewigkeit nach.

Allein stand der Witwer mit seinem 9jährigen Töchterlein. Er entschloß sich nach der Trauerzeit zu einer Wiederverheiratung, und da waren es die dauernd engen und freundschaftlichen Beziehungen zu den Petersens, welche ihm die Wege dazu ebneten. Der Schwager Gottlieb Petersen hatte eine Lüdenscheiderin geheiratet. Dort in Lüdenscheid lebte des Kollegen und Nachfolgers des Schwiegervaters Petersen im Rektorat in Iserlohn, des Konrektors Diedrich Hermann Rosier, Witwe. Diese ungefähr im Alter der verstorbenen Lisette stehende Dame lernte Carl Wesenfeld kennen. Sie hieß Johanna Ernestine Clara Jellinghaus und war in Lippstadt, wenige Monate nach dem Tode ihres Vaters, am 3. April 1779, geboren. Sie wurde Carls zweite Ehefrau und brachte den aus ihrer ersten Ehe stammenden kleinen Gustav mit.

Die Trauung Carl's und Johanna's fand in Barmen am 28. August 1813 statt. Als Trauzeugen führt das Gemarker Kirchenbuch an: Heinrich Johann Schneewind, Carl Petersen, Theodor Dünnweg und Phillip Kayser.

Einige Jahre nach seiner zweiten Verheiratung beschäftigte sich Carl Wesenfeld mit dem Plane, der Apotheke eine freiere und geeignetere Lage zu geben und gleichzeitig eine geräumigere Wohnung zu gewinnen. Laut Akt vor Notar Leopold Alhaus v. 10. Okt.1816 kaufte er zu diesen Zwecken für 2000 Reichstaler courant einen Platz nebst zu einem Hausbau bereits gelegten Fundamenten „auf privatpfächtigem Grunde" der Majorennen der Witwe Peter von Carnap geb. Wülfing, womit er eine Erbpachtpflicht von 27 Reichsthaler 26 ½ Stüb. jährlich übernahm. (Laut notariellem Akt v. 26.06.1851 löste Carls Sohn später die Erbpacht ab.)

Carl errichtete das noch heute (1929) bestehende Apothekengebäude mit reichlichen Wohnräumen im ersten Stock, Stallung und Einfahrt, und behielt noch ein hübsches Stück Garten dabei.

Vermutlich waren es auch zum Teil Rosiersche Gelder, von Johanna mit in die Ehe gebracht, welche zum Bau der Apotheke verwandt wurden. Carl ließ den jungen Rosier zum Apotheker ausbilden und übergab ihm i. J. 1829 die Führung und später auch das Grundstück der Apotheke.

Carl und Johanna bekamen 2 Söhne und 2 Töchter, von denen erstere im Bekenntnis des Vaters, letztere in dem der Mutter getauft wurden.

Es war ein kühner Schritt, den Carl wagte, indem er sich 1829 entschloß, den Apothekerberuf mit dem Kaufmannsstande zu vertauschen. Mit dem Schwager Carl Gottlieb Petersen in Schwelm und einem Herrn Carl Vockeroth zusammen begründete er eine Schwefelsäure-Fabrik auf dem Grunde des Clever Gutes im sogen. Clever Tal in Oberbarmen am Ufer der Wupper.

Die Schwefelsäure wird durch Destillation von Eisenvitriolerz gewonnen. Bekanntlich lieferten die „Roten Berge" am Schwelmer Brunnen u. a. dieses Material. Man verwandte große Thonretorten zur Destillation des Erzes und fing den Dampf auf. Dieser wird dickflüssig wie Öl, daher auch der Name Vitriolöl. Seit Jahrhunderten war die Stadt Nordhausen die Versorgerin des Marktes mit diesem Artikel. Kommt das Vitriolöl an die Luft, so entwickelt es sogen. englische Schwefelsäure. Da nun die Schwefelsäure sehr teuer war, begannen die Engländer damals schon bald, sie aus Schwefel in Verbindung mit Salpetersäure darzustellen. Dieses Verfahren verbilligte den Preis bedeutend; man konnte mit der Zeit einen Zentner für dasselbe Geld erhalten, welches man früher für ein paar Pfund hatte zahlen müssen. Konnte in der ersten Zeit die Fabrik im Clevertal guten Fortgang versprechen, so mußte sie auf die Dauer unter dem neuen Vorgehen der Engländer leiden. Kostspielige Anlagen, Bauten und Maschinen wurden notwendig, um den technischen Fortschritten gerecht zu werden und wenn es auch Carl Wesenfeld gelang, 12000 Reichsthaler zu 4 ½ % bei dem Rentner Peter de Weerth in Elberfeld (Akt. v. 7.11.1831) gegen Verpfändung seines ganzen Immobiliarbesitzes (Fabrikgebäude, die zwei Wohnhäuser und das ganze Gut auf dem Clev, wie auch Apotheke mit Remise und Hofplatz) aufzunehmen, genügten offenbar die Mittel nicht. Auch waren Carl und sein Schwager Petersen von Hause aus keine Kaufleute. Es drohte dem Unternehmen eine ernste Krisis. Mit dem 1. Januar 1836 schied C. Vockeroth aus der Firma. Da entschlossen sich die Inhaber, Carls Sohn, Carl Ludwig Wesenfeld jun., der gerade in Düsseldorf seinen militärischen Dienst vollendet hatte, und dem eine gediegene kaufmännische Ausbildung zur Seite stand, zur Mitarbeit heranzuziehen. Dieser jungen Kraft sollte es gelingen, die Krise abzuwenden und das Unternehmen in die Höhe zu bringen. Am 1.Januar 1840 wurde Wesenfeld jun. nach erfolgreicher Mitwirkung zum Teilhaber aufgenommen.

Carl Wesenfeld verfolgte mit Weitblick und Tatkraft sein Ziel, und es ist ihm als besonderes Verdienst anzurechnen, daß er Barmen einen neuen Industriezweig schenkte, den der Fabrikation chemischer Produkte. So hat u. a. Friedrich Bayer, der erfolgreiche Gründer der Farbenfabriken Friedrich Bayer & Co. in Barmen und Elberfeld, durch seine Tätigkeit in der Clevertaler Fabrik, in welcher er als Lehrling begann, emporstieg und endlich die Stelle eines Direktors bekleidete, Kraft und Anregung für seine große spätere Schöpfung empfangen.

Außerhalb der geschäftlichen Tätigkeit beteiligte sich Carl Wesenfeld auch an dem kirchlichen Leben Barmens. Den Traditionen seiner Familie getreu hielt er sich zur reformierten Gemeinde Gemarke. Auf dem im Jahre 1793 angelegten Gottesacker dieser Gemeinde kaufte er am 1. Juni 1812 eine Erbbegräbnisstätte. 1823 wurde er Ältester und im folgenden Jahr Scholarch. Zweifellos hat er auch der im Jahre 1820 ins Leben gerufenen Repräsentation der Gemeinde angehört, da es Sitte war, die verdienten abgegangenen Presbyter in diese Körperschaft aufzunehmen.

Carls Tage neigten sich ihrem Ende zu. Stiller wurde es im Hause auf dem Clev, nachdem die Töchter ihren Männern gefolgt waren. Vier Enkelkinder durfte er noch begrüßen und im Juni 1843 auch die Hochzeit seines Sohnes und Erben mit einer Tochter aus der befreundeten Familie Schniewind erleben. Am 15.Februar 1844 beschloß Carl Stephan Ludwig Wesenfeld in Barmen sein 75jähriges, bewegtes, an Sorgen und Mühen, aber auch an Segen reiches Leben.



67

Jellinghaus, Johanna Ernestine Klara

, geb. am 03.04.1779 Lippstadt/Westfalen, gest. am 12.02.1861 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 05.04.1779 Taufregister: PfA Lippstadt, 3/143/1779 Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: T, 2, 8, 9.

Kinder, alle in Barmen/Rheinland geboren: 1.: Emilie, 27.05.1814, verh. 08.05.1838 mit Peter Wilhelm Erbslöh, Großkaufmann in Elberfeld/Rheinland und Bruder des Julius Erbslöh („32"), 2.: Carl Ludwig, 19.01.1816, Fabrikbesitzer, Kgl. Preuß. Commercienrat, Beigeordneter der Stadt Barmen, Erfinder des Wellblechs, 3.: Friedrich, 29.06.1818, Kindstod, 4.: Adelheid, siehe „33".

Nach dem Tode ihres Mannes zog die Witwe Johanna geb. Jellinghaus im Jahre 1850 zu ihrer Tochter Adelheid, der Gattin Julius Erbslöhs. Als hochgeehrte und geliebte Großmutter lebte sie hinfort unter der treuen Pflege der Tochter in dem Erbslöh'schen Hause, dessen großer Vorgarten an die Berlinerstraße stieß. Rüstig bis zuletzt wurde sie mit fast 82 Jahren am 12. Februar 1861 durch einen unerwartet eintretenden Tod heimgerufen. Pastor Kirschstein schilderte an ihrem Sarge ihre große Geduld in Leidens- und Sorgenzeiten, ihr festes Halten an Gottes Wort, Gebet und Sakrament und ihren Fleiß im Besuch der Gottesdienste in der Kirche.

Johanna stammt aus einem lutherischen Pfarrersgeschlecht. Der Jellinghaus Ursprung hat wohl zweifellos in einem der Höfe auf Jellinghausen im Kirchspiel Voerde unweit Schwelm gelegen. In den Höfen auf „-inghausen" sind in dieser Gegend die ältesten Ansiedlungen zu sehen. Das „-ing" weist nach uraltem Sprachgebrauch auf eine Sippe, und ein „-inghausen" zeigt die gemeinsame Niederlassung einer solchen Sippe. Der Wortstamm „Jel" ist schwer zu erklären; vielleicht ist er durch Umstellung zum nordischen „haeill, heill" = Heil, Glück zu sehen? Von Voerde aus führt eine Landstraße direkt nach Halver, wo wir den ersten uns bekannt gewordenen Stammvater antreffen (siehe „536").



128

Erbslöh, Johannes

Ackerer und Fuhrmann zu Hammesberg bei Lüttringhausen, Konsistorial, geb. am 03.07.1732 Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 14.02.1814 Hammesberg bei Lüttringhausen

Geburtsregister: PfA Lüttringhausen Konfession: ev. Taufdatum: 28.07.1732 Taufregister: PfA Lüttringhausen Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: 07.05.1759 Trauregister: Quellen: T, HK, S, 1, 8.

Paten: 1.: Johann Buer aufm Buer; 2.: Johann Peter Ritterhaußen; 3.: Anna Elisabeth Bergmann, 4.: Maria Catharina Stursberg.

Im Alter von 27 Jahren wurde Johannes junior das Erbgut auf dem Hammesberg von seinem Vater übertragen, „dah Johannes Erbslö Wittwer zum Hammesberg in seinem Hohen alter nicht mehr im stande sich befindet sein Erbguht zu verwalten". Im selben Jahr der Übertragung heiratet er. Seine Heiratseintragung im Lüttringhauser Kirchenbuch lautet:

„1759 den 7 May ist Johannes Erbslöhe, Johannes Erbslöhe auffm Hammesberge ehelicher Sohn und Helena Maria Spiecker weyland Johannes Spiecker auf Scharpennacken nachgelassene eheliche Tochter im nahmen des dreyeinigen Gottes copulieret worden."

Johannes war ein tätiger, weitblickender Mann; neben seiner Ackerwirtschaft und Verwaltung des Gutes richtete er ein Fuhrgeschäft ein, hielt dafür 7 Pferde und transportierte den bergischen Stahlfabrikanten die Eisen- und Stahlwaren von ihren Hämmern in die Läger der Stadt; den Barmer Fabrikanten beförderte er ihre Waren und Erzeugnisse nach Belgien, Holland und Frankreich.

In Kirchenämtern war er tätig als Konsistorial. Die durch das Konsistorium gewählten Konsistorialen, aus deren Zahl wieder die Kirchmeister, Provisoren, Scholarchen und Ältesten gewählt wurden, mußten Beerbte und Eingesessene sowie großjährig sein, ein eigenes Gewerbe haben und einen christlichen Lebenswandel führen. Die Amtsdauer war zwei Jahre. Die Ausscheidenden schlugen ihre Nachfolger vor.

Neben der Vergrößerung des Erbgutes - so kaufte Johannes 1792 den 183 Ruthen großen Ort Busch für 20 Taler - dehnte er seine Besitzungen auch noch weiter aus. Anfangs der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts übernahm er von der Wwe. Carnap, geborene Wülfing, in Barmen ein größeres Grundstück auf Wupperfeld in Erbpacht und errichtete auf demselben ein Doppelhaus. Die jährliche Erbpacht betrug 26,52 ½ Thaler.

Bei Antritt der Erbpacht zahlt der Erbpächter an den Grundeigentümer ein Erbstandsgeld, welches eine Art Kaufgeld für das ihm überlassene Grundstück bildet. Alljährlich hat er eine Rente zu entrichten. Er darf das Grundstück nur mit Genehmigung des Obereigentümers teilen, kann es aber, falls anderes nicht im Vertrag festgesetzt ist, frei veräußern, verpfänden und vererben. Die Genehmigung zur Verpfändung muß der Obereigentümer geben. Das Grundstück geht ungeteilt auf den Anerben über, welcher zur Anerkennung an den Grundherrn ein Laudemium zu entrichten hat; in der Regel ist der Erbe in absteigender Richtung hiervon befreit. In Preußen erklärte das Edikt von 1811 die aus der Erbpacht rührenden Lasten für ablöslich; das Gesetz vom 2. März 1850 regelte diese Ablösbarkeit.

Nach der Familienüberlieferung gab den Anstoß zu diesem Bau eine große, durch Sturm entwurzelte Eiche auf dem Hammesberg. Dieses prachtvolle Bauholz wollte Johannes für sich verwenden und da auf dem benachbarten Wupperfelde die Kirche im Bau begriffen (1785 vollendet), die Wupperfelder Gemeinde, bisher mit Wichlinghausen vereinigt, nach langem Kampfe selbständig geworden und der Ort im Aufblühen begriffen war (1785 standen schon vierzig neue Häuser um die Kirche), so entschloß sich Johannes, dort das neue Haus zu errichten. Um 1900 wurde es wie folgt beschrieben:

Das Haus, ein zweistöckiges Doppelhaus mit Dachausbau im bergischen Stil, mit Schiefern bekleidet, stand an der Ecke der jetzigen Bredder- und Wupperfelder-Markt-Straße am Wupperfelder Markt (1895 trug es die Nummern 85, 85A und 87 Bredderstraße) und wurde gegen 1898 abgerissen, um dem neuen Wupperfelder Postamt Platz zu machen. Zu diesem Grundstück gehörte noch weiteres Land, z. B. ist das Gebäude der Gesellschaft Kunst und Gewerbe auf Erbslöhschem Grund und Boden errichtet.

1801, im Alter von 69 Jahren verpachtete Johannes seinen drei Söhnen Joh. Wilhelm, Peter Engelbert und Peter Caspar das Erbgut und schenkte ihnen das Fuhrgeschäft mit den sieben Pferden. Allerdings scheint ihm diese Schenkung nach kurzer Zeit wieder leid geworden zu sein, denn es entstand ein Konflikt zwischen Vater und Söhnen, der indessen bald durch das Nachgeben des Vaters beigelegt wurde. Die Übertragungs- und Gerichtsprotokolle sind in der Erbslöh-Chronik (Quelle 1) nachzulesen. Johannes starb am 14. Februar 1814 im Alter von 82 Jahren.



129

Spiecker, Helena Maria

, geb. am 20.06.1737 Scharpenack bei Barmen/Rheinland, gest. am 23.07.1800 Hammesberg bei Lüttringhausen

Geburtsregister: Konfession: ev. Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttrinhausen Heirat: Trauregister: Quellen: HK, S, 1, 8.

Kinder: 1.: Johann Wilhelm, 1760-1819, Ackersmann zu Hammesberg; 2.: Catharina Maria, 1762-1834, verh. mit J. Pet. Wilh. Abel, Schmidt auf Clausen Lüttringhausen; 3.: Johann Arnold, siehe „64", 4.: Peter Engelbert, 1767-1822, Ackersmann am Heydt, Barmen; 5.: Maria Magdalena, 1768-1834, verh. mit Pet. Georg Mühlinghaus, Kaufmann in Barmen; 6.: Anna Catharina, 1770-1803, verh. mit Peter Wilh. Wülfing, Bandwirker in Barmen; 7.: Peter Caspar, 1773-1854, Fuhrmann zu Barmen; 8.: Maria Gertraudt, 1776, Kindstod, 9.: Maria Christine, 1779-1830, verh. mit Peter Gottfried Wiescher, Branntweinbrenner auf Dahl, Barmen; 10.: Johann Friedrich, 1781-1876, Kaufmann zu Barmen.

Über Helena Marias Tod schreibt ihr jüngster Sohn Johann Friedrich in seinem Notizbuch: „Es gefiel dem lieben Gott, wiewohl es uns sehr schmerzhaft war, Ihr eine vierteljährige Zährende Krankheit aufzulegen, wozu sich zuletzt noch die Gelbsucht gesellte, inden Sie in Ihrem Erlöser sanft und hoffentlich Seelig entschlafen. Im Jahr 1800 d. 13 July."



130

Garnich, Johann Heinrich

Schreiner und Ackermann zu Pilghausen, geb. am 02.02.1738 Pilghausen bei Solingen/Rheinland, gest. am 12.10.1803 Pilghausen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 12.02.1738 Taufregister: Sterberegister: Heirat: 16.05.1778 Solingen Trauregister: Quellen: 8, 9.





131

Dünnweg, Anna Elisabeth

, geb. am 26.01.1753 Widdert bei Solingen/Rheinland, gest. am 03.01.1828 Solingen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: 03.02.1753 Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.





132

Wesenfeld, Johann Arnold

Oberamtmann in Schlagenthin bei Arnswalde/Neumark, geb. am 07.07.1734 Crossen/Brandenburg [Krosno Odrzaskie], gest. am 18.08.1808 Wutzig nahe Kölzig/Neumark

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: 11.07.1734 Taufregister: Schloßgemeinde Crossen durch den Vater Sterberegister: Heirat: 17.05.1759 Berlin Trauregister: Quellen: 2, 9.

Paten: Friedrich Heinrich de Bartholdi, Freiherr von Miercades, Erbherr von Cammendorf etc.; Karl Ludwig Wesenfeld, stud. jur. (Oheim); Carl August von Bergen, Prof. med. zu Frankfurt/O., Anna Margaretha Freifrau v. Schönaich zu Möllendorf, geb. v. Schlabberndorf; Anna Sophie v. Schönaich, geb. v. Rhaden.

Des Hofpredigers in Crossen und dessen zweiter Gattin Anna Jakoba geb. Versteeg am 7. Juli 1734 geborener und von seinem Vater am 11. Juli in den heiligen Taufbund aufgenommener Ältester hieß Johann Arnold Wesenfeld. Des Vaters knappe Mittel wahrscheinlich, wie auch persönliche Neigung zu praktischer Tätigkeit in der Landwirtschaft, welche er auf den Gütern seiner Paten kennen gelernt haben wird, bewirkten, daß der Jüngling sich für den Beruf des Landmannes entschied. Hier konnte er hoffen, es bald zu einer selbständigen Stellung zu bringen, zugleich damit den elterlichen Haushalt entlastend. Über Johann Arnolds Elèvenzeit wissen wir nichts, finden ihn aber mit 25 Jahren in fester Position als Gutsverwalter und Amtmann auf dem Gräflich-Finkensteinschen Gute zu Drehnow, einem Schlesischen Orte unweit Crossen. Bei diesem Drehnow hatte einst am 10.Oktober 1478 Kurfürst Albrecht von Brandenburg dem unruhigen „Freibeuter" Herzog Hans von Sagan eine vernichtende Niederlage beigebracht. In Drehnow war Arnold seiner kranken Mutter in Crossen nahe, welche nur noch ihren dreizehnjährigen Jüngsten bei sich hatte. Diesen, der auch Landwirt wurde, wird er nach der Mutter Tode zu sich genommen haben.

Arnolds Anfänge in Drehnow fielen in die Zeit des Siebenjährigen Krieges. Zwar blieben Crossen und Umgegend, wenn man von Quartierlasten und Krankheiten absieht, bis Ende Juli 1759, als bis wenige Monate nach Arnolds Hochzeit verschont, dann aber brachten die wüsten Russen Not und Schrecken über die ganze Gegend. Nach dem Tode der Kaiserin Elisabeth (5.Juli 1762) verließen endlich die Russen das Land, und ein Jahr später brachte dann der Friede von Hubertusburg mit Österreich wieder friedlichere und ruhigere Zeiten unter den Fittichen des Preußischen Adlers.

Bald nach seiner Bestallung in Drehnow ging Johann Arnold auf die Brautfahrt. Er wandte sich nach Berlin zu seinem Oheim Carl Ludwig Wesenfeld, dem Professor am Joachimthalischen Gymnasium, an welchem seine beiden Brüder, Cornelius Jakob und Anton Conrad, damals ihre Schulzeit verbrachten. Frau Professor Wesenfeld war die Tochter des Rektors des Gymnasiums, eine geborene Heinius. Diese vermittelte die Bekanntschaft Arnolds mit einer ihrer Basen aus Geldern, Marie Dorothée Philippine Heinius, die am 17.Mai 1759 in Berlin Johann Arnolds Frau wurde. Dieser Ehe entsprossen vier Kinder.

Johann Arnold Wesenfeld wechselte mehrfach seinen Wirkungskreis. Nach Drehnow finden wir ihn in gleicher Eigenschaft als Amtmann in Wormsfelde bei Landsberg a/d. Warthe. Zur Zeit der Geburt seines jüngsten Sohnes war er Oberamtmann in Schlagenthin bei Arnswalde. Schlagenthin ist heute ein Gut von 6000 Morgen mit rübenfähigem Boden, Wiesen und Wald; früher soll das Gut geteilt gewesen sein in Schlagenthin A und Schlagenthin B. Es ist nun anzunehmen, daß Johann Arnold etwa um 1780 in die Nähe der Stadt Küstrin verzog, um dort längere Jahre zu wirken. Hier in Küstrin nämlich beschloß seine Gattin Marie Dorothée Philippine geb. Heinius ihr Leben und fand daselbst am 3.November 1784 ihre letzte Ruhestätte. Auch heiratete 1793 in Küstrin die Tochter Charlotte Sophie. Johann Arnolds letztes Tätigkeitsfeld war Wutzig bei Woldenberg (nahe Kölzig), Amt Marienwalde i/d. Neumark, dessen Kirchenbuch uns sein Ableben zum 18.August 1808 meldet. Er war Witwer geblieben und stand im 75sten Lebensjahr und im 50sten seiner Amtstätigkeit und sah seine Kinder alle in gesicherter und geachteter Lebensstellung.

So spärlich die Nachrichten sind, welche wir über Johann Arnold Wesenfeld besitzen, so sehen wir ihn doch bis zum Ende tätig in seinem Beruf, und so soll nicht versäumt werden, eine Stelle allgemeiner Charakteristik aus einem Briefe des Schwiegersohnes Doerry an den Justizamtmann Friedrich Wilhelm Arnold Wesenfeld, des Amtmanns Sohn, in Landsberg a/d. Warthe vom 8.11.1821 mitzuteilen, wo es heißt: „Der Fonds seines (d.i. des Sohnes Otto Doerry) Herzens ist sehr gut, denn er ist ein Wesenfeld und es liegt das in der Natur dieser herrlichen Familie."



133

Heinius, Marie Dorothee Philippine

, geb. am 06.10.1731 Geldern bei Wesel/Rheinland, gest. am 03.11.1784 Küstrin/Brandenburg [Kostrzy]

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9.

Kinder: 1. Johanna Philippine, 22.02.1760 Drehnow, verh. Johann Philipp Doerry, Superintendent zu Rossow/Pommern, 2.: Friedrich Wilhelm Arnold, 30.10.1761, Kgl. Preuß. Justizamtmann in Landsberg/Warthe, 3.: Charlotte Sophie, 25.08.1763, verh. Joh. August Koeppel, Ev.-ref. Pfarrer in Rosenthal bei Soldin, 4.: Carl Stephan Ludwig, siehe „66".



134

Jellinghaus, Thomas Nikolaus

Buchbindermeister in Lippstadt, geb. am 07.01.1729 Lünern/Westfalen, gest. am 05.12.1778 Lippstadt/Westfalen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: s. Geb. Taufregister: PfA Lünern Sterberegister: PfA Lippstadt, 11/4/131 Heirat: 18.05.1762 Lippstadt Trauregister: PfA St. Nicolai Lippstadt 1762/32 Quellen: T, HK, S, 2.

Die elterlichen Mittel werden nicht ausgereicht haben, ihn studieren zu lassen. Er erlernte das Buchbinderhandwerk und verzog nach Lippstadt/Westfalen, wo er 1759 in seiner Eigenschaft als Handwerkmeister das Bürgerrecht erwarb.



135

Kellerhaus, Eva Katharina Helena

, geb. am 1740 Lippstadt/Westfalen, gest. am 10.01.1796 Lippstadt

Geburtsregister: Konfession: ev. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lippstadt 1796/11/4 Heirat: Trauregister: Quellen: S, 2, 9.

Sie heiratete in zweiter Ehe Daniel Gottlieb Stetter, „Bürger und Buchbinder auf der Markstraße". Sie starb „im Alter von 56 Jahren".



256

Erbslö(e), Johannes

Landwirt, Erbauer des Stammhauses auf dem Hammesberg, geb. am Feb. 1681 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 14.05.1767 Hammesberg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttrinhausen Heirat: 28.03.1727 Hammesberg Trauregister: PfA Lüttringhausen Quellen: HK, S, 1, 8, 9.

Johannes übernahm im Alter von 33 Jahren das väterliche Erbgut auf dem Hammesberg und fand sich mit seiner Schwester ab. Aus seinem Leben ist die Urkunde aus dem Jahr 1743 einer Landvermessung seines Gutes erhalten, die die einzelnen Parzellen angibt und zusammenfassend eine Grundstücksgröße von 36 Morgen, 3 v. und 15 rod mit einem Gesamtwert von 385 Thalern , 1 Albus (= Weißpfennig), 6 Hellern ausweist. Davon muß er an den Kurfürsten zahlen:

„steuer in jedem hundert 26 alb 1 h. ahn schatz jährlichs 1 rthl. 17 alb. 4 h. ahn haber ahn Zeitlichen rentmeistern jährlichs 9 v. 1 Becher 1/4 massger an Hönergelt jährlichs sechs alb. 4 1/8 h."

Eine andere Urkunde gibt Auskunft darüber, daß er sich 1748 einen Kirchensitz in der Lüttringhauser Kirche gekauft hatte.

1750 erbaute Johannes das noch um 1900 mit Nr. 22 bezeichnete Stammhaus auf dem Hammesberg. Die Inschrift über der Tür gibt uns Kunde von der frommen Gesinnung des Erbauers: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen das wil ich thun auf daß der vater geehret werde in dem sohne, evang Joh 14 vers 13 --- das gesetz deines mundes ist mir lieber den vieltausend stück gold und silber, psalter 15 vers 72, - Anno 1750 den ersten maij"

Johannes bekleidete im kirchlichen Leben das Amt eines Provisors, wie aus Unterschriften in den Kirchenbüchern hervorgeht. Im hohen Alter von 78 Jahren übertrug Johannes sein Erbgut an seinen Sohn Johannes (siehe „128"). Im Lüttringhausener Kirchenbuch finden wir folgenden Sterbeeintrag:

„1767 den 14 May der alte Johannes Erbsloe aufm Hammesberge welcher in seiner 30 jährigen Ehe 4 Kinder nemblich 1 Sohn und 3 Töchter gezeuget, davon der Sohn und 2 Töchter noch im Leben, im Witwenstande 10 Jahr 4 Monath zugebracht, an einem Fieber wozu mutmaßlich ein Schlag gestoßen, verstorben seines Alters 86 Jahr 3 Monath."



257

Stursberg, Anna Maria

, geb. am 19.04.1688 Ronsdorf bei Barmen/Rheinland, gest. am 24.12.1756 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: Trauregister: Quellen: HK, S, 1, 8, 9.

Kinder: 1.: Anna Maria Gertrut, 1727-1736, 2.: Maria Catharina, 23.07.1729-1794, verh. mit Halbvetter Johannes Erbschloe, 3.: Johannes, siehe „128", 4.: Anna Catharina, 23.12.1734-1803, verh. mit Halbvetter Peter Erbschloe.



258

Spiecker, Johannes

„zu Scharpenack", geb. am Dez. 1668 Scharpenack bei Barmen/Rheinland, gest. am 26.05.1749 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 14.08.1722 Lüttringhausen Trauregister: Quellen: 8, 9.





259

Blombach, Anna Cat(h)arina

, geb. am 06.01.1704 Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 06.06.1739 Lüttringhausen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 8, 9.





260

Garnich, Heinrich

, geb. am 23.09.1708 Pilghausen bei Solingen/Rheinland, gest. am 11.01.1757 Solingen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: 06.12.1736 Solingen Trauregister: Quellen: 8, 9.





261

Wilms, Gertrud

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 8, 9.





262

Dünweg, Johann Wilhelm

„aus Widdert" bei Solingen, geb. am 10.11.1722 , gest. am vor 1785

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: 12.05.1743 Solingen/Rheinland Trauregister: Quellen: 9.





263

Paas, Kath. Margarethe

, geb. am 04.06.1714 Solingen/Rheinland, gest. am 02.08.1785 Solingen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.





264

Wesenfeld, Stephan Arnold

Kgl. Preuß. Hofprediger in Crossen/Brandenburg, geb. am 20.08.1701 Frankfurt/Oder, gest. am 04.04.1756 Crossen/Brandenburg [Krosno Odrzaskie]

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 28.07.1733 Danzig [Gdask] Trauregister: Quellen: 2, 9.

Sohn ex 1: Carl Stephan Ludwig, 1732, Crossen/Oder, Kinder ex 2: siehe „265".

Stephan Arnold, ältestes Kind des Frankfurter Professors Arnold Wesenfeld und dessen Ehegattin Cornelia geb. Wolters, kam am 20. August 1701 in Frankfurt a/O. zur Welt. Nach Besuch der reformierten königl. Friedrichsschule seiner Vaterstadt wandte er sich dem Studium der Philosophie und Theologie zu, erlangte in Frankfurt den Grad eines Magisters und dozierte 2 Jahre in Stellvertretung seines Vaters (†1727) an der dortigen Hochschule Philosophie. Anfang 1728 berief ihn die reformierte Gemeinde in Preußisch-Holland (südöstlich von Elbing) zu ihrem Pfarrer. Dann hören wir, was er über sich selbst in seiner „Kirchenhistorie der Crossener Schloßkirche" berichtet:

„Der noch lebende Hofprediger ist Stephanus Arnoldus Wesenfeld, gebürtig von Frankfurt an der Oder, welcher erst als Magister auf der Universität seines abgelebten Vaters Stellvertreter und bei 2 Jahren docendo et disputando getrieben, hernach als Prediger nach Preuß.-Holland berufen worden, wo er über 3 Jahre in officiis gestanden. Die Vokation nach Crossen hat er anno 1731 den 16. April erhalten, aber wegen des noch nicht zu Ende gelaufenen Gnadenjahres nicht eher als 1732 den 16. März seine Antrittspredigt halten können, wo er gleichfalls die Ehre gehabt, von S. hochfreiherrlichen Gnaden, dem Baron von Schönaich introduciert zu werden. Er hat die wegen des vorigen Hofpredigers kränklichen Zustandes eingestellt gewesenen Katechismusübungen des Sonntags Nachmittags, wie auch die Wiederholung der gehabten Predigt mit der Jugend wieder angefangen, das Kirchenarchiv in Ordnung gebracht, die Kirchenbücher mit nöthigen Registern versehen, die Namen der sämtlichen Kommunikanten in ein Buch verzeichnet, ein richtiges Inventarium von den Kirchensachen presbyterialiter protokolliren lassen, eine Küster-Bestallung aufgestellt und sonst einige nötige Kleinigkeiten als eine Kollektenschale, ein Evangelienbuch u.s.w. angeschafft."

In dieser „Kirchenhistorie" sammelte Stephan Arnold die älteren Nachrichten über die Hofprediger und Kantoren, über deren Einkommen und über die Schloßwohnung; Jahr für Jahr führte er dann die Chronik weiter (Original im Crossener Schloßarchiv).

Wir erkennen hierin, wie andererseits auch in der Verwaltung der äußeren Dinge des Pfarrers historischen und systematischen Sinn. Klein an Seelenzahl, mochte die Gemeinde nicht allzuviele Amtshandlungen verlangen, daher widmete er sein Bemühen besonders der Jugend. Über die Wirkungen seiner Arbeit an der Gemeinde sagt er bescheidenerweise nichts.

In seiner Frankfurter Dozentenzeit, während deren er bei der Mutter wohnen konnte, stand Stephan Arnold den Freunden und Kollegen des Vaters, den Professorenkreisen nahe. Aus ihnen wählte er, nachdem seine Stellung in Preußisch-Holland - dem Namen nach wohl eine Ansiedlung Niederländischer Emigranten - gefestigt war, seine Lebensgefährtin, welche er am 23.August 1729 in Frankfurt heiratete: Charlotte von Bergen, Tochter des Professors Dr. med. Johann Georg von Bergen und der Katharina Elisabeth, geb. Frémont. Zwei Söhne wurden ihnen geboren, von denen der erste einjährig starb und der zweite, Carl Stephan Ludwig, am 17.7.1732 in Crossen geboren, fünfundzwanzigjährig ein Opfer der Roten Ruhr wurde.

Charlotte überstand das Wochenbett nicht, sondern erlag demselben 14 Tage nach der Geburt des Kindes. - Nach Beendigung des Trauerjahres wandte sich der Witwer in die Heimat seiner Mutter nach Danzig und vermählte sich in zweiter Ehe dort zu St.Petri-Pauli am Dienstag den 28.Juli 1733 mit Anna Jacoba Verstech (Versteeg), einer Base zweiten Grades. Dieser Ehe entsprossen 6 Kinder, sämtliche in Crossen geboren und von ihrem Vater getauft.

Vierundzwanzig Jahre wirkte Hofprediger Stephan Arnold Wesenfeld an seiner, ihm ans Herz gewachsenen kleinen Crossener Schloßgemeinde, bis ihn eine anschließend akute Krankheit auf das letzte Lager warf. Acht Wochen mußte er leiden, wie es heißt, „am Brustfluß, Entzündung der Teile in der rechten Seite und verzehrendem Fieber". Sein Ende trat am Sonntag Judika den 4. April 1756 nachts halb 12 ein. Am 9. April wurde er in der Stadtkirche beigesetzt und am 11.April nachmittags hielt ihm Inspektor Krüger über den von ihm selbst gewählten Text Psalm 119, Vers 96 „Ich habe alles Dinges ein Ende gesehen, aber Dein Gebot währet" eine gehaltvolle Gedächtnispredigt.



265

Versteeg, Anna Jakoba

, geb. am 01.08.1707 Danzig [Gdask], gest. am 27.09.1759 Crossen/Brandenburg [Krosno Odrzaskie]

Geburtsregister: St. Elisabeth Danzig Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 29.

Paten: 1.: Pfarrer D. Stephanus Wolters, Großonkel („1058"), 2.: Barbara Elisabeth Wolters, geb. Bergmann, Großtante

Kinder, alle zu Crossen/Oder geboren: 1.: Johann Arnold, siehe „132", 2.: Cornelius Jakob, 26.03.1736-07.07.1772, Ev.-ref. Pfarrer in Stargard/Pommern, verh. mit Wilhelmine de la Bruyère, 3.: Anton Conrad, 02.12.1742, Justiz-Commissar, Advokat und Richter in Stargard/Pommern, verh. mit Sophie de la Bruyère, 4.: Anna Charlotte, 1744, 5.: Friedrich August, 16.10.1746-16.06.1807, Ökonom in Stargard/Pommern.

Über Anna Jacoba ist bekannt, daß sie nach dem Tode ihres Mannes in Crossen wohnen blieb und sich der Erziehung der heranwachsenden Kinder widmete. Ihr Jüngster war zwölf Jahre alt, als ihr Ende kam, nachdem sie längere Zeit mit Darm- und Magenbeschwerden krank gelegen hatte. Die letzte Freude bereitete ihr die Vermählung ihres ältesten Sohnes Johann Arnold, der im nahen Drehnow sein junges Glück gründete. Am 27. September 1759 bettete man Anna Jacoba in der Stadtkirche zu Crossen an die Seite ihres Mannes.



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Heinius, Stephan

Kgl. Preuß. Kriegs- und Domainenrat in Geldern, geb. am 10.10.1696 Kassel/Hessen, gest. am 04.11.1753 Geldern bei Wesel/Rheinland

Geburtsregister: K