DIE VORFAHREN DER GESCHWISTER ERBSLÖH
LEBENSBESCHREIBUNGEN

Auszug aus der laufenden Forschung „Albert Andreas Erbslöh, Historia avorum - Die Vorfahren der Geschwister Stephanie, Thorwald und Leonie Erbslöh“ nach dem Bearbeitungsstand vom 27. Juli 2008. Die unten wiedergegebenen Daten wurden noch nicht aktualisiert und entsprechen nicht dem aktuellen Forschungsstand.
© 1969-2012 Andreas Erbslöh, familieØerbsloeh.org. Übernahme der Daten und Texte nur nach vorheriger Rücksprache.

 
 
 
 
 
 
 
32 ..
ELTERN >>>
 
64 ..
GROSSELTERN >>>
 
128 ..
URGROSSELTERN >>>
 
256 ..
ALTGROSSELTERN >>>
 
512 ..
5. VORFAHRENGENERATION >>>
 
1024 ..
6. VORFAHRENGENERATION >>>
 
2048 ..
7. VORFAHRENGENERATION >>>
 
4096 ..
8. VORFAHRENGENERATION >>>
 
8192 ..
9. VORFAHRENGENERATION >>>
 
16384 ..
10. VORFAHRENGENERATION >>>
 
32768 ..
11. VORFAHRENGENERATION >>>
 
65536 ..
12. VORFAHRENGENERATION >>>
 
131072 ..
13. VORFAHRENGENERATION >>>
 
262144 ..
14. VORFAHRENGENERATION >>>
 
524288 ..
15. VORFAHRENGENERATION >>>

LEBENS-
BESCHREIBUNGEN ...


... der Vorfahren der Geschwister Erbslöh
(= Nr. 16):

Julius (1842-1929), Adolf (1844-1900), Albert (1848-1912)
, Hugo (1850-1938), Clara verh. Schniewind (1852-1899), Anna verh. Weiss (1854-1909), Walter (1856-1927), Helene verh. Weskott (1858-1929) und Ewald Erbslöh (1861-1942)


32

Erbslöh, Carl Julius

Fabrikant, Mitgründer der Fa. J. u. A. Erbslöh, geb. am 30.01.1814 Barmen-Wupperfeld/Rheinland, gest. am 02.12.1880 Barmen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 20.02.1814 Taufregister: PfA Wupperfeld, 24/1814 Sterberegister: Heirat: 01.09.1840 Barmen-Wupperfeld Trauregister: PfA Wupperfeld, 82/1840 Quellen: T, HK, 1, 2, 8, 9, 49, 74, 77.

Paten: 1.: Peter Wilhelm Garnicht, Solingen; 2.: Peter Caspar Erbslöhe, Schüren; 3.: Ehefrau Maria Christina Wiescher, Wichlinghausen; 4.: Ehefrau Wilhelmina Garnicht, Kirchspiel Kronenberg.

Julius Erbslöh besuchte in Barmen die Stadtschule und widmete sich dem Kaufmannsstande. Nachdem er von 1833 - 34 als einjährig Freiwilliger bei der 2. Komp. des 16. Infanterie- Regiments in Düsseldorf gedient hatte, wurde er im Februar 1836 Landwehr Offizier und war 1849 sechs Monate lang beim mobilen Landwehr-Bataillon Nr. 36 in Essen und 1850 Führer der von Elberfeld und Barmen kombinierten Kompagnie der Landwehr 2. Aufgebots. In den Akten des Oberbürgermeisteramtes Barmen betreffend die Vorschläge und Ernennung der Landwehr-Offiziere steht in dem Verzeichnis der sich zu Landwehr-Offizieren qualifizierenden Individuen am 16. Mai 1835:

„Erbslöhe, Julius, Kaufmann, Vice-Unteroffizier des 16. Infanterie-Regiments hat mehr wie 1000 Thaler Vermögen, Sprachkenntnisse französisch, Moralität sehr gut. Die Eltern sind todt."

1842 gründeten Carl Julius Erbslöh und Carl Wolff unter der Firma Wolff & Erbslöh eine Plättier-Fabrik in Barmen. Sie kauften von einem Herrn Rocholl, der die Fabrikation von Frankreich eingeführt hatte, das Haus Schönenstraße 2, in dem früher die Gebrüder Schöne eine Bandfabrik betrieben hatten. Der alte Rocholl hatte sein Geschäft schon seinem Sohne übertragen, dieser starb jedoch bald und nun fühlte der Vater keine Lust mehr, das Geschäft wieder allein weiterzuführen. Der Kaufpreis betrug 20000 Thaler. Das Haus hatte durch den dahinter fließenden Mühlengraben Wasserkraft.

Die Fabrikation bestand in der Hauptsache in der Herstellung von gold- und silberplättierten Blechen, wie solche für die Fabrikation von Knöpfen, Wagenlaternen und dergleichen Verwendung fanden und noch finden. Es kamen im Laufe der Jahre die verschiedensten Artikel einschlägigen Genres, wie Bilderrähmchen-Einlagen, silberplättierte Platten für Daguerreotypien, Portemonnaie-Platten, Messing-, Kupfer- und Schablonen-Bleche, echte Feinsilber- und dessinierte Bleche usw. hinzu. Neben diesen bestand die Fabrikation um die Jahrhundertwende hauptsächlich aus Messing- und Tombak-Blechen, Aluminium-Fabrikaten und Drähten. Die Firma beschäftigte um 1900 über 200 Angestellte und Arbeiter.

Die beiden Brüder Wilhelm und August wurden auch bald Teilhaber und blieben es bis zu ihrem Tode. Nach dem Austritt von Carl Wolff 1872 wurde die Firma in Julius & August Erbslöh umgeändert. Die Teilhaber um 1900 waren: Kommerzienrat Julius Erbslöh seit 1870, Alexander Erbslöh seit 1882, Walter Erbslöh seit 1884.

Die Firma erwarb im Laufe der Jahre noch verschiedene Nachbarhäuser und 1893 die Pfennings- und Greefs-Hämmer an der Blombach, ersterer „Kupferhammer" genannt. Dort wurde eine Zweigfabrik errichtet, die 1904 bedeutende Vergrößerung erfuhr.

Die zuerst erworbene Besitzung Schönenstraße 2 bestand aus einem großen Doppelhause, in dessen einer Hälfte die Fabrikation betrieben wurde; die andere Hälfte diente den Familien Julius, Wilhelm und August lange als gemeinsame Wohnung. Zuletzt lebte nur noch Julius' Witwe Adelheid in dem Hause. Als sich das Geschäft mehr und mehr ausdehnte, wurde 1891 auch die Wohnhälfte mit zur Fabrik gezogen; sie wurde abgerissen und ein Neubau an ihrer Stelle errichtet. 1899 fiel auch der stehengebliebene Teil des alten schönen bergischen Hauses und eine große einheitliche Fabrik wurde an dieser Stelle errichtet. Der schöne Garten nach der Wertherstraße ist wurde jedoch erhalten. Die beiden großen Rotdornbäume am Straßentor stammten noch aus dem alten Garten Johann Arnolds am Wupperfelder Markt.

1854-1866 war Julius Erbslöh Mitglied des Gemeinderates und des städtischen Sparkassen-Vorstandes. Außerdem war er langjähriger Repräsentant der lutherischen Gemeinde Barmen-Wupperfeld und diente derselben 1860/61 auch als Kirchmeister. Er war Mitglied der Kuratorien der Realschule, des Gymnasiums, der Filial-Töchterschule, Mitglied des Vorstandes der Oberbarmer Klein-Kinderschule und seit Gründung des Evangelischen Vereinshauses Vize-Präses des Verwaltungsrates.

1840 heiratete er Adelheid Wesenfeld, die Schwester der Frau seines Bruders Peter Wilhelm. Carl Julius und Adelheid lebten mit ihren neun Kindern in dem besagten Haus in der Schönenstraße in Barmen-Wupperfeld, das jedes Jahr auf dem Titel des erbslöhschen Familienberichtes abgebildet wird. Hinter dem Wohnhaus lag die Fabrik an der Wupper. Mit im Haus lebte zeitweise auch Bruder Carl August (1819 - 1894) mit seiner Frau Wilhelmine Adeline Caron (1828 - 1900) und seinen Kindern.

Ewald Erbslöh, der jüngste Sohn, hat 1933 seine Erinnerungen an das alte Haus Erbslöh in Barmen-Wupperfeld aufgeschrieben „... um den Nachkommen zu zeigen, daß in dem alten Hause ein urgesunder, frischer und fröhlicher Geist herrschte." Es muß wirklich fröhlich und lebhaft zugegangen sein in dem so kinderreichen großen Haus, das allein im ersten und zweiten Stock 24 Wohnräume hatte. Da die Familien Julius und August nicht etagenweise getrennt wohnten, muß man es - wie der Chronist vermerkt - als einen Beweis des „geradezu mustergültigen Einvernehmens zwischen allen Mitgliedern der Familie ansehen, daß es niemals irgendwelchen Anlaß zu Störungen ihres innigen Zusammengehörigkeitsgefühls" gab. Rücksichtnahme und strenge Regeln, zum Beispiel in der Benutzung der verschiedenen Gartenplätze oder der gemeinsam gehaltenen „Equipage", werden zum Hausfrieden beigetragen haben. Der Hof mit den Nebengebäuden, der Remise, dem Pferdestall, der Obstgarten, vor allem aber der Mühlgraben, der zwischen dem Haupthaus und dem Fabrikgebäude floß, waren ein idealer Abenteuerspielplatz für die Kinder. Kletterübungen am riesigen Wasserrad, das „Schützen" der Stauvorrichtungen galten als Mut- und Kraftprobe. Freiwilliges und unfreiwilliges Bad in dem damals noch glasklaren Wasser war ein besonderer Spaß.

In der Remise gab es eine „Chemiestube" für Experimente der größeren Jungen, während die Kleinen im Schein der Öllampen am „Kanonenöfchen" sitzend, die alten Märchen hörten, die auch heute noch die Kinder entzücken. Besonders prägend für den Werdegang der Jugend war die enge Verbindung von Haus und Fabrik nicht nur in räumlicher Hinsicht. Die Kinder nahmen selbstverständlich an den Festen und am Alltag der Arbeiter teil. Sie waren von klein auf in der Fabrik und in den Werkstätten zuhause. „Mehr als es den Schularbeiten zuträglich war ..." erinnert sich Ewald. „Es war aber auch zu verführerisch, bald in der Schreinerei, bald in der Schmiede, bald in der Buchbinderei sich betätigen zu können und sich von den wohlwollenden Meistern zu mancherlei im späteren Leben nützlichen Handfertigkeiten anleiten zu lassen." Besondere Freude war es, dabei sein zu dürfen, wenn Vater Julius oder Onkel August die Plattierarbeit selbst verrichteten oder die Matt- und Dessinwalzen bedienten." Der Bericht besagt, daß Julius und August, wie später Julius' Söhne Julius II und Walter sowie Augusts Sohn Alexander, diese verantwortungsvollen und körperlich schweren Arbeiten lange Jahre hindurch selbst ausführten.



33

Wesenfeld, Adelheid

geb. am 20.01.1821 Barmen-Wupperfeld/Rheinland, gest. am 13.08.1904 Barmen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 16.02.1821 Taufregister: PfA Wupperfeld, 34/1821 Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: T, HK, 8, 9, 75.

Paten: Ferdinand v. Galen auf der Gemarke, Apotheker; Maria Soph. Henriette Bartels, geb. Waldhausen, Pastor Bartels in Wupperfeld Ehefrau; Christine Kathaus in Wupperfeld.

Kinder: 1.: Carl Julius, 12.12.1842-13.03.1929, Kgl. Preuß. Geh. Kommerzienrat, Großkaufmann in Barmen, verh. 27.06.1872 mit Laura Wittenstein; 2.: Gustav Adolf, 29.10.1844-21.03.1900, Großkaufmann, verh. 05.08.1875 mit Anna Linkenbach; 3. Ernst Ewald, 30.08.1846, Kindstod, 4.: Heinrich Albert, 06.01.1848-02.03.1912, Großh. Sächs. Kommerzienrat, Fabrikbesitzer in Eisenach, siehe „16", 5.: Carl Hugo, 06.02.1850-02.04.1938, Kgl. Preuß. Kommerzienrat, Großkaufmann und Fabrikbesitzer in Düsseldorf, verh. 16.11.1882 mit Adele Engels; 6.: Clara Adele, 16.08.1852-12.02.1899, verh. 27.02.1877 mit Carl Schniewind, Hof- und Domprediger in Berlin 7.: Anna Sophie, 23.07.1854-01.12.1909 , verh. 08.08.1876 mit Johannes Weiß, Fabrikant in Reichenbach/Schlesien; 8.: Walter, 20.11.1856-18.10.1927, Großkaufmann in Barmen, verh. 31.05.1883 mit Martha Weddigen und 15.11.1906 mit Mathilde Jäger, verw. Weddigen; 9.: Helene Adelheid, 01.12.1858-24.02.1929, verh. mit Wilhelm Weskott, Pfarrer in Lütgendortmund; 10.: Gustav Ewald, 30.01.1861-21.01.1942, Dr. jur., Oberregierungsrat in Potsdam, verh. 28.09.1897 mit Anna Bartels.

Adelheid war, wie ihre Schwester Emilie, klein von Figur, war resolut, doch von freundlichem, liebevollem Wesen; auch sie hielt treu zu Kirche und Gottes Wort. Rüstig bis ins hohe Alter, fuhr sie noch mit 80 Jahren ohne Begleitung nach Berlin, um ihren Schwiegersohn, Hofprediger Schniewind, zu besuchen. Sie starb mit 83 Jahren, nachdem sie 23 Jahre vorher ihren Mann zu Grabe geleitet hatte.

Das abgebildete Gedenkblatt, das Adelheid zu ihrem 70. Geburtstag gewidmet wurde, zeigt oben links die reformierte Kirche Barmen, der sie jahrzehntelang treu verbunden war, in der Rundung das Wohnhaus in der Schönenstraße, rechts die Firma Wesenfeld, Dicke & Co. ihres Vaters mit dem im Volksmund „Wesenfelds Esel" genannten Schornstein und unten links die Apotheke Wesenfeld in Barmen-Wupperfeld, die ihre Mutter Johanna von ihrem ersten Mann Rosier in die zweite Ehe mitgebracht hatte.



64

Erbslöh, Johann Arnold

Kaufmann in Barmen/Rheinland, geb. am 11.12.1764 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 11.06.1834 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: PfA Lüttringhausen Konfession: ev. Taufdatum: 20.12.1764 Taufregister: PfA Lüttringhausen Sterberegister: PfA Wupperfeld Heirat: 25.10.1805 Barmen-Wupperfeld Trauregister: PfA Wupperfeld Quellen: T, HK, S, 1, 8, 9.

Paten: Johann Melchior Blombach, Johannes Arnoldus Erbsloe, Maria Catharina Wülfing, Anna Catharina Hülssberg.

Arnold war der zweite Sohn, das dritte Kind von Johannes Erbslöh und Helena Maria Spiecker. Seinen Namen erhielt er wohl nach dem seines Paten Johann Arnold Erbsloe, eines Halbvetters seines Vaters, 1739 -1797 lebend.

Arnold widmete sich dem Kaufmannsstand und verließ früh das elterliche Haus. Bei Siepermann in Barmen, einem Spezerei-Geschäft, trat er als Lehrling ein und schreibt darüber in seinem uns erhaltenen Notizbuch:

„Bey Herrn Siepermann à Gemarcke in Dienst gekommen im Jahr 1787 d. 1. Juny, welcher Dienst auf drey Jahre feste stehet und also bis 1790 d. 1. Juny ohne einen Lohn wieder aus. - Auf ferner: wieder einen Accord gemacht, auf drey Jahr von dato 1790 an bis 1793, und in diesen Jahren an Lohn einig geworden. Dass 1 Jahr 1790-91 Rthlr. 40. Dass 2. Jahr 91-92 Rthlr. 50 und dass 3 Jahr 92-93 Rthlr. 60. - Auf ferner wieder von 93-94 vereinigt und an Lohn Rthlr. 60. - Auf ferner wieder von 94-95 vereinigt und an Lohn Rthlr. 70. - Auf ferner wieder von 95-96 vereinigt und an Lohn Rthlr. 70."

Er war ein fleißiger, strebsamer junger Mann, und scheint sich während seiner Lehr- und Lernzeit ein kleines Kapital gespart und erworben zu haben, indem er auch kleine Geschäfte für sich während derselben machte. In seinem Notizbuche finden wir Berichte über Geschäfte mit Tabaksbeuteln und „Seekatzen"-Fellen (wohl Meerschweinchen) sowie aus den Jahren 1793-1795 Notizen über Seidenband, Schuh- und Hosenschnallen für seinen Bruder Peter Engelbert, ein paar silberne Schnallen für seine Schwester Maria Magdalena, „An Einen Hutmacher Eine Schnur verkauft vor 35 stbr." und andere mehr, die solches illustrieren. Er scheint überhaupt Einkäufe und Geldauslagen für seine Familie gemacht zu haben und häufig sollen von ihm die Gelder für die Fuhrleute seines Vaters vorgeschossen worden sein. Anfangs 1800 fing er im Hause seines Vaters auf Wupperfeld selbständig ein Spezerei-Geschäft an, das sich bald entwickelte und zu hoher Blüte gelangte. Er pachtete das Haus für 215 Thaler. Das Hauptbuch von 1800 bis 1804 weist schon 435 Kunden auf.

Im Merkantilischen Handbuch fürs Großherzogtum Berg, von Joh. Jacob Ohm, Elberfeld 1809 steht auf Seite 5 unter Fabrikanten und Kaufleuten in Barmen seine Firma als „Erbslöh Joh. Arnold, holländische Waren, Pottasche und sonstige Winkelswaren". Die ersten Eintragungen in seinem Journal vom Mai 1800 lauten über Einkauf von Fässern, Thran, Leynöhl, Bleyweiss, Reiss, Rosinen, Ballen Java Café, dann aber auch 500 Stück Schreibfedern, 12 Stück große feine Seehundsfelle, 2 Kisten lange pypen und 10 Mändges Mutse Pypen (letztere aus Gouda in Holland), und ein Faß Tubak veranschaulichen die Vielseitigkeit seines Betriebes.

Einen großen Aufschwung nahm das Geschäft, als er anfing, als erster im Wuppertal direkt aus Italien das von den Türkisch Rotfärbereien gebrauchte Olivenöl zu importieren, das er in großen Zisternen in seinem Hause aufspeicherte. Bedeutend war auch sein Handel mit Pottasche für die vielen Bleichereien im Tale. So kam er bald zu Wohlstand und dehnte sein Geschäft auch im Engros-Betrieb immer weiter aus. Bilanzen soll er zwar nach mündlicher Überlieferung nie gemacht haben und auf diesbezügliche Anfragen stets geantwortet haben „ob man etwas verdient habe oder nicht, spüre man doch im Rücken". Um sogenannte gute Freunde abzuschrecken, hatte er in seinem Geschäftslokale ein Schild mit folgender Inschrift an sichtbarer Stelle aufgehängt: „Viel besser ist des Freundes erster Zorn, Als mit der Freundschaft auch das Geld verlor'n!"

Im Jahre 1803 wurde er Mitglied des Presbyteriums der lutherischen Gemeinde Wupperfeld und wird als „einer der 6 Ältesten der Gemeinde" genannt.

Johann Arnold besuchte regelmäßig die Frankfurter Messe; auf einer dieser Reisen lernte er Anna Maria Garnich, die Tochter von Joh. Heinrich Garnich vom Porterhof bei Vohwinkel kennen, die er am 25. Oktober 1805 heiratete und mit der er 27 Jahre in glücklicher Ehe lebte. Das Ehepaar hatte 12 Kinder, von denen jedoch 5 im zarten Kindesalter, eine Tochter Johanna Maria mit 22 und eine Tochter Anna Helene mit 19 Jahren, beide an der Schwindsucht, starben.

Daß es Johann Arnold nicht an schlagfertigem Humor fehlte, beweisen folgende kleine Geschichten: Der Obstreichtum des großen Erbslöh'schen Gartens fand natürlich viele Liebhaber unter der Wupperfelder Jugend. Als Johann Arnold die ewigen Diebstähle zuviel wurden, ließ er eines abends seine Söhne in die Obstbäume klettern und begab sich dann selbst mit einer Flinte bewaffnet in den Garten. Verschiedene Luftschüsse lösten bei den Söhnen, wie vorher abgesprochen, ein schreckliches Jammergeschrei aus, die ganze Nachbarschaft hörte mit Entsetzen, daß der Erbslöh erbarmungslos auf stehlende Jungens schoß und in Zukunft hatte Erbslöhs Garten und sein Obst Ruhe vor Unbefugten.

Als die Russen 1813 in Barmen im Quartier lagen, forderten sie zum großen Ärger Johann Arnolds große Mengen Schnaps als Wegzehrung. Ein besonders durstiger Soldat kehrte sogar auf dem Marsche um und versuchte, sich eine extra Libation des beliebten Getränkes zu verschaffen. Johann Arnold war nicht nur gegen diese Bitte taub, sondern lieh seinen Ermahnungen auch mit Hilfe einiger Knechte und ungebrannter Asche drastischen Ausdruck.

Zwei Jahre nach dem Tode seiner Frau starb Johann Arnold. Seine Kinder widmeten ihm folgenden Nachruf:

„Es gefiel dem lieben Gott unsern innig geliebten Vater Joh. Arnold Erbslöh diese Nacht um einhalb zwei Uhr in einem Alter von 70 Jahren dem Irdischen zu entreißen, um ihn dort oben den Seinigen ihm schon früher Vorangegangenen wieder zu schenken. Sanft und ruhig war sein Ende, wie er während seiner neunwöchentlichen Abzehrungskrankheit in Gottes Willen ergeben war. Ihn dort, wo keine Trennung und kein Schmerz mehr ist, wieder zu finden ist unser Trost. Diese Trauer-Anzeige widmen theilnehmenden Verwandten und Freunden Die Kinder des Verstorbenen. Barmen den 11 Juny 1834."



65

Garnich, Anna Maria

, geb. am 28.10.1780 Pilghausen bei Solingen/Rheinland, gest. am 18.02.1832 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: HK, 1, 8, 9.

Kinder: 1.: Johann Arnold, 24.09.1806-02.06.1887, Kaufmann, übernahm das väterliche Geschäft, verh. mit Amalie Siepermann. 2.: Johanna Maria, 25.05.1808-31.08.1830, 3.: Peter Wilhelm, 24.04.1810-19.01.1859, Kaufmann und Fabrikant, verschiedene Geschäftsbeteiligungen, u.a. zusammen mit seinen Brüdern Julius und August, verh. mit Emilie Wesenfeld, 4.: Carl Friedrich, 24.12.1811-23.10.1866, Kaufmann, verh. mit Louise Henriette Lohmann, 5.: Carl Julius, siehe „32", 6.: Anna Helene, 10.10.1815-02.11.1834, 7.: Carl August, 18.09.1817, Kindstod, 8.: Carl August, 06.06.1819-29.08.1894, Kaufmann und Fabrikant, Teilhaber der Firma Julius und August Erbslöh, verh. mit Wilhelmine Adeline Caron, 9.: Ferdinand, 02.02.1821, Kindstod, 10.: Charlotte: 13.04.1823, Kindstod, 11.: Charlotte, 27.09.1824, Kindstod, 12.: Maria, 26.12.1828, Kindstod.

Als Johann Arnold Erbslöh 1832 seine Frau verlor, zeigte er ihren Tod mit folgender Anzeige an:

„Es hat dem lieben Gott gefallen, heute Mittag um 12 Uhr meine theure Gattin Johanna Marie geb. Garnich im 52. Jahr ihres thätigen Lebens und im 27 sten unserer vergnügtesten Ehe zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie litt ungefähr 3 Monate an einem heftigen Husten, wobei sie, obschon sie sehr und schnell abnahm, sich doch lange aufrecht erhielt und ihr Leiden mit jener der gläubigen Seelen eigenthümlichen Geduld ertrug. Sanft war ihr Ende und ohne den geringsten Klageton entschlummerte sie in der Gewißheit einer baldigen Vereinigung mit ihrem Erlöser und den ihr vorangegangenen Lieben. Ich beweine eine liebende Gefährtin meines Lebens und meine sechs Theils unmündigen Kinder eine sorgsame und gute Mutter. Tief ist die Wunde, die der Herr schlug, doch er wird es auch an Balsam nicht fehlen lassen und die süße Hoffnung des dereinstigen Wiedersehens in einem besseren Leben ist mein Pilgerstab durch dies für mich jetzt so öde Leben. Ich widme meinen auswärtigen Verwandten und Freunden diese Trauer-Anzeige und bin von ihrer innigen Teilnahme überzeugt. Barmen 18 Februar 1832."



66

Wesenfeld, Carl Stephan Ludwig

Apotheker und Fabrikant in Barmen, geb. am 18.06.1768 Schlagenthin bei Arnswalde in der Neumark, gest. am 15.02.1844 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: 28.06.1768 Taufregister: Stargard i. Pommern durch den Oheim Pfr. Cornelius Jakob Wesenfeld Sterberegister: Heirat: 28.08.1813 Barmen Trauregister: PfA Gemarke Quellen: 2, 8, 9, 45, 47, 48.

Paten: 1.: Carl Adolph von Jargow, Erbherr auf Rakow und Schlagenthien, Hauptmann, 2: Carl Friedrich Schmidt, Pächter zu Rietzig, 3.: Stadt-Secretär Kuntze aus Arnswalde, 4.: Martin Gottlieb Schmidt, Amtmann zu Schultzendorff, 5.: Sophia Bones, geb. Westphalin(?), 6.: des Hofpredigers Bones zu Schlagenthin Eheliebste, 7.: des Oberbürgermeisters zu Arnswalde H. Gerbet Gemahlin, 8.: Frau Stadtsecretär Kuntze zu Arnswalde, geb. Benickendorff.

Kinder ex 1, alle in Barmen/Rheinland geboren: 1.: Carl, 31.07.1800, Kindstod, 2.: Sophie Louisa Wilhelmina, 21.03.1803, verh. Diedr. Maximilian Wilh. Theod. Gustav Hammerschmidt, Apotheker in Steele/Ruhr und Köln/Rhein, 3.: Carl Friedrich, 03.02.1807, bei Geburt gestorben.

Kinder ex 2: siehe „67".

Carl - so war sein Rufname - wurde zu Schlagenthin bei Arnswalde in der Neumark am 18. Juni 1768 geboren und am 28. Juni in Stargard i/Pomm. von dem Oheim, Pfarrer Cornelius Jakob Wesenfeld, getauft.

Der Knabe wuchs auf dem vom Vater verwalteten Hofe auf, mußte dann aber das Los der Gutskinder auf dem Lande teilen und eine auswärtige Schule besuchen. In Landsberg war der 7 Jahre ältere Bruder Gymnasiast; für Stargard hätte der Umstand gesprochen, daß dort noch drei der Oheime wohnten. Von etwa 1780 ab wird Küstrin in Betracht gekommen sein. In Berlin lebte und lehrte noch bis 1784 der Großohm Carl Ludwig Wesenfeld, des Vaters Pate, als Professor am Joachimthalischen Gymnasium. Genaueres wissen wir nicht. Jedenfalls ersehen wir aus einem Kirchenzeugnis am 13.09.1787, daß Carl sich vor seinem 19. Jahr gewisse Zeit in Berlin aufgehalten hat und sich für den Apothekerberuf vorbereitete. Des Professor Wesenfeld Gattin, geborene Heinius, wird ihn wohl damals beherbergt haben.

Carl trat bei dem preußischen Militär ein und brachte es dort zum „Feldapotheker". Als solcher kam er mit den Truppen in den Westen. Nach dem Frieden von Campo formio am 17.Oktober 1797 wurden die im Bergischen und Märkischen noch verbliebenen preußischen Truppenteile größtenteils entlassen. Da wird sich auch Carl vom Militär haben lösen können. Er kam nach Schwelm in der Grafschaft Mark und wurde Geschäftsführer in der Apotheke der Witwe Petersen, Maria Catharina, geb. Wülfing.

Der sicherlich von seinen Verwandten in Geldern, welche dem Collegium medicum für die preußischen Westprovinzen dort nahestanden, bestens empfohlene junge „Feldapotheker" Wesenfeld führte etwa zwei oder drei Jahre lang das Geschäft der Witwe, sah sich aber dann nach einem eigenen selbständigen Betriebe um. Er fand, was er suchte, in Barmen-Wupperfeld, worüber in Quelle „47" folgendes zu lesen ist.

„Die in Wupperfeld auf den Apotheker Herrn Wesenfeld mit gnädigstem Privilegio übertragene Scheidische Apotheke ist am 9ten dieses von Consilii Medici wegen visitirt, und bey dieser Untersuchung so befunden worden, daß dieselbe dem Publikum andurch bestens darf empfohlen werden. Düsseldorf den 11ten Dez. 1799. Vor. Consilii Medici wegen, Kayser, actuarius."

Carl Stephan Ludwig Wesenfeld hatte demnach im Jahre 1799 die Konzession der heute Löwenapotheke genannten Apotheke erworben, wozu er seine Ersparnisse verwandte. Möglicherweise ist ihm dabei auch die Witwe Petersen behilflich gewesen, um deren Tochter Carl freite.

Carls Bewerbung um die Hand der Tochter der Witwe Petersen Anna Sophia Lisette Petersen war von Erfolg gekrönt. Etwa ein halbes Jahr nach der Übernahme der Löwenapotheke führte er seine Braut heim und ließ sich mit ihr in der lutherischen Gemeinde Schwelm am 16.Juni 1799 trauen. Das Kirchenbuch meldet dazu, daß der Bräutigam reformierter Konfession sei. Eine solche Ehe zwischen Reformierten und Lutheranern sah man damals noch als eine „Mischehe" an, denn eine jede der beiden evangelischen Konfessionen grenzte sich von der anderen noch säuberlich ab. In der Praxis hatte das freilich bei dem vorhandenen Verständnis füreinander keine weiteren üblen Folgen, zumal wenn, wie in unserem Falle, bei der Eheschließung ausgemacht war, daß die etwaigen Söhne in der Konfession des Vaters, Töchter aber in der der Mutter getauft und unterrichtet werden sollten.

Lisette war als Tochter des Rektors Johann Wilhelm Petersen und seiner Gattin Maria Catharina, geb. Wülfing, in Iserlohn geboren und dort am 22. Februar 1777 getauft. Sie war bei ihrer Vermählung 22 Jahre alt, während ihr Gatte 31 Lenze zählte. Mit 8 Jahren hatte Lisette ihren Vater durch den Tod verloren und war mit Mutter und Geschwistern nach Schwelm übergesiedelt.

Carl und Lisette, die drei Kinder hatten, von denen das dritte bei Geburt verstarb, wohnten in der Apotheke selber, Wülfinger Rotte No. 414. Hier verlebten sie dreizehn glückliche Jahre. Im Mai 1811 verlor Lisette ihre noch nicht 60jährige Mutter in Schwelm, und auch ein anderes Ereignis trat ein, welches die Eltern tief bewegte. Der hoffnungsvolle elfjährige einzige Sohn Carl wurde ihnen am 3. Mai 1812 durch den Tod entrissen. Auch Lisettens Kräfte begannen zu versagen, nur ein halbes Jahr später, am 2. Oktober 1812 morgens 7 Uhr, folgte sie, im 36ten Jahr ihres Lebens stehend, ihrem Söhnlein in die Ewigkeit nach.

Allein stand der Witwer mit seinem 9jährigen Töchterlein. Er entschloß sich nach der Trauerzeit zu einer Wiederverheiratung, und da waren es die dauernd engen und freundschaftlichen Beziehungen zu den Petersens, welche ihm die Wege dazu ebneten. Der Schwager Gottlieb Petersen hatte eine Lüdenscheiderin geheiratet. Dort in Lüdenscheid lebte des Kollegen und Nachfolgers des Schwiegervaters Petersen im Rektorat in Iserlohn, des Konrektors Diedrich Hermann Rosier, Witwe. Diese ungefähr im Alter der verstorbenen Lisette stehende Dame lernte Carl Wesenfeld kennen. Sie hieß Johanna Ernestine Clara Jellinghaus und war in Lippstadt, wenige Monate nach dem Tode ihres Vaters, am 3. April 1779, geboren. Sie wurde Carls zweite Ehefrau und brachte den aus ihrer ersten Ehe stammenden kleinen Gustav mit.

Die Trauung Carl's und Johanna's fand in Barmen am 28. August 1813 statt. Als Trauzeugen führt das Gemarker Kirchenbuch an: Heinrich Johann Schneewind, Carl Petersen, Theodor Dünnweg und Phillip Kayser.

Einige Jahre nach seiner zweiten Verheiratung beschäftigte sich Carl Wesenfeld mit dem Plane, der Apotheke eine freiere und geeignetere Lage zu geben und gleichzeitig eine geräumigere Wohnung zu gewinnen. Laut Akt vor Notar Leopold Alhaus v. 10. Okt.1816 kaufte er zu diesen Zwecken für 2000 Reichstaler courant einen Platz nebst zu einem Hausbau bereits gelegten Fundamenten „auf privatpfächtigem Grunde" der Majorennen der Witwe Peter von Carnap geb. Wülfing, womit er eine Erbpachtpflicht von 27 Reichsthaler 26 ½ Stüb. jährlich übernahm. (Laut notariellem Akt v. 26.06.1851 löste Carls Sohn später die Erbpacht ab.)

Carl errichtete das noch heute (1929) bestehende Apothekengebäude mit reichlichen Wohnräumen im ersten Stock, Stallung und Einfahrt, und behielt noch ein hübsches Stück Garten dabei.

Vermutlich waren es auch zum Teil Rosiersche Gelder, von Johanna mit in die Ehe gebracht, welche zum Bau der Apotheke verwandt wurden. Carl ließ den jungen Rosier zum Apotheker ausbilden und übergab ihm i. J. 1829 die Führung und später auch das Grundstück der Apotheke.

Carl und Johanna bekamen 2 Söhne und 2 Töchter, von denen erstere im Bekenntnis des Vaters, letztere in dem der Mutter getauft wurden.

Es war ein kühner Schritt, den Carl wagte, indem er sich 1829 entschloß, den Apothekerberuf mit dem Kaufmannsstande zu vertauschen. Mit dem Schwager Carl Gottlieb Petersen in Schwelm und einem Herrn Carl Vockeroth zusammen begründete er eine Schwefelsäure-Fabrik auf dem Grunde des Clever Gutes im sogen. Clever Tal in Oberbarmen am Ufer der Wupper.

Die Schwefelsäure wird durch Destillation von Eisenvitriolerz gewonnen. Bekanntlich lieferten die „Roten Berge" am Schwelmer Brunnen u. a. dieses Material. Man verwandte große Thonretorten zur Destillation des Erzes und fing den Dampf auf. Dieser wird dickflüssig wie Öl, daher auch der Name Vitriolöl. Seit Jahrhunderten war die Stadt Nordhausen die Versorgerin des Marktes mit diesem Artikel. Kommt das Vitriolöl an die Luft, so entwickelt es sogen. englische Schwefelsäure. Da nun die Schwefelsäure sehr teuer war, begannen die Engländer damals schon bald, sie aus Schwefel in Verbindung mit Salpetersäure darzustellen. Dieses Verfahren verbilligte den Preis bedeutend; man konnte mit der Zeit einen Zentner für dasselbe Geld erhalten, welches man früher für ein paar Pfund hatte zahlen müssen. Konnte in der ersten Zeit die Fabrik im Clevertal guten Fortgang versprechen, so mußte sie auf die Dauer unter dem neuen Vorgehen der Engländer leiden. Kostspielige Anlagen, Bauten und Maschinen wurden notwendig, um den technischen Fortschritten gerecht zu werden und wenn es auch Carl Wesenfeld gelang, 12000 Reichsthaler zu 4 ½ % bei dem Rentner Peter de Weerth in Elberfeld (Akt. v. 7.11.1831) gegen Verpfändung seines ganzen Immobiliarbesitzes (Fabrikgebäude, die zwei Wohnhäuser und das ganze Gut auf dem Clev, wie auch Apotheke mit Remise und Hofplatz) aufzunehmen, genügten offenbar die Mittel nicht. Auch waren Carl und sein Schwager Petersen von Hause aus keine Kaufleute. Es drohte dem Unternehmen eine ernste Krisis. Mit dem 1. Januar 1836 schied C. Vockeroth aus der Firma. Da entschlossen sich die Inhaber, Carls Sohn, Carl Ludwig Wesenfeld jun., der gerade in Düsseldorf seinen militärischen Dienst vollendet hatte, und dem eine gediegene kaufmännische Ausbildung zur Seite stand, zur Mitarbeit heranzuziehen. Dieser jungen Kraft sollte es gelingen, die Krise abzuwenden und das Unternehmen in die Höhe zu bringen. Am 1.Januar 1840 wurde Wesenfeld jun. nach erfolgreicher Mitwirkung zum Teilhaber aufgenommen.

Carl Wesenfeld verfolgte mit Weitblick und Tatkraft sein Ziel, und es ist ihm als besonderes Verdienst anzurechnen, daß er Barmen einen neuen Industriezweig schenkte, den der Fabrikation chemischer Produkte. So hat u. a. Friedrich Bayer, der erfolgreiche Gründer der Farbenfabriken Friedrich Bayer & Co. in Barmen und Elberfeld, durch seine Tätigkeit in der Clevertaler Fabrik, in welcher er als Lehrling begann, emporstieg und endlich die Stelle eines Direktors bekleidete, Kraft und Anregung für seine große spätere Schöpfung empfangen.

Außerhalb der geschäftlichen Tätigkeit beteiligte sich Carl Wesenfeld auch an dem kirchlichen Leben Barmens. Den Traditionen seiner Familie getreu hielt er sich zur reformierten Gemeinde Gemarke. Auf dem im Jahre 1793 angelegten Gottesacker dieser Gemeinde kaufte er am 1. Juni 1812 eine Erbbegräbnisstätte. 1823 wurde er Ältester und im folgenden Jahr Scholarch. Zweifellos hat er auch der im Jahre 1820 ins Leben gerufenen Repräsentation der Gemeinde angehört, da es Sitte war, die verdienten abgegangenen Presbyter in diese Körperschaft aufzunehmen.

Carls Tage neigten sich ihrem Ende zu. Stiller wurde es im Hause auf dem Clev, nachdem die Töchter ihren Männern gefolgt waren. Vier Enkelkinder durfte er noch begrüßen und im Juni 1843 auch die Hochzeit seines Sohnes und Erben mit einer Tochter aus der befreundeten Familie Schniewind erleben. Am 15.Februar 1844 beschloß Carl Stephan Ludwig Wesenfeld in Barmen sein 75jähriges, bewegtes, an Sorgen und Mühen, aber auch an Segen reiches Leben.



67

Jellinghaus, Johanna Ernestine Klara

, geb. am 03.04.1779 Lippstadt/Westfalen, gest. am 12.02.1861 Barmen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 05.04.1779 Taufregister: PfA Lippstadt, 3/143/1779 Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: T, 2, 8, 9.

Kinder, alle in Barmen/Rheinland geboren: 1.: Emilie, 27.05.1814, verh. 08.05.1838 mit Peter Wilhelm Erbslöh, Großkaufmann in Elberfeld/Rheinland und Bruder des Julius Erbslöh („32"), 2.: Carl Ludwig, 19.01.1816, Fabrikbesitzer, Kgl. Preuß. Commercienrat, Beigeordneter der Stadt Barmen, Erfinder des Wellblechs, 3.: Friedrich, 29.06.1818, Kindstod, 4.: Adelheid, siehe „33".

Nach dem Tode ihres Mannes zog die Witwe Johanna geb. Jellinghaus im Jahre 1850 zu ihrer Tochter Adelheid, der Gattin Julius Erbslöhs. Als hochgeehrte und geliebte Großmutter lebte sie hinfort unter der treuen Pflege der Tochter in dem Erbslöh'schen Hause, dessen großer Vorgarten an die Berlinerstraße stieß. Rüstig bis zuletzt wurde sie mit fast 82 Jahren am 12. Februar 1861 durch einen unerwartet eintretenden Tod heimgerufen. Pastor Kirschstein schilderte an ihrem Sarge ihre große Geduld in Leidens- und Sorgenzeiten, ihr festes Halten an Gottes Wort, Gebet und Sakrament und ihren Fleiß im Besuch der Gottesdienste in der Kirche.

Johanna stammt aus einem lutherischen Pfarrersgeschlecht. Der Jellinghaus Ursprung hat wohl zweifellos in einem der Höfe auf Jellinghausen im Kirchspiel Voerde unweit Schwelm gelegen. In den Höfen auf „-inghausen" sind in dieser Gegend die ältesten Ansiedlungen zu sehen. Das „-ing" weist nach uraltem Sprachgebrauch auf eine Sippe, und ein „-inghausen" zeigt die gemeinsame Niederlassung einer solchen Sippe. Der Wortstamm „Jel" ist schwer zu erklären; vielleicht ist er durch Umstellung zum nordischen „haeill, heill" = Heil, Glück zu sehen? Von Voerde aus führt eine Landstraße direkt nach Halver, wo wir den ersten uns bekannt gewordenen Stammvater antreffen (siehe „536").



128

Erbslöh, Johannes

Ackerer und Fuhrmann zu Hammesberg bei Lüttringhausen, Konsistorial, geb. am 03.07.1732 Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 14.02.1814 Hammesberg bei Lüttringhausen

Geburtsregister: PfA Lüttringhausen Konfession: ev. Taufdatum: 28.07.1732 Taufregister: PfA Lüttringhausen Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: 07.05.1759 Trauregister: Quellen: T, HK, S, 1, 8.

Paten: 1.: Johann Buer aufm Buer; 2.: Johann Peter Ritterhaußen; 3.: Anna Elisabeth Bergmann, 4.: Maria Catharina Stursberg.

Im Alter von 27 Jahren wurde Johannes junior das Erbgut auf dem Hammesberg von seinem Vater übertragen, „dah Johannes Erbslö Wittwer zum Hammesberg in seinem Hohen alter nicht mehr im stande sich befindet sein Erbguht zu verwalten". Im selben Jahr der Übertragung heiratet er. Seine Heiratseintragung im Lüttringhauser Kirchenbuch lautet:

„1759 den 7 May ist Johannes Erbslöhe, Johannes Erbslöhe auffm Hammesberge ehelicher Sohn und Helena Maria Spiecker weyland Johannes Spiecker auf Scharpennacken nachgelassene eheliche Tochter im nahmen des dreyeinigen Gottes copulieret worden."

Johannes war ein tätiger, weitblickender Mann; neben seiner Ackerwirtschaft und Verwaltung des Gutes richtete er ein Fuhrgeschäft ein, hielt dafür 7 Pferde und transportierte den bergischen Stahlfabrikanten die Eisen- und Stahlwaren von ihren Hämmern in die Läger der Stadt; den Barmer Fabrikanten beförderte er ihre Waren und Erzeugnisse nach Belgien, Holland und Frankreich.

In Kirchenämtern war er tätig als Konsistorial. Die durch das Konsistorium gewählten Konsistorialen, aus deren Zahl wieder die Kirchmeister, Provisoren, Scholarchen und Ältesten gewählt wurden, mußten Beerbte und Eingesessene sowie großjährig sein, ein eigenes Gewerbe haben und einen christlichen Lebenswandel führen. Die Amtsdauer war zwei Jahre. Die Ausscheidenden schlugen ihre Nachfolger vor.

Neben der Vergrößerung des Erbgutes - so kaufte Johannes 1792 den 183 Ruthen großen Ort Busch für 20 Taler - dehnte er seine Besitzungen auch noch weiter aus. Anfangs der 80er Jahre des 18. Jahrhunderts übernahm er von der Wwe. Carnap, geborene Wülfing, in Barmen ein größeres Grundstück auf Wupperfeld in Erbpacht und errichtete auf demselben ein Doppelhaus. Die jährliche Erbpacht betrug 26,52 ½ Thaler.

Bei Antritt der Erbpacht zahlt der Erbpächter an den Grundeigentümer ein Erbstandsgeld, welches eine Art Kaufgeld für das ihm überlassene Grundstück bildet. Alljährlich hat er eine Rente zu entrichten. Er darf das Grundstück nur mit Genehmigung des Obereigentümers teilen, kann es aber, falls anderes nicht im Vertrag festgesetzt ist, frei veräußern, verpfänden und vererben. Die Genehmigung zur Verpfändung muß der Obereigentümer geben. Das Grundstück geht ungeteilt auf den Anerben über, welcher zur Anerkennung an den Grundherrn ein Laudemium zu entrichten hat; in der Regel ist der Erbe in absteigender Richtung hiervon befreit. In Preußen erklärte das Edikt von 1811 die aus der Erbpacht rührenden Lasten für ablöslich; das Gesetz vom 2. März 1850 regelte diese Ablösbarkeit.

Nach der Familienüberlieferung gab den Anstoß zu diesem Bau eine große, durch Sturm entwurzelte Eiche auf dem Hammesberg. Dieses prachtvolle Bauholz wollte Johannes für sich verwenden und da auf dem benachbarten Wupperfelde die Kirche im Bau begriffen (1785 vollendet), die Wupperfelder Gemeinde, bisher mit Wichlinghausen vereinigt, nach langem Kampfe selbständig geworden und der Ort im Aufblühen begriffen war (1785 standen schon vierzig neue Häuser um die Kirche), so entschloß sich Johannes, dort das neue Haus zu errichten. Um 1900 wurde es wie folgt beschrieben:

Das Haus, ein zweistöckiges Doppelhaus mit Dachausbau im bergischen Stil, mit Schiefern bekleidet, stand an der Ecke der jetzigen Bredder- und Wupperfelder-Markt-Straße am Wupperfelder Markt (1895 trug es die Nummern 85, 85A und 87 Bredderstraße) und wurde gegen 1898 abgerissen, um dem neuen Wupperfelder Postamt Platz zu machen. Zu diesem Grundstück gehörte noch weiteres Land, z. B. ist das Gebäude der Gesellschaft Kunst und Gewerbe auf Erbslöhschem Grund und Boden errichtet.

1801, im Alter von 69 Jahren verpachtete Johannes seinen drei Söhnen Joh. Wilhelm, Peter Engelbert und Peter Caspar das Erbgut und schenkte ihnen das Fuhrgeschäft mit den sieben Pferden. Allerdings scheint ihm diese Schenkung nach kurzer Zeit wieder leid geworden zu sein, denn es entstand ein Konflikt zwischen Vater und Söhnen, der indessen bald durch das Nachgeben des Vaters beigelegt wurde. Die Übertragungs- und Gerichtsprotokolle sind in der Erbslöh-Chronik (Quelle 1) nachzulesen. Johannes starb am 14. Februar 1814 im Alter von 82 Jahren.


129

Spiecker, Helena Maria

, geb. am 20.06.1737 Scharpenack bei Barmen/Rheinland, gest. am 23.07.1800 Hammesberg bei Lüttringhausen

Geburtsregister: Konfession: ev. Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttrinhausen Heirat: Trauregister: Quellen: HK, S, 1, 8.

Kinder: 1.: Johann Wilhelm, 1760-1819, Ackersmann zu Hammesberg; 2.: Catharina Maria, 1762-1834, verh. mit J. Pet. Wilh. Abel, Schmidt auf Clausen Lüttringhausen; 3.: Johann Arnold, siehe „64", 4.: Peter Engelbert, 1767-1822, Ackersmann am Heydt, Barmen; 5.: Maria Magdalena, 1768-1834, verh. mit Pet. Georg Mühlinghaus, Kaufmann in Barmen; 6.: Anna Catharina, 1770-1803, verh. mit Peter Wilh. Wülfing, Bandwirker in Barmen; 7.: Peter Caspar, 1773-1854, Fuhrmann zu Barmen; 8.: Maria Gertraudt, 1776, Kindstod, 9.: Maria Christine, 1779-1830, verh. mit Peter Gottfried Wiescher, Branntweinbrenner auf Dahl, Barmen; 10.: Johann Friedrich, 1781-1876, Kaufmann zu Barmen.

Über Helena Marias Tod schreibt ihr jüngster Sohn Johann Friedrich in seinem Notizbuch: „Es gefiel dem lieben Gott, wiewohl es uns sehr schmerzhaft war, Ihr eine vierteljährige Zährende Krankheit aufzulegen, wozu sich zuletzt noch die Gelbsucht gesellte, inden Sie in Ihrem Erlöser sanft und hoffentlich Seelig entschlafen. Im Jahr 1800 d. 13 July."



130

Garnich, Johann Heinrich

Schreiner und Ackermann zu Pilghausen, geb. am 02.02.1738 Pilghausen bei Solingen/Rheinland, gest. am 12.10.1803 Pilghausen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: 12.02.1738 Taufregister: Sterberegister: Heirat: 16.05.1778 Solingen Trauregister: Quellen: 8, 9.



131

Dünnweg, Anna Elisabeth

, geb. am 26.01.1753 Widdert bei Solingen/Rheinland, gest. am 03.01.1828 Solingen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: 03.02.1753 Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.



132

Wesenfeld, Johann Arnold

Oberamtmann in Schlagenthin bei Arnswalde/Neumark, geb. am 07.07.1734 Crossen/Brandenburg, gest. am 18.08.1808 Wutzig nahe Kölzig/Neumark

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: 11.07.1734 Taufregister: Schloßgemeinde Crossen durch den Vater Sterberegister: Heirat: 17.05.1759 Berlin Trauregister: Quellen: 2, 9.

Paten: Friedrich Heinrich de Bartholdi, Freiherr von Miercades, Erbherr von Cammendorf etc.; Karl Ludwig Wesenfeld, stud. jur. (Oheim); Carl August von Bergen, Prof. med. zu Frankfurt/O., Anna Margaretha Freifrau v. Schönaich zu Möllendorf, geb. v. Schlabberndorf; Anna Sophie v. Schönaich, geb. v. Rhaden.

Des Hofpredigers in Crossen und dessen zweiter Gattin Anna Jakoba geb. Versteeg am 7. Juli 1734 geborener und von seinem Vater am 11. Juli in den heiligen Taufbund aufgenommener Ältester hieß Johann Arnold Wesenfeld. Des Vaters knappe Mittel wahrscheinlich, wie auch persönliche Neigung zu praktischer Tätigkeit in der Landwirtschaft, welche er auf den Gütern seiner Paten kennen gelernt haben wird, bewirkten, daß der Jüngling sich für den Beruf des Landmannes entschied. Hier konnte er hoffen, es bald zu einer selbständigen Stellung zu bringen, zugleich damit den elterlichen Haushalt entlastend. Über Johann Arnolds Elèvenzeit wissen wir nichts, finden ihn aber mit 25 Jahren in fester Position als Gutsverwalter und Amtmann auf dem Gräflich-Finkensteinschen Gute zu Drehnow, einem Schlesischen Orte unweit Crossen. Bei diesem Drehnow hatte einst am 10.Oktober 1478 Kurfürst Albrecht von Brandenburg dem unruhigen „Freibeuter" Herzog Hans von Sagan eine vernichtende Niederlage beigebracht. In Drehnow war Arnold seiner kranken Mutter in Crossen nahe, welche nur noch ihren dreizehnjährigen Jüngsten bei sich hatte. Diesen, der auch Landwirt wurde, wird er nach der Mutter Tode zu sich genommen haben.

Arnolds Anfänge in Drehnow fielen in die Zeit des Siebenjährigen Krieges. Zwar blieben Crossen und Umgegend, wenn man von Quartierlasten und Krankheiten absieht, bis Ende Juli 1759, als bis wenige Monate nach Arnolds Hochzeit verschont, dann aber brachten die wüsten Russen Not und Schrecken über die ganze Gegend. Nach dem Tode der Kaiserin Elisabeth (5.Juli 1762) verließen endlich die Russen das Land, und ein Jahr später brachte dann der Friede von Hubertusburg mit Österreich wieder friedlichere und ruhigere Zeiten unter den Fittichen des Preußischen Adlers.

Bald nach seiner Bestallung in Drehnow ging Johann Arnold auf die Brautfahrt. Er wandte sich nach Berlin zu seinem Oheim Carl Ludwig Wesenfeld, dem Professor am Joachimthalischen Gymnasium, an welchem seine beiden Brüder, Cornelius Jakob und Anton Conrad, damals ihre Schulzeit verbrachten. Frau Professor Wesenfeld war die Tochter des Rektors des Gymnasiums, eine geborene Heinius. Diese vermittelte die Bekanntschaft Arnolds mit einer ihrer Basen aus Geldern, Marie Dorothée Philippine Heinius, die am 17.Mai 1759 in Berlin Johann Arnolds Frau wurde. Dieser Ehe entsprossen vier Kinder.

Johann Arnold Wesenfeld wechselte mehrfach seinen Wirkungskreis. Nach Drehnow finden wir ihn in gleicher Eigenschaft als Amtmann in Wormsfelde bei Landsberg a/d. Warthe. Zur Zeit der Geburt seines jüngsten Sohnes war er Oberamtmann in Schlagenthin bei Arnswalde. Schlagenthin ist heute ein Gut von 6000 Morgen mit rübenfähigem Boden, Wiesen und Wald; früher soll das Gut geteilt gewesen sein in Schlagenthin A und Schlagenthin B. Es ist nun anzunehmen, daß Johann Arnold etwa um 1780 in die Nähe der Stadt Küstrin verzog, um dort längere Jahre zu wirken. Hier in Küstrin nämlich beschloß seine Gattin Marie Dorothée Philippine geb. Heinius ihr Leben und fand daselbst am 3.November 1784 ihre letzte Ruhestätte. Auch heiratete 1793 in Küstrin die Tochter Charlotte Sophie. Johann Arnolds letztes Tätigkeitsfeld war Wutzig bei Woldenberg (nahe Kölzig), Amt Marienwalde i/d. Neumark, dessen Kirchenbuch uns sein Ableben zum 18.August 1808 meldet. Er war Witwer geblieben und stand im 75sten Lebensjahr und im 50sten seiner Amtstätigkeit und sah seine Kinder alle in gesicherter und geachteter Lebensstellung.

So spärlich die Nachrichten sind, welche wir über Johann Arnold Wesenfeld besitzen, so sehen wir ihn doch bis zum Ende tätig in seinem Beruf, und so soll nicht versäumt werden, eine Stelle allgemeiner Charakteristik aus einem Briefe des Schwiegersohnes Doerry an den Justizamtmann Friedrich Wilhelm Arnold Wesenfeld, des Amtmanns Sohn, in Landsberg a/d. Warthe vom 8.11.1821 mitzuteilen, wo es heißt: „Der Fonds seines (d.i. des Sohnes Otto Doerry) Herzens ist sehr gut, denn er ist ein Wesenfeld und es liegt das in der Natur dieser herrlichen Familie."


133

Heinius, Marie Dorothee Philippine

, geb. am 06.10.1731 Geldern bei Wesel/Rheinland, gest. am 03.11.1784 Küstrin/Brandenburg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9.

Kinder: 1. Johanna Philippine, 22.02.1760 Drehnow, verh. Johann Philipp Doerry, Superintendent zu Rossow/Pommern, 2.: Friedrich Wilhelm Arnold, 30.10.1761, Kgl. Preuß. Justizamtmann in Landsberg/Warthe, 3.: Charlotte Sophie, 25.08.1763, verh. Joh. August Koeppel, Ev.-ref. Pfarrer in Rosenthal bei Soldin, 4.: Carl Stephan Ludwig, siehe „66".


134

Jellinghaus, Thomas Nikolaus

Buchbindermeister in Lippstadt, geb. am 07.01.1729 Lünern/Westfalen, gest. am 05.12.1778 Lippstadt/Westfalen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: s. Geb. Taufregister: PfA Lünern Sterberegister: PfA Lippstadt, 11/4/131 Heirat: 18.05.1762 Lippstadt Trauregister: PfA St. Nicolai Lippstadt 1762/32 Quellen: T, HK, S, 2.

Die elterlichen Mittel werden nicht ausgereicht haben, ihn studieren zu lassen. Er erlernte das Buchbinderhandwerk und verzog nach Lippstadt/Westfalen, wo er 1759 in seiner Eigenschaft als Handwerkmeister das Bürgerrecht erwarb.


135

Kellerhaus, Eva Katharina Helena

, geb. am 1740 Lippstadt/Westfalen, gest. am 10.01.1796 Lippstadt

Geburtsregister: Konfession: ev. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lippstadt 1796/11/4 Heirat: Trauregister: Quellen: S, 2, 9.

Sie heiratete in zweiter Ehe Daniel Gottlieb Stetter, „Bürger und Buchbinder auf der Markstraße". Sie starb „im Alter von 56 Jahren".


256

Erbslö(e), Johannes

Landwirt, Erbauer des Stammhauses auf dem Hammesberg, geb. am Feb. 1681 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 14.05.1767 Hammesberg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttrinhausen Heirat: 28.03.1727 Hammesberg Trauregister: PfA Lüttringhausen Quellen: HK, S, 1, 8, 9.

Johannes übernahm im Alter von 33 Jahren das väterliche Erbgut auf dem Hammesberg und fand sich mit seiner Schwester ab. Aus seinem Leben ist die Urkunde aus dem Jahr 1743 einer Landvermessung seines Gutes erhalten, die die einzelnen Parzellen angibt und zusammenfassend eine Grundstücksgröße von 36 Morgen, 3 v. und 15 rod mit einem Gesamtwert von 385 Thalern , 1 Albus (= Weißpfennig), 6 Hellern ausweist. Davon muß er an den Kurfürsten zahlen:

„steuer in jedem hundert 26 alb 1 h. ahn schatz jährlichs 1 rthl. 17 alb. 4 h. ahn haber ahn Zeitlichen rentmeistern jährlichs 9 v. 1 Becher 1/4 massger an Hönergelt jährlichs sechs alb. 4 1/8 h."

Eine andere Urkunde gibt Auskunft darüber, daß er sich 1748 einen Kirchensitz in der Lüttringhauser Kirche gekauft hatte.

1750 erbaute Johannes das noch um 1900 mit Nr. 22 bezeichnete Stammhaus auf dem Hammesberg. Die Inschrift über der Tür gibt uns Kunde von der frommen Gesinnung des Erbauers: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen das wil ich thun auf daß der vater geehret werde in dem sohne, evang Joh 14 vers 13 --- das gesetz deines mundes ist mir lieber den vieltausend stück gold und silber, psalter 15 vers 72, - Anno 1750 den ersten maij"

Johannes bekleidete im kirchlichen Leben das Amt eines Provisors, wie aus Unterschriften in den Kirchenbüchern hervorgeht. Im hohen Alter von 78 Jahren übertrug Johannes sein Erbgut an seinen Sohn Johannes (siehe „128"). Im Lüttringhausener Kirchenbuch finden wir folgenden Sterbeeintrag:

„1767 den 14 May der alte Johannes Erbsloe aufm Hammesberge welcher in seiner 30 jährigen Ehe 4 Kinder nemblich 1 Sohn und 3 Töchter gezeuget, davon der Sohn und 2 Töchter noch im Leben, im Witwenstande 10 Jahr 4 Monath zugebracht, an einem Fieber wozu mutmaßlich ein Schlag gestoßen, verstorben seines Alters 86 Jahr 3 Monath."


257

Stursberg, Anna Maria

, geb. am 19.04.1688 Ronsdorf bei Barmen/Rheinland, gest. am 24.12.1756 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: Trauregister: Quellen: HK, S, 1, 8, 9.

Kinder: 1.: Anna Maria Gertrut, 1727-1736, 2.: Maria Catharina, 23.07.1729-1794, verh. mit Halbvetter Johannes Erbschloe, 3.: Johannes, siehe „128", 4.: Anna Catharina, 23.12.1734-1803, verh. mit Halbvetter Peter Erbschloe.


258

Spiecker, Johannes

„zu Scharpenack", geb. am Dez. 1668 Scharpenack bei Barmen/Rheinland, gest. am 26.05.1749 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 14.08.1722 Lüttringhausen Trauregister: Quellen: 8, 9.



259

Blombach, Anna Cat(h)arina

, geb. am 06.01.1704 Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 06.06.1739 Lüttringhausen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 8, 9.



260

Garnich, Heinrich

, geb. am 23.09.1708 Pilghausen bei Solingen/Rheinland, gest. am 11.01.1757 Solingen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: 06.12.1736 Solingen Trauregister: Quellen: 8, 9.


261

Wilms, Gertrud

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 8, 9.


262

Dünweg, Johann Wilhelm
„aus Widdert" bei Solingen, geb. am 1690 Kuckenberg im Kirchspiel Burscheid, gest. am 1770 Widdert bei Solingen


Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: 12.05.1743 Solingen/Rheinland Trauregister: Quellen: 9, 133, 134.

Wilhelm heiratete in erster Ehe am 3.6.1725 in Solingen (ev. rf. LE312 H1725/161/01) Gertrud Kamp, die am 22.4.1741 im Alter von 49 Jahren verstarb. Zwei Jahre später heiratete er in zweiter Ehe Catharina Paas.




263


Paas, Catharina Margarethe
, geb. am 04.06.1712 Solingen/Rheinland, gest. am 02.08.1785 Solingen


Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9, 133, 134.

Kinder: 1. Anna Maria Christina, 23.12.1746, 2. Anna Catharina, 31.7.1750, verh. am 4.1.1772 in Solingen mit Johann Wilhelm Menning, 3. Anna Elisabeth, siehe „131", 4. Anna Maria, verh. 1770 mit Johann Wilhelm Broch

In Quelle 9 finden wir als Geburtsdatum den 4.6.1714. Quelle 133 gibt dagegen „1712" an, ein aus dem Sterbeeintrag 1785 errechnetes Datum (73 J., 2 M.)




264

Wesenfeld, Stephan Arnold

Kgl. Preuß. Hofprediger in Crossen/Brandenburg, geb. am 20.08.1701 Frankfurt/Oder, gest. am 04.04.1756 Crossen/Brandenburg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 28.07.1733 Danzig Trauregister: Quellen: 2, 9.

Sohn ex 1: Carl Stephan Ludwig, 1732, Crossen/Oder, Kinder ex 2: siehe „265".

Stephan Arnold, ältestes Kind des Frankfurter Professors Arnold Wesenfeld und dessen Ehegattin Cornelia geb. Wolters, kam am 20. August 1701 in Frankfurt a/O. zur Welt. Nach Besuch der reformierten königl. Friedrichsschule seiner Vaterstadt wandte er sich dem Studium der Philosophie und Theologie zu, erlangte in Frankfurt den Grad eines Magisters und dozierte 2 Jahre in Stellvertretung seines Vaters (†1727) an der dortigen Hochschule Philosophie. Anfang 1728 berief ihn die reformierte Gemeinde in Preußisch-Holland (südöstlich von Elbing) zu ihrem Pfarrer. Dann hören wir, was er über sich selbst in seiner „Kirchenhistorie der Crossener Schloßkirche" berichtet:

„Der noch lebende Hofprediger ist Stephanus Arnoldus Wesenfeld, gebürtig von Frankfurt an der Oder, welcher erst als Magister auf der Universität seines abgelebten Vaters Stellvertreter und bei 2 Jahren docendo et disputando getrieben, hernach als Prediger nach Preuß.-Holland berufen worden, wo er über 3 Jahre in officiis gestanden. Die Vokation nach Crossen hat er anno 1731 den 16. April erhalten, aber wegen des noch nicht zu Ende gelaufenen Gnadenjahres nicht eher als 1732 den 16. März seine Antrittspredigt halten können, wo er gleichfalls die Ehre gehabt, von S. hochfreiherrlichen Gnaden, dem Baron von Schönaich introduciert zu werden. Er hat die wegen des vorigen Hofpredigers kränklichen Zustandes eingestellt gewesenen Katechismusübungen des Sonntags Nachmittags, wie auch die Wiederholung der gehabten Predigt mit der Jugend wieder angefangen, das Kirchenarchiv in Ordnung gebracht, die Kirchenbücher mit nöthigen Registern versehen, die Namen der sämtlichen Kommunikanten in ein Buch verzeichnet, ein richtiges Inventarium von den Kirchensachen presbyterialiter protokolliren lassen, eine Küster-Bestallung aufgestellt und sonst einige nötige Kleinigkeiten als eine Kollektenschale, ein Evangelienbuch u.s.w. angeschafft."

In dieser „Kirchenhistorie" sammelte Stephan Arnold die älteren Nachrichten über die Hofprediger und Kantoren, über deren Einkommen und über die Schloßwohnung; Jahr für Jahr führte er dann die Chronik weiter (Original ursprünglich im Crossener Schloßarchiv, heute, 2011, im Staatsarchiv von Grünberg-Altkessel, Archiwum Panstwowe, Stary Kisielin).

Wir erkennen hierin, wie andererseits auch in der Verwaltung der äußeren Dinge des Pfarrers historischen und systematischen Sinn. Klein an Seelenzahl, mochte die Gemeinde nicht allzuviele Amtshandlungen verlangen, daher widmete er sein Bemühen besonders der Jugend. Über die Wirkungen seiner Arbeit an der Gemeinde sagt er bescheidenerweise nichts.

In seiner Frankfurter Dozentenzeit, während deren er bei der Mutter wohnen konnte, stand Stephan Arnold den Freunden und Kollegen des Vaters, den Professorenkreisen nahe. Aus ihnen wählte er, nachdem seine Stellung in Preußisch-Holland - dem Namen nach wohl eine Ansiedlung Niederländischer Emigranten - gefestigt war, seine Lebensgefährtin, welche er am 23.August 1729 in Frankfurt heiratete: Charlotte von Bergen, Tochter des Professors Dr. med. Johann Georg von Bergen und der Katharina Elisabeth, geb. Frémont. Zwei Söhne wurden ihnen geboren, von denen der erste einjährig starb und der zweite, Carl Stephan Ludwig, am 17.7.1732 in Crossen geboren, fünfundzwanzigjährig ein Opfer der Roten Ruhr wurde.

Charlotte überstand das Wochenbett nicht, sondern erlag demselben 14 Tage nach der Geburt des Kindes. - Nach Beendigung des Trauerjahres wandte sich der Witwer in die Heimat seiner Mutter nach Danzig und vermählte sich in zweiter Ehe dort zu St.Petri-Pauli am Dienstag den 28.Juli 1733 mit Anna Jacoba Verstech (Versteeg), einer Base zweiten Grades. Dieser Ehe entsprossen 6 Kinder, sämtliche in Crossen geboren und von ihrem Vater getauft.

Vierundzwanzig Jahre wirkte Hofprediger Stephan Arnold Wesenfeld an seiner, ihm ans Herz gewachsenen kleinen Crossener Schloßgemeinde, bis ihn eine anschließend akute Krankheit auf das letzte Lager warf. Acht Wochen mußte er leiden, wie es heißt, „am Brustfluß, Entzündung der Teile in der rechten Seite und verzehrendem Fieber". Sein Ende trat am Sonntag Judika den 4. April 1756 nachts halb 12 ein. Am 9. April wurde er in der Stadtkirche beigesetzt und am 11.April nachmittags hielt ihm Inspektor Krüger über den von ihm selbst gewählten Text Psalm 119, Vers 96 „Ich habe alles Dinges ein Ende gesehen, aber Dein Gebot währet" eine gehaltvolle Gedächtnispredigt.


265

Versteeg, Anna Jakoba

, geb. am 01.08.1707 Danzig], gest. am 27.09.1759 Crossen/Brandenburg

Geburtsregister: St. Elisabeth Danzig Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 29.

Paten: 1.: Pfarrer D. Stephanus Wolters, Großonkel („1058"), 2.: Barbara Elisabeth Wolters, geb. Bergmann, Großtante

Kinder, alle zu Crossen/Oder geboren: 1.: Johann Arnold, siehe „132", 2.: Cornelius Jakob, 26.03.1736-07.07.1772, Ev.-ref. Pfarrer in Stargard/Pommern, verh. mit Wilhelmine de la Bruyère, 3.: Anton Conrad, 02.12.1742, Justiz-Commissar, Advokat und Richter in Stargard/Pommern, verh. mit Sophie de la Bruyère, 4.: Anna Charlotte, 1744, 5.: Friedrich August, 16.10.1746-16.06.1807, Ökonom in Stargard/Pommern.

Über Anna Jacoba ist bekannt, daß sie nach dem Tode ihres Mannes in Crossen wohnen blieb und sich der Erziehung der heranwachsenden Kinder widmete. Ihr Jüngster war zwölf Jahre alt, als ihr Ende kam, nachdem sie längere Zeit mit Darm- und Magenbeschwerden krank gelegen hatte. Die letzte Freude bereitete ihr die Vermählung ihres ältesten Sohnes Johann Arnold, der im nahen Drehnow sein junges Glück gründete. Am 27. September 1759 bettete man Anna Jacoba in der Stadtkirche zu Crossen an die Seite ihres Mannes.


266

Heinius, Stephan

Kgl. Preuß. Kriegs- und Domainenrat in Geldern, geb. am 10.10.1696 Kassel/Hessen, gest. am 04.11.1753 Geldern bei Wesel/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 14.03.1726 Trauregister: Quellen: 2, 9, 28.

Stephan Heinius bekleidete bei der im Jahre 1713 errichteten sogenannten Geldrischen Commission den Posten eines Königl. Preuß. Kriegs- und Domänenrates bis an sein Lebensende. Als im besonderen Maße treues und verdientes Mitglied der reformierten Gemeinde in Geldern wurde er in der dortigen Kirche begraben. Stephan war der holländischen Sprache mächtig, was ihm beruflich sehr zustatten kam. Im April 1727 übertrug ihm der König auch die Stelle des verstorbenen Rats v. Ravenstein als Direktor des Collegium medicum in Geldern. Auch war er bei der Geldrischen Commission ständig Secretarius und Archivar. Er wohnte in Geldern in einem Hause in der Issumer Straße, welches vor ihm der Geheime Kriegsrat Otto Friedrich de Saint Paul inne gehabt hatte. Dessen Tochter Johanna Maria Dorothea wurde 1726 seine Frau.


267

de Saint Paul, Johanna Maria Dorothea

, geb. am 23.03.1709 Köln/Rhein, gest. am 10.03.1789 Geldern bei Wesel/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 28.

Kinder, alle zu Geldern geboren: 1.: Louise Helena Friederica, 1727, verh. mit Gottfried Bongard, ref. Pfarrer in Geldern, 2.: Friedrich August, 1729, Kriegs- und Domänenrat in Geldern, 3.: Maria Dorothea Philippine, siehe „133", 4.: Carl Christian Heinrich, 1733, 5.: Maria Catharina Friederica, 1734, 6.: Charlotte Caroline Amalia, 1736, 7.: Friedrich Wilhelm, 1737, Freicorporal, 8.: Sophia Susanne, 1738, 9.: Barbara Christine, 1741, verh. mit Franz Ludwig Hachelbusch, Kanzlei-Director bei dem Königl. Administrations-Collegium in Geldern, 10.: Georg Ludwig Gustav, 1744, Fähnrich im Bonin'schen Bataillon in Magdeburg, 11.: Albert Philipp, 1746.

Die Familie de Saint Paul-Illaire wurde am 22. Juli 1721 in den Preußischen Adelsstand erhoben. Das Wappen zeigt in Silber einen mit drei silbernen Pilgermuscheln belegten, roten (?) Schräglinksbalken, begleitet oben von einem roten Tempelherrnkreuz, unten von einem grünen Palmzweige. Auf dem gekrönten Helm das rote Tempelherrnkreuz.


268

Jellinghaus, Heinrich Caspar

Pfarrer in Lünern bei Unna/Westf., geb. am  , gest. am 1749 Lünern/Westfalen

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 07.10.1723 Trauregister: Quellen: 2, 9.

Wurde 1723 Adjunkt seines Vaters und Vikar in Lünern, wo er später Pfarrer wurde. Ein Bruder, Johan Friedrich Jellinghaus (verh. 1722 mit Cath. Elisabeth Friedrichs) war Receptor in Unna.


269

Hömann, Maria Gertrud

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


270

Kellerhaus, Johann Conrad

Kgl. Preuß. Hofrat, Postcommissar und Bürgermeister in Lippstadt/Westfalen, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 24.


512

Erbslöe, Engelbert

Landwirt auf dem Hammesberg, geb. am 06.05.1647 Erbsschloe bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 13.04.1704 Hammesberg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: 15.05.1681 Lüttringhausen Trauregister: PfA Lüttringhausen Quellen: HK, S, 1, 76.

Engelbert war der zweite Sohn der Eheleute Johann und Christine Erbschloe. Er lebte von 1647 bis 1704, war Landwirt und Gutsbesitzer auf dem Hammesberg und wir finden in den Lüttringhauser Kirchenregistern folgende ihn betreffende Eintragungen:

„1680 den 15. Mai copuliret: Engel auf Erbslöe und Catharina vom Berg copuliret in der Kirchen."

„1704. Dom. Jubilate den 13 April ist Engelbert Erbsloe auffm Hammesberg wohnhafft gewesen Alter 57 Jahr und 5 Wochen christlich beerdiget worden."

Seine Frau war eine Enkelin des Hammans Vorm Berg (siehe „2052"), aus dessen Namen der des Gutes Hammesberg entstanden ist. Sie hat den ihr zugefallenen Teil des Hammesberges als Heiratsgut mit in die Ehe gebracht.

Der Hammesberg liegt südlich von Barmen, nordwestlich, nur wenige Minuten entfernt, vom Blombacherbach, an der Eisenbahnstrecke Barmen-Ronsdorf, die eine Brücke dort überschreitet. Ein steiler Pfad mit Treppen führt vom Blombacherbach zu ihm; durch das Gehöft führt der Weg südlich zum Kupferhammer, nördlich zum Barmer Wald. In einer Schrift über den Kreis Lennep aus dem Jahre 1854 (Quelle „76") heißt es: „Hämmesberg mit 4 Wohnhäusern und 75 Einwohnern". Um die Jahrhundertwende (1900) bestand es aus ca. sechs Häusern, die in Händen verschiedener Besitzer sind. Das Erbslöhsche Stammgut mit seinem Wohnhaus Nr. 22 befand sich damals im Besitze eines Carl Erbslöh Blombacherbach, eines Ur-Ur-Ur-Ur-Enkels von Engelbert.


513

vorm Berg, Katharina

, geb. am 1652 Hammesberg bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 28.09.1718 Hammesberg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: Trauregister: Quellen: S, 1.

Kinder: 1.: Johannes, siehe „256", 2.: Anna Gertrud, 1684, verh. 1705 mit Johann Peter Ritterhaus.

Einer Eintragung in den Lüttringhauser Kirchenregistern zufolge verstarb Katharina im Jahre 1718:

„1718 den 28 Septembris ist Catharina Erbslöe weyland Engel Erbslöe auffm Hammesberge 66jährige Wittib mit Hinterlassung 1 Sohnes und 1 Tochter christlich beerdigt".


514

Stursberg, Franz

(auf Ronsdorf), geb. am 10.01.1646 , gest. am 26.05.1712 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 04.08.1683 Trauregister: Quellen: 9.


515

König, Maria

, geb. am  , gest. am 26.01.1736 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.


516

Spieker, Franz

, geb. am 1652 , gest. am 15.04.1694 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.


518

Blombach, Peter II.

„auf Scharpenack", geb. am 1658 Scharpenack bei Barmen/Rheinland, gest. am 15.03.1742

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 27.07.1694 Trauregister: Quellen: 9.


519

Kurts auf der Mühlen, Maria

, geb. am Feb. 1668 , gest. am 01.05.1734 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.


520

Garnich, Johannes

„aus Pilghausen", geb. am 23.06.1672 Solingen/Rheinland, gest. am 19.12.1748 Solingen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: 16.11.1699 Trauregister: Quellen: 9.


521

Reinshagen, Gertrud

, geb. am 1674 , gest. am 15.04.1750 Solingen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.


522

Wilms, Johann Wilhelm

, geb. am Apr. 1674 Leichlingen/Rheinland, gest. am 30.12.1748 Solingen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 1704 Trauregister: Quellen: 9.


523

Berger, Eva

, geb. am 18.04.1687 , gest. am vor 1748 Solingen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 9.


524

Dünweg, Hermann
Berg.-Neukirchen, geb. am 08.01.1662 , gest. am 1722 Kuckenberg Kirchspiel Burscheid


Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 1685 Burscheid Trauregister: Quellen: 133, 134.




525

Pfeifer (Pfeiffer), Gerdrut (Gertrud)
, geb. am , gest. am

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 134.

Söhne: Johann Peter, 9.3.1686, Wilhelm, siehe „262"




526

Paas, Johannes

„aus Rüden", geb. am 1677 Remscheid/Rheinland, gest. am 31.12.1745 Solingen/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 1709 Solingen/Rheinland Trauregister: Quellen: 9, 133.


527

Küpper, Maria

* 31.03.1692 Solingen-Windhövel, + 03.03.1717 Solingen-Klauberg


Taufdatum: s. Geb. Geburts-, Taufregister: Ev.-ref. Kirchengemeinde Solingen LE309 T1692/019/08 Sterberegister: Ev.-ref. Kirchengemeinde Solingen LE309 S1717/544/03 Trauregister: Quellen: T, S, 9, 133

Paten: Clemens Witte, Gerdrut Lauterjung, Maria Sipers



528

Wesenfeld, Arnold(us) IV. (Arent)

Prof. Dr. phil., Universitätsprofessor, Bürgermeister in Frankfurt/Oder, geb. am 10.07.1664 Bremen, gest. am 12.10.1727 Frankfurt/Oder

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Ev. St. Ansgari-Gemeinde Bremen Sterberegister: Heirat: 20.10.1699 Danzig Trauregister: Quellen: 2, 9, 45.

Paten: H. Johannes Risselman SS Theol. Doct. und Professor zu Frankfurd (Oheim), Frau Alcke Meyers, sal. Johann Caldtern Wittib (=Witwe), Johann Kulenkamp.

Arnold wurde, wie auch sein Bruder den Wissenschaften zugeführt. Nachdem er zuerst die Lateinschule durchlaufen, trat Arnold mit 17 Jahren im Jahre 1681 in das Gymnasium illustre in Bremen als Schüler ein, um dort mehrere Jahre zuzubringen. Wohl vorbereitet bezog er darauf die Universität in Frankfurt a./O. und widmete sich der Theologie und den schönen Wissenschaften. Für die Leitung des Vaterlosen sorgte der Oheim Riesselmann.

Arnold erlangte mit 27 Jahren in öffentlichem Examen am 17.April 1691 auf Grund einer Dissertation „De injuria hominis in se, quoad animam et dignitatem hominis" die philosophische Doktorwürde. Jetzt durfte er an der Universität Vorlesungen halten und verdankte es neben der Empfehlung des Oheims Riesselmann der Fürsprache und dem Vorschlage seines Schwagers Tido Henrich von der Lith, daß er bereits am 1.Februar des folgenden Jahres als Professor der Logik, Metaphysik und Ethik bzw. der rationalen und ethischen Philosophie in das Ordinariat der Hochschule aufgenommen wurde.

Unter den Frankfurter Professoren waren außer Prof. Riesselmann, dem engeren Landsmann, auch Arnolds Oheime mütterlicherseits, Friedrich Reichel, ein Schlesier, und Johannes Simoris, ein Anhaltiner, beide als Theologen, tätig gewesen. Durch diese Verwandtschaften ergaben sich von selbst die engsten Beziehungen der Wesenfelds zur Frankfurter Universität, an welcher nun auch Arnold wirken sollte.

Das Statut der Universität fand in den Jahren 1609/10 seine definitive Form. Es behandelt auch besonders die Privilegien und die Pflichten der Lehrer. An der Spitze des Lehrkörpers steht der Rektor. Seine Amtszeit dauert in der Regel ein Jahr. Bei der Einführung übergibt der abgehende Rektor dem Neugewählten die Universitäts-Insignien, Siegel und beide Szepter. Der Rektor hat den Vorsitz im von sämtlichen ordentlichen Professoren gebildeten Senat, wacht über die Gerechtigkeiten, Privilegien und Einkünfte, übt Aufsicht über Kirchen und Schulen, handhabt die Justiz und Polizei an der Universität und übt dementsprechend die Aufsicht über die ganze Kommunität aus; auch unterstehen ihm die Angelegenheiten der Stipendien, Lehen, Kassen und Bauten. Dazu stehen ihm zur Verfügung: ein Syndikus, ein Sekretär, ein Rendant, 2 Pedelle, ein Bote und ein Wärter. Unter dem Rektor hat der Dekan den ersten Rang unter den Professoren.

Den Professoren der Frankfurter Alma Mater standen nicht zu unterschätzende Vorteile zu. Sie besaßen Accisefreiheit für alle Güter, waren von Vermögenssteuern befreit; ihre Häuser durften nicht mit Einquartierung belegt werden; für ihre Schriften gab es keine Zensur wie anderswo; Witwen und Kinder behielten den Gerichtsstand des Vaters (Gerichtsbarkeit der Universität); den Witwen stand ein Gnadenjahr mit dem vollen Gehalt des verstorbenen Mannes zu. Auch genossen die Witwen die Vorteile der aus Stiftungen stammenden Witwen-Fonds. Daß die Professorenschaft an einer Universität wie derjenigen von Frankfurt a/O. gesellschaftlich eine Schicht für sich bildete, konnte sich leicht aus solcher Sonderstellung ergeben. Die Hervorhebung des Standes der Lehrenden an den höchsten Schulen des Landes seitens der Stifter geschah nicht nur im Interesse der Lehrenden selber, sondern auch in Absicht einer möglichsten Freiheit der Schüler und in Hinblick auf die spätere Stellung der durch die Schule Hindurchgegangenen.

In den Jahren 1698 und 1703 bekleidete Arnold Wesenfeld das Rektorat. Er genoß allgemeines Vertrauen auch in städtischen Kreisen. Die Bürgerschaft wählte ihn in den Senat und viele Jahre bekleidete er nebenamtlich die Würde des Zweiten Bürgermeisters der Stadt. Neben dieser vielseitigen amtlichen Tätigkeit war Arnold auch schriftstellerisch fruchtbar und gab eine Reihe von Schriften und Reden zum Druck. Von Interesse sind seine beiden, in deutscher Sprache verfaßten Abhandlungen, betitelt: „An die mitten unter den Christen suchenden aber vergeblich findenden Heiden"(1718) und „Versuch, wie die Moral unter den Christen zu verbessern"(1721). Zeigt erstere Schrift einen klaren Blick in die wirklichen Zustände der damaligen Christenzeit, so die letztere ein tiefes Eindringen in die philosophischen Probleme der Zeit. Philipp Jakob Spener, Prof. theol. und Pfarrer in Frankfurt a/Main (später Probst an St. Nicolai in Berlin), hatte 1675 mit seinen „Pia desideria" großes Aufsehen erregt und auf eine Besserung des in starrer Orthodoxie verflachten kirchlichen Christentums hingearbeitet. Die hieraus sich ergebende innerliche Erneuerungsbewegung, in der Kirchengeschichte mit dem Ausdruck „Pietismus" bezeichnet, ging zwar mit Spener von lutherischer Seite aus, fand aber auch in reformierten Kreisen kräftigen Widerhall. Arnold griff mit den genannten Traktaten auch in diese Strömungen ein, in denen auch er eine Besserung von Wandel und Leben verfocht.

Außer den bereits erwähnten werden noch folgende Arbeiten Arnolds genannt: 1692 „Dissertatio de natura definitionis"; 1694 „Quatuor dissertationes de Philosophia sectaria et electiva"; 1696 „Georgica animae et vitae"; 1713 „Passiones animi"; 1721 „Theosophia theoretica practica"; 1729 „Methodes differendi et conferendi, h. e. ratio et via recte disserendi".

Der damals ausgesprochen reformierte Charakter der Frankfurter Akademie brachte auch Annäherungen zu den niederländischen und wallonischen Flüchtlingen, welche infolge der niederländischen Freiheitskriege und später der Aufhebung des Ediktes von Nantes sich nach Deutschland und auch nach der Mark Brandenburg begeben hatten, mit sich. Uns interessiert speziell die Flüchtlingsfamilie Wolters. Diese wanderte von Maastricht aus nach Bremen, Stade und Hamburg ein; Zweige verbreiteten sich nach Stockholm und Danzig. In letzterer Stadt hatte der am 16.07.1645 in Hamburg geborene, in Holland Cambridge, Saumur, Genf, Basel und Heidelberg zum Theologen vorgebildete Stephan Wolters eine Pfarrstelle an St. Petri-Pauli erhalten, welche er 44 Jahre in treuer Arbeit verwaltete. Mit ihm, dem Verfasser mehrerer religiöser Traktate, wird Arnold das Interesse im Sinne des damals erwachenden Pietismus geteilt haben. Es kam zu persönlicher Bekanntschaft, welche zu näherer Verwandtschaft führte. Arnold lernte Stephans Tochter Cornelia Wolters kennen und lieben. Am 20.Oktober 1699 fand die Hochzeit in Danzig statt. In Arnolds und Cornelias Haus brachte die Kinderschar reiches Leben. Neun Sprößlinge stellten sich in rascher Folge ein; von ihnen starben drei Töchter in den ersten Lebensjahren und auch der Sohn Friedrich Wilhelm verstarb früh.

Von Arnold Wesenfeld sagt von den Steinen (Quelle „45"), er sei ein Mann von besonderer Frömmigkeit gewesen, was sich auch in seinem Hauswesen ausgeprägt haben wird. 63 Jahre wurde er und segnete das Zeitliche am 12.Oktober 1727. Die Mutter Cornelia sah ihre fünf großgewordenen Kinder alle auf dem Wege zu gesicherter Lebensstellung, ehe auch sie am 28. Januar 1741 verstarb.

529

Wolters, Cornelia

, geb. am 30.06.1678 Danzig, gest. am 28.01.1741 Frankfurt/Oder

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9.

Kinder, alle zu Frankfurt/Oder geboren: 1.: Stephan Arnold, siehe „264", 2.: Barbara Cornelia, 1703, verh. Volckerhof, 3.: Conrad, 1705, Dr. med., Arzt in Frankfurt/Oder, 4.: Friedrich Wilhelm, 1708, 5.: Carl Ludwig, 15.08.1714, Dr. jur., Gymn.-Prof. in Hamm/Westf. und Berlin, verh. mit Sophia Johanna Maria Heinius, 6.: Florentine Anna, 18.08.1715, verh. a): Joh. Ernst Vigilantius, Kgl. Preuß. Hofprediger in Breslau, b): David Christian Weisse, Ökonomie-Inspektor und Bürgermeister in Frankfurt/Oder, sowie drei Töchter (Kindstod).


530

Versteeg (Verstech), Anton(ius)

Großkaufmann in Danzig, geb. am 30.08.1676 Danzig, gest. am 

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 09.11.1706 Danzig Trauregister: PfA St.Petri-Pauli Danzig, getraut durch den Oheim Pfarrer D. Stephanus Wolters Quellen: 2, 9, 29.

Der Danziger Großkaufmann Antoni Versteeg kam, wahrscheinlich durch seine geschäftlichen Unternehmungen, in Beziehung zu der Familie Wolters, deren Mitglieder, Pfarrer D. Stephanus Wolters („1058") und Kaufmann Laurenz Wolters in der Stadt lebten. Deren Bruder Abraham Wolters („1062") war königl. schwedischer Commissar, Bürger in Stockholm und Rheeder in Hamburg. Dessen siebtes Kind war Anna Jacoba Wolters, mit der sich Antoni Versteeg 1706 in Danzig von ihrem Oheim Pfarrer D. Stephanus Wolters zu St. Petri-Paul in Danzig trauen ließ.


531

Wolters, Anna Jakoba

, geb. am 1684 Stockholm/Schweden, gest. am  Danzig

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 29.

Kinder, alle zu St. Elisabeth, Danzig, getauft: 1.: Anna Jacoba, siehe „265", 2.: Antonius Ludowicus, 01.08.1710, 3.: Catharina Elisabeth, 13.04.1712, 4.: Abraham, 21.09.1714, 5.: Dorothea Renate, 08.02.1717.


532

Heinius, Caspar

Amtsschulze des Landgrafen v. Hessen-Cassel in Schmalkalden, geb. am 20.10.1658 Kassel/Hessen, gest. am 21.09.1725 Schmalkalden bei Suhl/Thüringen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: 30.10.1658 Taufregister: Altstädtische Gemeinde Kassel Sterberegister: Heirat: Kassel Trauregister: Quellen: 2, 9, 28.

Die Landgräflich-hessische Verwaltung bestellte ihn zum Unter-Amtsschulzen für die Herrschaft Schmalkalden mit Wohnsitz in Schmalkalden.


533

Caullin, Anna Barbara

, geb. am 02.11.1654 Kassel/Hessen, gest. am 14.01.1718 Schmalkalden bei Suhl/Thüringen

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Hofgemeinde Kassel Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 28.

Kinder: 1.: Johann Heinrich, 1683, Syndikus der Stadt Colberg/Pommern, Landrat, 2.: Anna Maria, 1685, heiratete den Amtsnachfolger ihres Vaters Nicolaus Kürschner; Adjunkt, 3.: Johann Philipp, 1688, Professor der Kirchengeschichte und der orientalischen Sprachen, später Rektor des Joachimtalischen Gymnasiums in Berlin, Schwiegervater des Prof. Carl Ludwig Wesenfeld (siehe Kind 5 zu „529"), 4.: Anna Elisabeth, 1693, verh. Hasselbach, Salzfaktor zu Schmalkalden, 6.: Catharina Elisabeth, 1703, verh. Rau, Lehrer, 5.: Stephan, siehe „216".


534

de Saint Paul, Friedrich Otto

Königl. Preuß. Geheimer Kriegs- und Domainenrat in Geldern und Soldin, Bürgermeister von Soldin i.d. Neumark, geb. am 12.07.1672 Berlin, gest. am 11.10.1749 Soldin/Brandenburg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 13.04.1707 Köln/Rhein Trauregister: ev.-luth. PfA Quellen: 2, 9, 28.

Er war Königl. Preuß. Kriegs- und Domänenrat und als solcher ab 19.11.1713 bei der neu angeordneten Interims-Commission in Geldern/Rheinland stationiert. Vor dieser Zeit hatte er an der Gesandtschaft des Grafen v. Dohna nach England teilgenommen und während des ganzen spanischen Erbfolgekrieges, in dem Preußen auf der Seite des Kaisers Leopold gestanden, commissarisch bei dem Quartierungs- und Fouragewesen in Köln am Rhein gearbeitet. Bekanntlich verschaffte der diesen Krieg beendigende Frieden von Utrecht Preußen die Anerkennung des Königstitels, sowie des Besitzes von Neuchâtel und des Oberquartieres Geldern durch die Mächte. Seine Verdienste während des Krieges in Köln führt Friedrich Otto de Saint Paul in einer Eingabe an den König vom 13. November 1726 zu seiner Rechtfertigung an.

Als nämlich Friedrich Wilhelm I. am 27. Juli 1726 in Geldern war, redete er Friedrich Otto auf offener Straße an und warf ihm vor, er „habe den Galgen verdient". De Saint Paul war in höchste Ungnade gefallen, und auf genannten Rechtfertigungsgesuch befindet sich des Königs Randbemerkung:

„soll abweisen, hat mit dortigen Lande colludieret und die Partey der landt gegen mir genommen nur die Remis" (Erlaß von Abgaben wegen Mißernten, Unglück, Hagelschlag usw.) „wegen der Schatzung so geferl. vorgestellet, und ist nit die Helfte wahr gewesen, Wilhelm."

Schon darin, daß das Generaldirektorium für Saint Paul mit großer Wärme eintrat, ist zu ersehen, daß das Vergehen nicht so schlimm gewesen sein kann, wie es sich der König vorstellte. Saint Paul wurde im folgenden Jahre wieder zu Gnaden angenommen. Der König stimmt zu, daß er als Steuerrat für den Kreis nach Cottbus versetzt werde. In der Zustimmung hierzu bleibt der König aber dabei, Saint Paul einen „kamisardt" zu nennen (Kamisarden: Die Hugenotten in den Cevennen, die sich gegen die Zwangskatholisierung durch Ludwig XIV. in einem Aufstand 1702-10 zur Wehr setzten).

Im Jahre 1733 steht Friedrich Otto als Kriegs- und Domänenrat bei der Neumärkischen Kammer in Cüstrin/Brandenburg und 1735-1740 dort an der Spitze des Collegium medicum provinciale. Zuletzt wird er (1748) als Städtedirector und Oberbürgermeister zu Soldin in der Neumark/Brandenburg erwähnt. Dort ist er auch gestorben.


535

von der Meulen, Helena Margareta

, geb. am 1685 Köln/Rhein (?), gest. am 01.09.1739 Küstrin/Brandenburg

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 28.

Kinder: 1.: Johanna Maria Dorothea, siehe „267", 2.: Maria Margareta, 3.: Charlotte Louise Friederica, 1726, verh. mit ihrem Vetter, Johann Heinrich de Saint Paul, Kämmereikontrolleur und Senator in Colberg, 4.: Alexander Otto, 1708, Adjunkt Secretär in Stettin.

Sie entstammte einer wahrscheinlich aus den Niederlanden eingewanderten Familie.


536

Jellinghaus, Johan Melchior

Pfarrer in Lünern bei Unna/Westf., geb. am um 1650 Halver unweit Schwelm/Westf., gest. am 1730 Lünern bei Unna/Westf.

Geburtsregister: Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 27.05.1682 Lünern Trauregister: Quellen: 2, 9.

Johann Melchior Jellinghaus studierte Theologie und war 50 Jahre lang Pfarrer in Lünern bei Unna/Westf. Bei seinem Geburtsort Halver handelt es sich um einen uralten Ort, in dem die Abtei Werden/Ruhr schon 1170 einen Haupthof besaß.


537

Rüssmann, Anna Clara

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9.


540

Kellerhaus, Diedrich Andreas

Pfarrer in Lippstadt/Westfalen, geb. am 1677 Lippstadt/Westfalen, gest. am 04.05.1716 Lippstadt

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 9, 24.

Er gelangte „an Kleinschmidt's Stelle" zur Pfarre an der Marienkirche in Lippstadt und verwaltete das Hirtenamt an dieser Gemeinde 14 Jahre lang. Er starb früh mit 39 Jahren. Er muß ein geschickter Theologe gewesen sein, denn in einem Tractat bezeichnet ihn Christian Grundmann als „vir eruditione et eloquentia praestantissimus".


541

N.N., N.N.

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 24.

Söhne: 1.: Peter Diedrich Anton Kellerhaus, Prediger in Emmerich, danach ab 1733 Pfarrer an der Marktkirche in Lippstadt und zugleich Stiftsprediger in Cappel, 2.: Johann Conrad Kellerhaus, siehe „270".


1024

Erbschloe, Johann

Landwirt auf Erbschloe, geb. am 1615 Erbschloe bei Lüttringhausen/Rheinland, gest. am 11.03.1695 Hammesberg

Geburtsregister: Konfession: „reformatiren adjectus" Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttringhausen/Rheinland Heirat: Trauregister: Quellen: 1.

Johannes Erbschloe, der erste urkundlich nachweisbare Vorfahre Erbslöh, stammt aus der Honschaft „Erbschloe", die sich südlich vom heutigen Wuppertal befand. Heute existiert dort noch ein Flecken namens „Erbschlö".

Hon, Hun oder Hundertschaft ist eine von Kaiser Karl dem Großen eingeführte Bezeichnung für die Unterabteilungen einer Grafschaft, zum Zwecke der weltlichen Rechtsprechung; Karl teilte einen Teil seines Reiches, das ripuarische Franken in 4 Gaue: Auel-, Deutzer-, Keldaund Ruhr- oder Duisburger Gau, denen die sogenannten Gaugrafen vorstanden. Unser Gebiet gehörte zum Deutzer Gau. Diese Gauverfassung löste sich indessen bald wieder auf.

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war das Land in Bauerschaften oder Rotten eingeteilt, die sich ihre eigenen Vorsteher wählten. Mehrere solcher Bauerschaften bildeten dann eine Honschaft unter dem Vorstande ihrer Schöffen, und mehrere Honschaften, verbunden mit größeren Ortschaften und Flecken, ein Amt oder Gerichtssprengel. Diesen Ämtern stand ein Amtmann, meistens ein adeliger Herr vor, der die Rechtspflege in weltlicher Beziehung ausübte. Diese Verfassung blieb bis 1806, dem Beginn der französischen Herrschaft in Kraft. Die Honschaft Erbschloe gehörte zu Lüttringhausen, dieses zum Amt Beyenburg an der Wupper, dem Sitze des alten Klosters der Kreuzbrüder, gegründet 1212.

In dem im Düsseldorfer Staatsarchiv aufbewahrten: „Buch der im Jahre 1555 beschehener Erkundigung im Fürstenthumb Berg von wegen eines jeden Gerichts alten Herkommen und Bräuch" mit welchem Herzog Wilhelm IV. aus dem Hause Cleve, der Reiche genannt, eine neue Gerichtsordnung einführte, heißt es an betreffender Stelle:

„Ampt Bienberg (Beyenburg). Item seint in dem Amt Bienberg vier Dingstuel (Gerichte) I. 2. Rode vor dem Wald, Stat und Landrecht. 3. Lutterhusen (Lüttringhausen) Landrecht. 4. Freiheit Bienberg, Burgrecht" und weiter unten:

„Lutterhusen Gerichtspersonen: Item hat einen eignen vereidten Richter wird aber itzt bedient durch den Rentmeister zu Bienberg. Hat 4 Scheffen und einen vereidten Botten. Hat geinen Gerichtsschreiber sondern schreibt der Richter daselbst. Hondschaft: hat 4 Hondschaften: 1) Hoenhegen. 2) Erbzloe. 3) Gaßhagen. 4) Walbreck."

Die Honschaft Erbschloe hatte eine große Ausdehnung; wir lernen dieselbe aus den Akten eines Prozesses kennen, der in den Jahren 1683 - 1715 zwischen den 4 Honschaften des Kirchspiels Lüttringhausen, Garßhagen und Walbreck gegen Hoenhagen und Erbschloe um die Höhe der zu leistenden Umlagen und Hebebeiträge geführt wurde; dieselben werden im Staatsarchiv zu Wetzlar, dem alten Reichskammergericht des Römischen Reiches Deutscher Nation, aufbewahrt. Es werden in denselben im „Heberegister der Erbschlöer Honschaft" von 1683 insgesamt 107 Positionen von Personen und abgabepflichtigen Gütern und Höfen aufgeführt, darunter auch die Höfe eines Fredrichs Erbschlo Blombach, eines Steffenz Erbschlo und des „Johan auff Erbschlo", der danach eine Abgabe von „44 albus 8 heller" zu entrichten hatte (Albus = Weißpfennig im Rheinland).

Johannes nahm neben seiner Tätigkeit als Landwirt auch kirchliche Aufgaben wahr. Aus einem Eintrag im Lüttringhauser Kirchenbuch vom 19. Juli 1669 zu einer Pastorenwahl geht hervor, daß „Johann zu erbszloe" Amt und Stimme in der Kirchengemeinde hatte.


1025

Stingen (?), Christine

, geb. am 1610 , gest. am 04.12.1678 Lüttringhausen bei Remscheid/Rheinland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: PfA Lüttringhausen Heirat: Trauregister: Quellen: 1.

Kinder: 1.: Frantz, 1639-1724, wahrscheinlich kinderlos, 2.: Catharina, 1642-1700, verh. Kleinschmid, 3.: Mettelen (Mathilde), verh. Ritterhaus, 4.: Engelbert, siehe „512", 5.: Lutter, 1650-1729, seine Nachkommen schreiben sich „Erbschloe", 6.(?): Bernhard, 1653-1703, Stamm stirbt in 3. Generation aus, 7.(?): Maria, 1654-1709, verh. Kotthaussen, 8.(?): Girret (Junge), 1652-1704, 9.(?): Goddert.

In den Lüttringhauser Kirchenbüchern finden wir folgenden Sterbeeintrag: „1678 den 4 Decembris Johans Haussfraw zu Erbsloe Stingen begraben worden ihres Alters in dem 68 Jahre im Ehestand gelebet (?) Jahr darin gezeuget 9 Kinder deren 7 noch leben."


1026

Vorm Berg, Johannes

Gutsbesitzer und Landwirt auf dem Hammesberg, geb. am  Hammesberg bei Wuppertal, gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 1.

Johannes wurde auf dem Hammesberg geboren. Sein Vater Hammans vorm Berg (=Hammesberg) vererbte ihm einen erheblichen Grundbesitz, wie aus der nachstehenden Beschreibung aus der Erbteilung vom 1. Dezember 1666 hervorgeht:

„Zum dritten und letzten johanness und seinem Bruder Peteren, den er nunmehr abgegutet, anerfallen soll: Engell Plückerss Hauss mit angehoriger schewen (Scheune) Und Backhauss Item der unterste Teil dess Kastenss Und dess Hoffes Umb dieses Hauss in seinem Zaun ferner ein Kamp neben Godderts wiessen her bis auff die Hegge am Norrenberger Landt, ein Kamp oben dem Hause negst dem Putte, ein Kamp der Toningss Kamp genant, ein wiesse mit einer seiten langss Godderts Wiesse und mit anderer langss den Busch biss auf sein eigen Landt, letzlich ein Busch am Putte an langss sein wiesse bis an den Barmer Wäldt und da langss biss auf die Heckinghausser Beek, ein Busch oben dem Kirchwege an Goddertss Kamppe ahn biss uff die Landwehr und da ein Busch im Marscheid der Fuhr-In-Ker genant."


1048

Dünnweg, Johann
„zu Landscheid", geb. am , gest. am 02.04.1700 Burscheid


Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 04.11.1655 Trauregister: Quellen: 133.

Johann heiratete in erster Ehe Adelheid Wirz, die am 18.02.1653 verstarb.



1049

Barth, Irmgard


Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 133.



1054

Küpper, Rütger (Rötger)


Solingen-Klauberg, * , + , ev.-ref., oo Taufdatum: Geburts-, Taufregister: , Sterberegister: Trauregister: Quellen: T und S zu „527"




1056

Vesenfeld, Arnold III. (Arend)

, geb. am um 1622/23 Bremen, gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Bremen Trauregister: Quellen: 2, 44.

Kinder ex 1: 1.: Conrad, 23.05.1646 Bremen, Univ.-Prof. Dr. med. in Frankfurt/Oder, 2.: Catharina Elisabeth, Palmarum 1649 Bremen, verh. mit Univ. Prof. Tido Henricus von der Lith, Frankfurt/Oder, 3.: Anna Sabina, 1652 Bremen, 4.: Gertrud Hedwig, 10.071659 Bremen, verh. mit Univ.-Prof. Dr. theol. Paulus Volckmann, Berlin.

Kinder ex 2.: siehe „1057".

Arnold (Arend) wurde wahrscheinlich um 1622/23 in der Kirchengemeinde St. Martini in Bremen geboren.

Wie die Trauerrede auf seine Tochter Catharina, Ehefrau von der Lith, von ihm kündet, galt auch er als „vornehmer Bürger und Handelsmann". Den Bürgereid leistete er, gerüstet für die Bürgerwehr mit Feuerrohr und Seitengewehr, nachdem sein Vater bereits gestorben, am 19.Februar 1646. Arnolds Jugend fällt somit in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Hunger und Seuchen, Stockung von Handel und Verkehr in jener schweren Kriegszeit gingen an keinem Bürgerhause vorüber und das unserige wird auch keine Ausnahme gemacht haben. Um 1641 starb der Vater, unter dessen Anleitung der Sohn zum Kaufmann heranreifte. Mit dem älteren Bruder Claus zusammen wird er des verstorbenen Vaters Geschäfte fortgeführt haben. Drei Jahre nach Erwerb des Bürgerrechtes sah der junge Arnold sich im Stande, einen eigenen Hausstand zu gründen; er mochte etwa 23 Jahre zählen. Trafen wir im Jahre 1589 einen nahen Verwandten, Johann Fesenfeld, als Kirchherrn an St. Ansgar, so pflegte auch das Haus Vesenfeld/Barckhoff kirchliche Beziehungen und stand der Person des Dekans und zugleich Professors am Gymnasium illustre, Conradus Bergius nahe.

Diese hervorragende, sympathische Persönlichkeit war mit seiner milden, konfessionell-gemäßigten Auffassung von großem Einfluß und Wirkung, welche auch unseren Arnold angezogen haben wird. Drei Jahre nach Bergius Tode warb Arnold um die Hand seiner Tochter Catharina Elisabeth. Sie war die zweite Tochter des Pfarrers, und dessen Ehefrau Anna Sabina, geb. Scharlach. St. Ansgari kündet im Trauungsbuch die Vermählung wie folgt:

1645 Dom. XV p.Trin. Arend Vesenfeldt undt Jungfraw Catharina Elisabeth Bergin, seel. Doctoris Cunradi Bergius gewesenen Decani undt Pastoris bei diesen Kirchen alhie nachgelassene eheliche Tochter."

Catharina Elisabeth war in Frankfurt a/O. am 20. Oktober 1626 geboren und kam als Dreijährige mit ihren Eltern nach Bremen. Aus dieser Ehe stammten fünf Kinder. (s.o.)

Ehe noch die Schar der Kinder mündig war, ergriff die Mutter Catharina Elisabeth unerwartet ein „hitziges Fieber", wahrscheinlich eine Lungenentzündung, welcher sie am 18.Mai 1662 erliegen sollte. Sie hatte ihr Alter auf 36 Jahre gebracht. Sie hat die Entwicklung der Kinder aufs Beste beeinflußt. Ihre Spur blieb unauslöschlich, bildete doch die geistige Atmosphäre, welche sie mitbrachte, letzten Endes die Veranlassung, daß die Söhne des Hauses zu geistigen Berufen übergingen und auch die Töchter in die Gelehrtenwelt einheirateten. Auf diesen neuen, dem Geschlecht bisher ungewohnten Pfaden haben alle Kinder Arnolds sich bewährt und ihre mitgebrachten Gaben entwickelt und entfaltet.

Nach dem Hinscheiden Catharina Elisabeths wollte der Witwer, ein geschäftiger Kaufmann, die Kinder nicht ohne Mutter lassen und heiratete in der Martini-Gemeinde um das Jahr 1663 in zweiter Ehe Anna Wessel, Tochter eines Bremer Eltermannes, mit der er weitere zwei Kinder hatte, Arnold (siehe „528") und Cord Conrad.

Die rote Rose, welche sich im Wappen seines Schwiegervaters Wessel findet, war in Bremen das Zeichen der Wandschneider. Möglich, daß Arnold Wesenfeld und Cord Wessel beide dieser Gilde angehörten. Der Handel litt naturgemäß unter den politischen Wirren und den Kriegsläuften der Zeit, und der Friedensschluß von Münster (1648), welcher den Oldenburger Grafen den von den Bremern bitter empfundenen Weserzoll garantierte, brachte wenig Erleichterung. Die Spannungen mit Schweden kamen erst 1666 zu einem gewissen Abschluß.

Arnold bewarb sich um eine Stelle als chur-brandenburgischer Faktor d. h. kaufmännischer Agent, und erwirkte, als ihm dieses gelungen war, unterm 20. December 1670 vom Rat einen Paß für drei Jahre, damit er sich unbeschadet seines Bremer Bürgerrechtes auch außerhalb der Stadt aufhalten könne. Zu einer dauernden Verlegung des Wohnsitzes kam es aber nicht, vielmehr erweisen die Schoßbücher von St. Ansgar, daß er in den Jahren 1672-1677, zuletzt zusammen mit seiner Schwiegermutter Anna Wessel geb. Boche, welche bei ihm wohnte, Kirchensteuern zahlte. Holland, mit welchem Bremen in besonders lebhaften Handelsbeziehungen stand, geriet damals von Frankreich herausgefordert, mit diesem in Krieg, und andererseits lag die Krone Schweden, Bremens Lebensherrin, mit Kur-Brandenburg im Streite. Da mochte die neue churbrandenburgische Bestallung Arnold wenig Freude und Nutzen gebracht haben. Daher ging er wohl mit der Absicht um, sich vom kaufmännischen Handel mehr zurückzuziehen, denn er bewarb sich im Jahre 1677 beim Rat um die Pachtung des Wahrturmzolles, welche er auch erhielt. Die Pachtsumme hatte für das Jahr 1678 die erkleckliche Höhe von 525 Gulden. Der Wahrturm an der Ochtum, dessen Überreste heute (1929) noch in dem altertümlichen Wirtshaus „Haus Storchennest" vorhanden sind, kontrollierte den lebhaften Verkehr Bremens und des bremischen Nieder-Viehlandes mit dem benachbarten Oldenburgischen und dessen Hinterland: Westfalen und Rheinland.

Auf eine gute und dauernde Einnahmequelle aus dieser Pachtung hätte Arnold wohl mit Recht rechnen können, wenn dem nicht schon im Herbst 1678 der Tod ein Ende gesetzt hätte. Unterm 25. Oktober 1678 heißt es in den Ratsprotokollen, daß die Witwe Cord Wessels - also Anna geb. Bothe - erklärt habe, sie sei der Bürgerschaft für ihren Schwiegersohn Arnold Vesenfeld wegen der Zollpacht ledig, da derselbe, wie auch seine Frau, verstorben seien. Sie bittet zum Besten der Waisen noch ein Jahr das Pachtverhältnis fortsetzen zu dürfen und auch die Pachtsumme ermäßigen zu wollen. Der Rat beschließt, das Pachtverhältnis zu lösen und den Kindern von der letzten Pachtquote 25 Rthlr. nachzulassen. Im Dezember 1679 wehren sich die Vormünder der Kinder - ihre Namen sind nicht genannt - gegen Forderungen des Hochgräfen des Nieder-Viehlandes an die Kinder aus angeblich rückständigen Pachtgeldern: sie seien diese nicht schuldig, zudem seien die Kinder arm. Eine Antwort hierauf liegt nicht bei den Akten.

Vor dem 25.Okt.1678 waren also Arnold und seine Frau Anna verstorben. Die genaueren Daten sind nicht überliefert.

Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Welt und Umwelt Arnolds und der Seinen, so sehen wir in ihm selber einen Mann von Betriebsamkeit und Projekten, welcher in schwierigen Zeiten die sich ihm bietenden Möglichkeiten auszunutzen sich bestens bemühte. Wertvolle Beziehungen zu Kaufmannskreisen waren ihm nicht nur durch den Vater, sondern auch durch seine Mutter, geborene Barkhoff, gegeben; er erweiterte sie wesentlich durch seine Heirat mit der Eltermannstochter Anna Wessel. Daß Arnold Vertrauen und Ansehen genoß zeigt seine churbrandenburgische Bestallung, wie auch die Übertragung des Pächteramtes am Wahrturm-Zoll. Wie schwer und sauer es aber bei den damaligen Zuständen einem strebsamen Manne trotz solcher Vergünstigungen wurde, sich und die Seinen durchzubringen, bezeugt die oben erwähnte Armut der Kinder bei des Vaters Ableben. Für die Geschicke seiner Kinder spielte nicht die gewonnene äußere Position die bestimmende Rolle, hier wurden vielmehr die kirchlichen Interessen des Hauses entscheidend. Mit der Übersiedelung in den Bezirk der Ansgar-Gemeinde spannen sich Fäden zu den Pfarrhäusern dieser Gemeinde an. Arnold holte sich aus einem dieser Pfarrhäuser seine erste Gattin. Damit trat er in Verbindung mit Gelehrtenkreisen. Zwei Schwestern der Mutter seiner Frau waren an die Professoren Polisius und Ursinus in Frankfurt a/O. verheiratet. Der Oheim Johannes Bergius war erst Professor in Frankfurt a/O., später Hofprediger in Berlin. Drei seiner Schwägerinnen Bergius nahmen gleichfalls Frankfurter Professoren, Reichel, Riesselmann und Simonis, zu Eheherren. Namentlich ist die Freundschaft mit Riesselmann, welcher auch ein gebürtiger Bremerer war, eine besonders herzliche geblieben, auch für Arnolds Kinder. Nach seiner Schwägerin Riesselmann, Gertrud Hedwig, nannte Arnold seine dritte Tochter, die spätere Frau Professor Paulus Volckmann.

Aus solchen Beziehungen ergaben sich für Arnolds Haus und Familie rege und vielseitige Anregungen, und es ist nicht zu verwundern, daß die Neigungen der Kinder des Hauses den Wissenschaften zufielen; ihre Wege standen unter den Wirkungen des Elternhauses. Die Tochter Anna Sabina führte nach dem Tode der Eltern in Bremen den Haushalt fort, bis mit Ende der 80er Jahre auch die letzten Geschwister ausgeflogen waren.



1057

Wessel, Anna

, geb. am um 1637 Bremen, gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder: 1.: Arnold, siehe „528", 2.: Gerd Conrad, Ostern 1668 Bremen, früh gestorben.


1058

Wolters, Stephan

Dr. theol., Prediger an St. Petri-Pauli in Danzig, geb. am 16.07.1645 Hamburg, gest. am 15.04.1718 Danzig

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 08.07.1675 Leiden/Südholland Trauregister: Quellen: 2, 25.

Abschrift und Übersetzung des Textes auf einem von Andreas Stech gemalten Bildnis des D. Stephan Wolters:

„Hamburgi genitum, merces curante parente, Woltersden Brema dixit. Apollo suum theologum variis formavit Lejda magistris, sacraque tentatum iussit adire loca. Doctorem exhibuit quoque Cantabrigia, ductu A...., quo nunc rege Britannus ovat. Pastorem Basilea dedit, Gedanumque vocavit, ut, quas collegit, prece secaret opes. Sic septem „a" pariter bis septem „b" finiit annos. Qua ventura rogas tempora? Fata ferent. „a" extraordinarius, „b" ordinarius."

Gebürtig aus Hamburg, wo sein Vater Geschäfte betrieb, nannte Bremen ihn Wolters. Apoll prägte ihn zu seinem Theologen durch verschiedene Lehrer in Leiden und befahl dem Prüfling, an geweihte Stätte zu gehen. Zum Doktor erhob ihn Cambridge unter Führung des A...., dessen Regierung der Brite sich jetzt freut. Basel machte ihn zum Pastor, Danzig berief ihn, damit er die Schätze, die er gesammelt hatte, nach Wunsch austeile. So verbrachte er sieben Jahre als Extraordinarius und zweimal sieben Jahre als Ordinarius. Was fragst du nach kommenden Zeiten? Die Geschicke werden sie bringen.

Stephan Wolters wurde am 26.07.1645 in Hamburg geboren. Er studierte in Holland und England, wurde 1670 in Cambridge Dr. theol., setzte dann seine Studien in Samur, Genf, Basel und Heidelberg fort und unternahm nach deren Beendigung eine Reise nach Stockholm, wo sein Bruder Abraham 1670 Bürger geworden ist und ein Rheedereigeschäft betrieb, und nach Danzig, wo sein zweiter Bruder, Liebert, sich als Kaufmann niedergelassen hatte. Hier in Danzig hielt man Stephan fest und bestellte ihn 1674 zum Extraordinarius an der St.-Petri-Pauli-Kirche. Im Sommer 1675 nahm er Urlaub, um sich in Leiden/Südholland die Gefährtin seines Lebens zu suchen. Dort hatte er während seiner Studienzeit im Hause des Rektors der Lateinschule Dr. med. Cornelius Schrevelius („2118") und dessen Gattin Theodora, geb. van Groenendyck („2119") die Tochter Cornelia kennen und lieben gelernt. Nun warb er um ihr Jawort und konnte sich mit ihr am 8. Juli in Leiden trauen lassen.

Er führte darauf seine junge Gattin heim nach Danzig. Doch sollte das junge Glück nicht lange dauern. Bei ihrer zweiten Entbindung mußte Cornelia ihr Leben lassen. Nach Ende des Trauerjahres schritt Stephan am 20.11.1679 zu seiner zweiten Ehe mit Barbara Heynen, Tochter des Danziger Ratmannes Daniel Heynen, die ihm einen Sohn (Liebert, 04.02.1681) gebar und mit der er viele Jahre verbunden blieb. Als aber auch Barbara vor ihm starb, trat der 71jährige noch einmal zum Traualtar und vermählte sich mit Constantia Kirsch, Tochter von Gabriel Kirsch, die am 22.07.1748 starb und ihn somit um 29 Jahre überlebte.

1681 rückte Stephan Wolters zum Diaconus an St. Petri-Pauli auf und blieb in dieser Stellung bis zu seinem Ende. Mehrfach trat Stephan auch schriftstellerisch hervor. Unter anderem schrieb er die Traktate: „Krone der Gnade Gottes" und „Hoffahrts-Greuel und -Gerichte", sowie 5 Bände Postillen. Auch übersetzte er Peter Jurieu's Traktat „Von der Andacht" ins Deutsche und gab es mit einigen Predigten desselben in den Druck. Eine Anzahl von durch Stephan Wolters gehaltenen Leichenreden wurden veröffentlicht. Von der pietistischen Strömung, welche von Spener ausging, wurde auch Wolters sichtlich beeindruckt [Philipp Jakob Spener, 1635-1705, Oberhofprediger in Dresden und Probst in Berlin, gilt als der bedeutendste Anreger des Pietismus durch Sammlung von Konventikeln ernster Christen (Collegia pietatis) und seine Schrift „Pia desideria" („Frommes Verlangen" 1675)].

Er starb fast 73jährig. Diaconus Fabritius hielt für ihn am 5. Mai 1718 eine Gedächtnispredigt über Röm. 3,24, die auch im Druck erschienen ist. Vergl. auch Praetorius „Danziger Lehrer-Gedächtnis" Manuskript von Schott/Richter, Danzig 1756 (Zappis'sche Bibliothek), in dem man Genaueres über Stephans Schriften findet.


1059

Schrevelia, Cornelia

, geb. am 05.06.1642 Leiden/Südholland, gest. am 30.06.1678 Danzig

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder 1: Jakoba, 1677-1729, verh. Smart, 2.: Cornelia, siehe „529".

Cornelia starb bei ihrer zweiten Entbindung. Am 22.07.1678 setzte man ihr den Grabstein (Nach den „Steinbüchern" von St. Petri-Paul Danzig. Sterbebücher fehlen).


1060

Versteeg (Verstech), Antonius Anthonichson

Bürger und Kaufmann in Danzig, geb. am April 1636 Thorn/Weichsel, gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 24.04.1663 Danzig Trauregister: PfA St. Elisabeth Quellen: 2, 29.

Für Antonius war es nicht schwer, in das Danziger Bürgerrecht aufgenommen zu werden, da sein Vater schon Bürger war. So erwarb er dieses Recht schon mit 20 Jahren, am 18.07.1656. Er wurde Kaufmann und scheint als solcher reüssiert zu haben. Er heiratete am 7. Mai 1658 des „erbaren" Gerd Schmidts Tochter Sara. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor: Josina, 1659 und Maria, 1660. Nach dem Tode von Sara heiratete Antonius 1663 zum zweiten Male. Seiner zweiten Ehe mit Barbara Meiten entsprossen 7 Kinder (siehe „1061"). Antonius wird im Jahre 1696 als verstorben erwähnt.


1061

Meiten, Barbara

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 29.

Kinder: 1.: Magdalena, 20.12.1663, 2.: Barbara, 06.12.1665, 3.: Anna Maria, 17.06.1668, verh. Monkenck, 4.: Catharina Elisabeth, 07.04.1670, 5.: Antoni, 30.10.1672, Kindstod, 6.: Antoni, siehe „530", 7.: Constantia, 07.04.1681.


1062

Wolters, J. Abraham

Rheeder und Kgl. Schwedischer Commissar in Stockholm, geb. am 17.04.1649 Hamburg, gest. am vor 1689

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


1063

Sjöhjelm, Eva

, geb. am  N.N./Schweden, gest. am 22.12.1685 Stockholm/Schweden

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder: 1.: Liebert, Fähnrich, 2.: Henrik, 1673, 3.: Abraham, 1675, 4.: Gerhard, 1678, 5. Ester, 1680, 6.: Louis, 1683, 7.: Anna Jakoba, siehe „531".


1064

Heine, Georg

Hufschmied in Kassel, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 26.11.1657 Kassel/Hessen Trauregister: Altstädtische Gemeinde Cassel, zweite Ehe Quellen: 2, 28.


1065

Simons, Anna Maria

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 28.


1066

Kaul, Joh. Heinrich

Hofmusikus in Kassel, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 10.11.1651 Kassel/Hessen Trauregister: Quellen: 2.


1067

Seyler, Jakobina

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


1068

de Saint Paul, Francois „Le Tanneux"

Hof-Sprachmeister in Berlin, geb. am 15.09.1634 Rennes/Bretagne, Frankreich, gest. am Sept. 1685 Berlin

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 22.07.1667 Heidelberg Trauregister: Quellen: 2, 28.

Francois stammte aus der Bretagne. Dem Beinamen „Le Tanneux" nach scheinen die Vorfahren das Lohgerber-Gewerbe betrieben zu haben. Francois wanderte nach Süddeutschland aus und heiratete 1667 in Heidelberg. Von dort kam er nach Berlin und wurde hier kurfürstlich-brandenburgischer Sprachlehrer.


1069

d' Aumont, Marguérite

, geb. am 16.06.1643 Paris/Frankreich, gest. am 14.02.1697 Berlin

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Marguérite hatte mindestens 10 Kinder.


1070

van der Meulen, Georg

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


1071

Hoetz, Barbara

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


1080

Kellerhaus, Johann

Magister, Rector, Pfarrer in Lippstadt/Westf., geb. am  , gest. am 1690 Lippstadt/Westfalen

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: ev.-luth. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 1658 Lippstadt/Westfalen Trauregister: Quellen: 2, 24.

Leitete vor dem Jahre 1659 als Rector das Lippstädter Gymnasium. In diesem Jahre 1659 wählte ihn die Jakobi-Gemeinde zu ihrem Prediger und Seelsorger. 31 Jahre versah er dieses Amt.


1081

Nottebohm, Sybilla Elisabeth

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 24.


2052

Vorm Berg, Hammans (Johannes)

Großgrundbesitzer, geb. am  , gest. am vor 1666

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 1.

Hammans Vorm Berg (der Name Hammans kommt nach Crecelius nicht von Herrmann her, sondern ist die Koseform für Johannes) hatte einen sehr ausgedehnten Grundbesitz; die Erbteilung dieses Besitzes unter seine Kinder ist erhalten, sie datiert vom 1. Dezember 1666. Ihr Anfang wie folgt:

„In Gottes Nahmen amen. Hiemit sei kundt und allermänniglichen zu wissen alss weilandt Hammans Vorm Berg nachgelassene Erben benenntlich Cort, Greita, Goddert, Merg, Johannes und Peter respective Bruder und Schwestern dess elterlichen Erbguts Vorm Berg halben sich also untereinander beständiglichen verglichen, dass Ein solches in drei Teile von einander gesetzt, Und demnach darüber ein Loss gelegt und gezogen werden solle. In massen von ihnen geschehen und Vermittelss absolchen Losses gesagtes Erb Corten zu einem, Godderten zum andern Und Johannen zum dritten Teil anerfallen, daß derowegen zur Meidung aller kunftiger irrung, streitss und Uneinigkeit Insonderheit weilen darob keine Briefliche nachrichtung auffrichten und verfertigen lassen Vor mir Gerichts Schreibern dess Ambtss Beyenburg kommen sein Cort und Johannes Vorm Berg selbsten nahmens Godderten aber, welcher unterdessen Sampt seiner Haussfraw Todtss verfahren, dessen im Leben nachgelassenen Sohnss Cordt genannt usw."

In der Aufzählung des geteilten Besitzes finden wir folgende, die weite Ausdehnungdesselben kennzeichnenden Ortsabgrenzungen und Bezeichnungen: Marscheid, Wupper, Blombacher Bach, Landwehr, kleine und große Schewen, Marscheider Bach, Laeken, Norrenberg, Barmer Wald, Heckinghausen und andere mehr. Der dem Johannes (siehe „1026") zugefallene Teil wird dort beschrieben.




2096

Dünnweg, Hermann
„in Kuckenberg" bei Burscheid, geb. am , gest. am 27.10.1660


Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 133.



2112

Vesenfeldt, Arnold II. (Aren(d)t)

Bürger (1611) und Kaufmann in Bremen, geb. am um 1593 Bremen, gest. am vor 1641

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 13.06.1619 Bremen Trauregister: PfA St. Ansgari Bremen Quellen: 2.

Es wird angenommen, daß Arnold (Arent) Vesenfeldt im Jahre 1593 geboren wurde. Am 12.12.1611 leistete er den Bürgereid und trat dabei mit eigener Waffenrüstung an. Er bildete sich zum Kaufmann aus und war mit ca. 25 Jahren in der Lage, einen eigenen Hausstand zu gründen. Er erwählte eine Tochter der St. Ansgar-Gemeinde, mit der er am 3. Sonntag nach Trinitatis 1619 erstmals aufgeboten wurde: „1619 Dom. 3. Trinit. d. 13. Juny Arent Vesenfeldt undt Catharinen Berghoffs zum ersten Mal." Die Familie wohnte in der Hundestraße. Aus der Trauerrede zum Tode seiner Enkelin Catharina von der Lith, geb. Wesenfeld (1687) entnehmen wir, daß er ein „vornehmer Bürger und Handelsmann" in Bremen gewesen war.


2113

Barkhoff, Katharina

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder: 1.: Claus, Bürger in Bremen 1641, 2.: Arnold, siehe „1056", 3.: Sara, getauft 1626, Bremen, St. Ansgari.

Die „Berckhoffs" oder „Barkhoffs", auch „Berghoff" geschrieben, stammen von einem größeren Hof, dem heute in den Bremer Pagentorner Vorstadt aufgegangenen „Barkhof" (Berchove=Birkenhof) ab.

2114

Wessel, Cord

Kaufmann und Bürger in Bremen, geb. am  Bremen, gest. am 12.01.1652 Bremen

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: „Catalogus des Eltermans und Kaufmanns der Stadt Bremen" Staatsarchiv Bremen Heirat: 22.09.1635 Bremen Trauregister: Quellen: 2.

Cord Wessel, welcher in der Bremer Wachtstraße (bei der heutigen Börse) einen hypothekenfreien Hausbesitz hatte und dazu auch ein ringsum freiliegendes Anwesen in der Bödekerstraße mit Hofraum und einem „Sekret" sein Eigen nannte, war ein Eltermann der Bremer Kaufmannschaft. Er hatte als Sohn des Bremer Bürgers Johan Wessels am 30.10.1615 den Bürgereid geleistet. Verheiratet war er seit dem 22.09.1635 mit Anna Bothe.

Cord war auch Kirchenältester der reformierten St.Martini-Gemeinde, wie aus einem noch vorhandenen Gedicht zu seiner Hochzeit hervorgeht.

Die Eltermänner der Kaufmannschaft waren deren Vorsteher und standen neben dem Rat in bevorzugter Stellung. An der Spitze der Bürgerschaft führten sie in der Gemeinde das Wort, hatten die Verwaltung des Gildehauses der Kaufleute, des sogenannten „Schütting", und waren berechtigt, Beträge zu erheben, um die Fahrtrinne der Weser bei nötiger Tiefe zu erhalten. Handelte es sich um Handelsinteressen, so beriefen sie, ohne den Rat befragen zu müssen, die Versammlung der Bürger. Gerade damals, zu Cord Wessels Zeiten, stritten die Elterleute lebhaft mit dem Rat um ihre Befugnisse.

Nach dem „Catalogus des Eltermanns und Kaufmanns der Stadt Bremen" starb Cord Wessel am 12.01.1652 (Staatsarchiv Bremen. Im Katalog auch das Wappen).

Das Wappen Cord Wessels zeigt im blauen Feld einen mit zwei roten Rosen nebeneinander belegten silbernen Querbalken. Darüber im oberen Felde nebeneinander stehend zwei, im unteren eine aufrecht stehende goldene Eichel. Auf dem Helm ein blauer Adler-Doppelflug mit zwischenliegender roter Rose.


2115

Bothe, Anna

, geb. am  , gest. am nach 1678

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Anna überlebte nicht nur ihren Mann, sondern auch ihren Schwiegersohn Wesenfeld (1678).



2116

Wolters, Liebert

Kaufmann in Hamburg, geb. am 01.12.1607 Stade a.d. Elbe, gest. am 01.05.1664

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 25.05.1641 Hamburg Trauregister: Quellen: 2, 25.

Er war vermutlich Kaufmann in Hamburg und Gründer des Geschäfts, das seine Söhne fortsetzten.


2117

du Bois, Jacoba

, geb. am 25.01.1622 Köln/Rhein, gest. am 

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.

Kinder: 1.: Jakoba, 1642, verh. Torley, 2.: Louis, 1643, Kaufmann, 3.: Stephan, siehe „1058", 4.: Liebert, 1647-1720, Kaufmann un Rheeder in Hamburg, Schwedischer Commissar, 5.: Abraham, siehe „1062", 6.: Barbara, 1656, Kindstod, 7.: Laurentz, 1658-1685.


2118

Schrevelius, Cornelius

Dr. med., Rector der Lateinschule in Leiden, geb. am 25.03.1608 Haarlem/Nordholland, gest. am 11.09.1661 Leiden/Südholland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: 13.04.1608 Taufregister: Sterberegister: Heirat: 03.06.1636 Leiden Trauregister: Quellen: 2.

Reproduktion eines Stiches, dem ein bei van der Aa, Encyclopedie Biografique Neerlandaise (1874) erwähntes Portrait zu Grunde gelegen hat. Inschrift: Cornelius Schrevelius, M.D. (=medicinae doctor) & Gymnarsiarcha Lugd(unum) Batv(ae). (Cornelis Schrevel, Dr. med., Schulleiter in Leiden in Batavien. Die Bataver waren ein germanisches Volk auf den Inseln der Rheinmündungen).

Corneli(u)s Schrevel(ius) besaß die medinzinische Doktorwürde, nahm aber 1642 die Stelle als Rector der Lateinschule in Leiden an und blieb in diesem Amte bis zu seinem Tode. Mehrfach erging an ihn der Ruf, Professor der Medizin an der Universität der Stadt zu werden, doch er fühlte sich mehr zur Philologie hingezogen. Er übersetzte eine große Zahl klassischer Autoren und gab ein Griechisch-Lateinisches Lexikon heraus. Durch die Heirat mit der Patriziertochter Theodora van Groenendyck gelangte er in das Honoratiorentum der Stadt Leiden und führte hinfort im Wappen: Drei Wolfshaken in goldenem Felde.


2119

van Groenendyck, Theodora

, geb. am 11.05.1613 Leiden/Südholland, gest. am 05.11.1669 Leiden

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: s. Geb. Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Kinder, alle in Leiden geboren: 1.: Adriana, 07.03.1638, verh. Smeltsing, 2.: Maria, 1639, verh. Day, 3.: Hildegonde, 1640, verh. Piart, 4.: Cornelia, 05.06.1642, siehe „1059", 5.: Theodorus, 16.12.1643, Magister, Ratsherr, Schöffe und Bürgermeister zu Leiden, 6.: Johannes, 1645, 7.: Anna, 1647, 8.: Andries, 27.08.1649, Regent des St. Catharinen Gasthauses zu Leiden, 9.: Pieter, 1653.

Die Familie van Groenendyck zählte zu den Leidener Patrizier-Geschlechtern. Ihr Wappen zeigt einen schwarzen Anker in goldenem Felde.


2120

Versteeg, Antonius Petersson

Wallmeister der Stadt Thorn, Bürger in Danzig, geb. am  , gest. am vor 1678

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 29.

Antonius Petersson - die patronymische Kennzeichnung ist echt niederländisch -, dessen Vater Peter in Gelderland/Holland ansässig war, kam um 1625/26 mit seiner Frau Josina nach Danzig, wo ihnen 1627 ein Sohn geboren wurde. Kurz darauf verzog das Paar nach Thorn/Weichsel und Antonius brachte es dort zum „erbaren und kunstreichen Wallmeister", d.h., er war als solcher bei der Errichtung der Befestigungswerke der Stadt tätig. In Thorn wurde 1636 der Sohn Antonius (siehe „1060") geboren. Mit dem Jahre 1640 finden wir die Familie wieder in Danzig. Hier erwarb Antonius am 15.10.1643 das Bürgerrecht.


2121

Dircksen, Josina

, geb. am  , gest. am 30.01.1678 Danzig

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: St. Elisabeth Danzig Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 29.

Kinder: 1.: Petrus, 22.06.1627, Danzig, 2.: Antonius, April 1636, Thorn (siehe „1060"), 3.: Maria, 16.02.1640, Danzig, 4.: Johannes, 01.06.1642, Danzig.


2122

Meiten (Merten), Hans

Danzig, geb. am  , gest. am vor 1663

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 29.


2124

Wolters, Liebert

siehe „2116", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


2125

du Bois, Jacoba

siehe „2117", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


2130

Simons, Werner

Hufschmied, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 28.


2134

Seyler, Zacharias

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 28.


2138

d'Aumont, Pierre

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


2139

le Vrat, Renée

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


2162

Nottebohm, Joh. Diederich

Amtmann in Lippstadt/Westfalen, geb. am  , gest. am 17.06.1677

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 24.


2163

N.N., N.N.

, geb. am  , gest. am 17.06.1677 Lippstadt/Westfalen

Geburtsregister: (Die Ahnenschaft ist eine Vermutung) Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 24.

.

4192

Hamacher, Johann, geb. am , gest. am

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 133



4193

vom Dünnweg, Judith, geb. am , gest. am


Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 133.



4224

Vesenfeld, Herman

Bürger in Bremen, geb. am um 1560 , gest. am nach 1611

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Herman wurde als Vater des Arnold (Arendt) Vesenfeldt (siehe „2112") bei dessen Bürgeraufnahme 1611 erwähnt. Da die Eintragung nichts gegenteiliges besagt, lebte er zu dieser Zeit noch. Er scheint ein ehren- und achtungswerter Mann gewesen zu sein, da der Sohn Arnold (Arendt) schon in jungen Jahren eine Kaufmannstochter aus angesehner Familie heiratete. Herman wohnte mit seiner Familie wahrscheinlich im St. Martini-Viertel, in dem das Handelsleben hauptsächlich pulsierte.

Das Standesbewußtsein war auch in Bremen recht ausgeprägt, wie es aus jener Zeit die „Ordnungen" des Rates für das äußere Auftreten der vier Stände (1. Bürgermeister, Ratspersonen, Geschlechter und Promovierte, 2. Elterleute und erste Kaufleute, 3. Schiffer, kleinere Kaufleute, ehrsame Bürger, 4. Bootsleute, Knechte und Dienstboten) anschaulich beleuchten. (Nach Gallwitz, „Lebenskämpfe der alten Hansestadt Bremen, Bremen 1926)


4226

Barkhoff, Claus

1601 Bürger in Bremen, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4228

Wessel, Johan

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4230

Bothe, Bruno

Bürger in Bremen, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4231

Dreier, Anna

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4232

Wolters, Steven (Stephan)

Kaufmann in Hamburg, geb. am 1574 , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 17.06.1601 Dordrecht/Südholland Trauregister: Franz. ref. Gemeinde Dordrecht Quellen: 2, 25.

Er heiratete am 09.06.1598 in Wesel Maria in ghen Pas, die aber schon einen Monat später an der Pest starb. Daraufhin heiratete er in zweiter Ehe in der französisch-reformierten Gemeinde in Dordrecht/Südholland die Französin Barbara Gerards.


4233

Gerards, Barbara

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder: 1.: Stefen, 1602, gestorben an der Pest in Hamburg, 2.: Laurentius, 1604-1661, 3.: Gertrud, 1606-1639, verh. Schievelberg, 4.: Liebert, siehe „2116", 5.: Ida, Kindstod, 6.: Barbara, verh. Bailly, 7.: Maria, verh. 1) Fassin, 2) Hack.


4234

du Bois, Abraham

Kaufmann in Antwerpen und Hamburg, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 25.02.1620 Amsterdam/Holland Trauregister: Quellen: 2, 25.


4235

Boudewin, Jacqueline (Jakobe)

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


4236

Schrevel(ius), Theodorus

Rektor in Haarlem und Leiden, geb. am 1572 Haarlem/Nordholland, gest. am 03.12.1649 Leiden/Südholland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 25.07.1599 Alkmaar/Holland Trauregister: Quellen: 2, 30.

Stich von J. Suyderhoeff nach einem in Paris befindlichen Gemälde des Malers Franz Hals (1581-1666, Begründer der niederländischen Barockmalerei). Der Stich stellt den Rektor der Haarlemer Lateinschule Theodor(us) Schrevel(ius) dar.

Übersetzung der Inschriften auf dem Portrait des Th. Schrevel: Im Oval: „Echthron adora dora" (griech.): „Geschenke von Feinden sind keine Geschenke". „Theodorus Schrevelius Gymnasiarcha Harlemensis" (lat.): „Theodor Schrevel Schulleiter in Haarlem". Text: „Damals den Mann gemalt zu haben, leicht ist es, da kräftiges Alter und Antlitz selbst meinen Schrevel gemalt haben. Jetzt den Greis zu loben (gelobt zu haben), dem - Rache des Phoebus - traurige Fremde ein erstarrtes Haupt gab, ist schwerer. Der alle leben lehrte, lebt allein sich, und seine Zunge, beredt in lateinischen Worten, sie schweigt. Wie vergeblich die Schulen, so vergeblich die vielen Mühen, um Ruhe bittet das Greisengrab die Oberen (auch: „Himmlischen" oder: „die noch Lebenden").

Er war in Haarlem 1572 geboren, hatte Philologie studiert und wirkte von 1600 - 1624 als Schulleiter. Von 1607 - 1618 saß er im Rat der Stadt. Gegen Ende dieser Zeit brach infolge der Beschlüsse der Dordrechter Synode der aufregende Streit um die Lehre der Praedestination unter den Reformierten aus. Theodorus nahm die Partei der „Remonstranten" oder „Arminier", welche auf der Synode eine mildere Auffassung dieser Lehre vertreten hatten und daher sowohl von der Synode wie auch von öffentlichen Ämtern überhaupt ausgeschlossen wurden. So mußte auch der verdiente Rektor aus seinem Amte scheiden. Er wandte sich nach Leiden und fand dort seinen Unterhalt als Hauslehrer. 1625 aber berief man ihn zum Rektor an die Leidener Lateinische Schule, an welcher er bis 1641 wirken konnte.

Er hat sich sehr verdient gemacht durch seine Chronik „HARLEMIAS", deren erste holländische Ausgabe 1648 erschien. Viele andere Bücher in holländischer und in lateinischer Sprache entstammen außer diesem Werke seiner Feder. Er verstarb 1649 in Leiden.


4237

van Teylingen, Maria

, geb. am 15.03.1570 Alkmaar/Holland, gest. am 26.07.1652 Leiden/Südholland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Kinder, alle in Haarlem geboren und getauft: 1.: Brechtje, 13.06.1600, verh. a) v. Tetterode, b) Hertogenbosch, 2.: Maria, 04.10.1601, verh. de Clercq, 3.: Theodora („Dirkje"), 27.02.1603, verh. van Swieten, 4.: Augustyn, 13.02.1605, Advocat und Conrector in Haarlem, 5.: Andreas, 27.03.1606, jung verstorben, 6.: Cornelis, siehe „2118", 7.: Eva, 29.08.1610, unverehelicht.

Das Wappen derer van Teylingen besteht aus 12 Sparren wechselnd in Rot und Gold und in einem goldenem Turm in blauem Herzschild.


4238

van Groenendyck, Johan (Jan), Ripperts Sohn

Oelschläger, Schöffe, Bürgermeister von Leiden, geb. am 22.03.1582 Leiden/Südholland, gest. am 26.01.1650 Leiden

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 22.04.1603 Leiden Trauregister: Quellen: 2.

Die Wiedergabe eines uns aus Leiden erhaltenen Bildnisses von Jan van Groenendyck enthält eine Inschrift in holländischer Sprache, die übersetzt lautet:

„Johann Ripperts van Groenendyck, in seinem Leben elfmal Bürgermeister der Stadt Leiden. Und Mitglied des generalstaatlichen Rechnungshofes. Geboren in Leiden am 22. März 1581 und auch dort im Herrn entschlafen am 26. Januar 1650."

(Im Mittelalter waren die einzelnen niederländischen Länder generalstaatlich zusammengeschlossen).

Die Inschrift schließt, wie damals üblich, mit poetischen Worten, die übersetzt lauten:

„Wessen Wesen Du hier siehst. Wessen Tugenden Du hier liest. Den Bürgern Deiner Stadt ist er ein vortrefflicher Kopf (Bürgermeister) gewesen. Denkt an seine Freundlichkeit und Vornehmheit im Sprechen: Die in seinem Mund leider so schnell erstorben ist. Sein Eifer, seine Demut und väterlicher Regierungsstil. Der dem Rathaus eine Kirche zugesagt hat.

Du sollst den werten Mann Dein Leben lang hoch achten. Und von dem guten Gott solche Köpfe (Bürgermeister) erwarten. Zur Freude der Stadt und des teuer bezahlten (durch das Blut Christi) Volkes. Die (Stadt und Volk) sich des schweren Verlustes allzuoft bewußt sind. O Herr, in Deinem Zorn entzieh nicht all die Frommen. Vielmehr bitten wir Dich in Gnade, fortwährend zu uns zu kommen."


4239

van Vesaneveldt, Adriana

, geb. am 23.06.1578 Leiden/Südholland, gest. am 23.06.1624 Leiden

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder: 1. Theodora, Leiden 1669, siehe „2119", 2.: Rippert, Bürgermeister zu Leiden, Commissar zum Rat der Admiralität, verh. mit Glandina van Onderwater, 3.: Machteltjen, Leiden 28.8.1622.

Die Familie van Vesanefeldt führte im Wappen 3 goldene Fasanenhennen in grünem Feld.



4240

Versteeg (Verstech), Peter

Gorckum in Gelderland/Holland, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 29.


4248

Wolters, Steven

siehe „4232", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4249

Gerards, Barbara

siehe „4233", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4250

du Bois, Abraham

siehe „4234", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


4251

Boudewin, Jacqueline

siehe „4235", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8448

Vesenfeldt, Arnold I. (Arendt)

Bremen, geb. am um 1526 , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Arendt (Arndt war die volkstümliche Form von Arnold) wurde um das Jahr 1526 geboren, wohnte in Bremen und war verheiratet mit einer Frau Gretke (Margaretha). Sie scheint von Hause aus nicht das Bürgerrecht besessen zu haben. Sie erwarb es ihres Mannes wegen, um mit ihm vermögens- und handelsrechtlich auf gleicher Stufe zu stehen, und leistete den Eid im Jahre 1552, wobei Johan von Hoven für sie Bürge stand. Ihr Gatte scheint dem Ratsbeamten, von welchem sie in Pflicht genommen wurde, bekannt, wie aus der Fassung „Arndt Vesenfeldes fruwe" hervorgeht. Arendt dürfte also zu dieser Zeit auch schon verbürgert gewesen sein, obwohl ihn das Bürgerbuch nicht aufführt.


8449

N.N., Griete (Gretke, Margaretha)

Bürgerin in Bremen (erwähnt 1552), geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8452

Barkhoff, Johan

1571 Bürger in Bremen, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8462

Dreyer, Franz

Kaufmann in Bremen, geb. am 27.07.1552 Bremen, gest. am 18.10.1612

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 43.


8463

Schuhmacher, Anna

, geb. am 05.07.1560 Bremen, gest. am 07.09.1631

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 43.


8464

Wolters, Liebert (Levien)

Kaufmann zu Maastricht/Holland und Bremen, geb. am 1542 Maastricht (?), gest. am 13.10.1603

Geburtsregister: Konfession: ev.-ref. Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


8465

N.N.,

, geb. am  , gest. am 18.08.1614

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Kinder: 1.: Johannes Wolters, 1567(?) Bremen - 1625, Kaufmann, 2.: Margaretha Wolters, 1570, verh. de Leeu, 3. Anna Wolters, 1573, verh. Terenstein, kinderlos, 4.: Stephan Wolters, siehe „4232".


8466

Gerards, Laurenz

„in Lüttich"/Belgien, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8468

du Bois, Louis

„in Amsterdam"/Holland, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


8469

Bellevord, Gertrude

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


8470

Boudewin, Franz

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


8471

de la Prote, Susanne

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 25.


8472

Schrevelius, Cornelis

Stadtbaumeister und Magistrat für öffentliche Werke in Haarlem/Nordholland (1586), geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.



8474

van Teylingen, Augustijn II

Jonkher, Bürgermeister in Alkmaar/Holland, geb. am 04.05.1529 Alkmaar/Holland, gest. am 02.12.1589 Alkmaar

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Alkmaar Trauregister: Quellen: 2, 30.

Augustijn II. bekleidete in Alkmaar die Ämter des Schatzmeisters, Kirchenvorstehers, Schöffen und von 1569-73 auch das des Schultheiß.

In letzter Eigenschaft oblag ihm die kräftige Handhabung der Plakate auf die Religion, aber die Schöffen leisteten ihm hierbei mehr Widerstand als Mithilfe. Ab 1573 scheint Augustijn auch „Rentmeister des Impostes" gewesen zu sein. Seine erste Gattin Claesje Adriaenstochter (gest. 1552) muß er kurz nach der Verheiratung verloren haben.


8475

van Foreest (?), Brigitta Herculestochter

, geb. am  , gest. am 1576 Alkmaar/Holland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8476

van Groenendyck, Rippert

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 14.04.1576 Leiden/Südholland Trauregister: Quellen: 2.


8477

N.N., Annetje, Pieterstochter

, geb. am  Leiden/Südholland, gest. am 22.06.1630 Leiden

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8478

van Vesaneveld, Andries

Bäckermeister, Ratsherr, Schöffe und Bürgermeister in Leiden, geb. am  , gest. am 21.04.1634 Leiden/Südholland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 05.05.1576 Leiden Trauregister: Quellen: 2.


8479

N.N., Marijtje Pieterstochter

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8496

Wolters, Liebert

siehe „8464", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8497

N.N.,

siehe „8465", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8498

Gerards, Laurenz

siehe „8466", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8500

du Bois, Louis

siehe „8468", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8501

Bellevord, Gertrude

siehe „8469", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8502

Boudewin, Franz

siehe „8470", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


8503

de la Prote, Susanne

siehe „8471", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


16924

Dreyer, Hermann

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 43.


16926

Schuhmacher, Johan

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 43.


16928

Wolters, Jan (Johannes)

1550 in Maastricht/Holland, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.

Söhne: 1.: Steven Wolters, 1540-1603, genannt „der große Stephan Wolters". Kinderlos. 2.: siehe „8464".


16944

Schrevel, Jan

, geb. am um 1550 , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Söhne: 1.: Cornelis, siehe „8472", 2.: Adriaan, Regent des St. Nicolaas-„Gasthuis" im Haag, Schöffe im Haag, Bürgermeister von s'Gravenhage.


16948

van Teylingen, Augustijn I.

Dr. jur., Rentmeister, Thesaurius, Bürgermeister in Alkmaar/Holland, geb. am 1475 , gest. am 25.05.1533 Alkmaar/Holland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: 29.05.1503 Alkmaar Trauregister: Quellen: 2, 30.

Augustijn I. war Rentmeister von Nord-Holland, Kirchmeister, Thesaurius und Bürgermeister von Alkmaar sowie Verwalter der Abtei Egmond.

Augustijn kam auf Empfehlung seines Oheims Lukas van Teylingen als junger Mann zu Claes Corff, dem Rentmeister der Abtei und Gräflichkeit Egmont und rückte nach Corffs Tode in dessen Stellung ein. Seine Dienste belohnte der Statthalter mit Ländereien („Kosteryen") zu Maasland, und der Graf van Egmont mit solchen in Oudcarspel. Augustijn wurde ein reicher und hochgeachteter Mann. Seine Gattin gebar ihm zwanzig Kinder, von denen im Jahre 1552 noch zwölf lebten. Wir erfahren dies aus einem Akt vom 25. September 1552, worin die zwölf Kinder einwilligen in die Verpfändung des Stadthauses und der Mobilien für eine Summe von 8000 Gulden, welche die neuen Regenten wegen gewisser von ihnen behaupteten Forderungen aus nicht liquidierten Posten an ehemalige Schatzmeister und Bürgermeister der Stadt verlangt hatten.

Die Portraits Augustijns und Josinas sind von Jacob Cornelisson van Oostsanen 1512 gemalt worden und befinden sich im Museum Boymans in Rotterdam (Stand: 1929).


16949

van Egmond van der Nyenburch, Josina

, geb. am 02.12.1486 Schloß Nieuwburg/Holland, gest. am 1556 Alkmaar/Holland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Söhne u.a.: 1.: Floris, 1510-15.2.1585, reich begüteter Schöffe, Schatzmeister und Bürgermeister von Alkmaar, welchem im Jahre 1575 die Verteidigung seiner Vaterstadt gelang. 2.: Dirk, 28.8.1512-25.2.1578, wurde Nachfolger seines Vaters in der Egmond'schen und Westfriesländischen Rentmeisterei, Ratsherr, Kirchmeister und oftmals Schatzmeister der Stadt. Ihm übertrug die Witwe des berühmten, von Alba 1568 in Brüssel hingerichteten Grafen Lamoral van Egmond die Verwaltung ihrer Güter. Auch die Güter der aufgehobenen Abtei Egmond verwaltete er, geriet aber dieserhalb mit dem Bischof von Haarlem in Zwist, wurde 1572 verhaftet und sein Vermögen, wie es scheint, eingezogen. 3.: Frans, gest. 12.11.1572, Notar und Stadtsekretär in Alkmaar. 4.: Jakob, ist 1559 Thesaurius der Stadt Alkmaar, 5.: Bartholomäus, 1518-1560, war Drost auf der Nyenburg, auch Schöffe und Schulheiß in Alkmaar, 6. und 7.: Adriaan und Lukas waren Kaufleute in Amsterdam, 8.: Augustijn II., siehe „8474".

Das Wappen derer van Egmond van der Nyenburch zeigt 12 Sparren rot und gold wechselnd, rings umrahmt von einer gezackten Borde. Auf dem gekrönten Helm ein Pfauenschweif.


16950

van Foreest (?), Hercules

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.



16952

van Groenendyck, Jan

in Leiden/Südholland, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


16954

N.N., Pieter

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.



16956

van Vesaneveld, Jasper

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.



16958

N.N., Pieter

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.


16992

Wolters, Jan

siehe „16928", geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2.



33896

van Teylingen, N.N.

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Söhne: 1.: Adriaan, Kanoniker an S. Servaas in Maastricht, 2.: Augustijn, siehe „16948".

Die Genealogie derer van Teylingen ist in den Zwanzigerjahren mehrfach eingehend bearbeitet worden (Dr. Henri Obreen im „Maandblad" des „Nederlandsche Leeuw", 44. Jg., Haag 1926). Die Abstammung von der Linie in Nord-Holland, welche bis auf den Ritter Willem van Teylingen (1198-1244) zurückführt, ist urkundlich bisher nicht zu belegen gewesen, obwohl sie vielfach angenommen worden ist.


33898

van der Nyenburch, Jan

Drost und Kastellan, Schultheiß und Bürgermeister von Alkmaar/Holland, geb. am  , gest. am 25.03.1523 Alkmaar/Holland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Jan van Egmond war 1490 Drost und Kastellan der Nyenburg. Zu seiner Zeit wurde das Schloß zweimal teilweise zerstört und zwar 1491 durch das „Kaas und Brodvolk", dann im Jahre 1517 durch die Gelrischen Friesen. Er war 1495-1516 Schulheiß in Alkmaar, verschiedene Male dort Bürgermeister und starb 1523, wenige Wochen vor seiner Frau.


33899

Heermann, Judith

, geb. am  , gest. am 05.04.1523 Alkmaar/Holland

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Kinder: 1.: Jan, gest. 1555, folgte seinem Vater als Drost der Nyenburg und war mehrfacher Bürgermeister von Alkmaar, 2.: Hieronimus, Priester an der Pfarrkirche zu Alkmaar, stiftete das „Provenhuis van Egmond van der Nyenburg", welches, in den Jahren 1885 und 1889 umgebaut, heute (1929) acht Frauen beherbergt, 3.: Cornelis, Rechtsanwalt am Hof van Holland, 4.: Josina, siehe „16949".


67796

van der Nyenburch, Gerrit

Jonkher, „schildboortig edelman" (1482), geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: außerehelich Trauregister: Quellen: 2, 30.

Gerrit wurde von seinem Vater legitimiert und am 3. Juni 1482 (nach Bijdragen, S. 143) durch die Staaten van Holland als „schildboortig edelman" anerkannt. Er führte den Titel Jongher. Sein Geschlecht nennt sich van Egmond van der Nyenburch. Es erwarb im Jahre 1552 die Nyenburg und im Jahre 1722 auch das Stammschloß und die Lehen der Hauptlinie.


135592

van Egmond, Willem

Herr van Ysselstein, Leerdam, Schonnderwoert, Haastrecht und Baar, Holland, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Willem van Egmond wurde in der Geschichte dadurch bekannt, daß er auf Seiten seines Bruders Arnold, Herzog von Geldern, in der Schlacht bei Linnich am 3. November 1444 in die Gefangenschaft Gerhards II. von Jülich-Berg geriet, aus welcher er erst ein Jahr später wieder befreit wurde (Schönneshöfer, S. 163 f., Quelle 30). Er nannte sich Herr van Ysselstein, Leerdam, Schonnderwoert, Haastrecht und Baar. Er hatte außer den Kindern von seiner Gattin Walburga von Meurs einen außerehelichen Sohn mit Margareta van Hoogwoud und Aartswoud, namens Gerrit (siehe „67796"), der von ihm legitimiert wurde.



135593

van Hoogwoud und Aartswoud, Margareta

, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.



271184



van Egmond „met de Bellen", Jan

Herr, aus dem Geschlecht der Grafen und Herren v. Egmont, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Die van Egmond van der Nyenburch oder Nieuwburg bilden einen legitimierten Zweig der alten Grafen und Herren van Egmond durch Abkunft von Jan, Herrn van Egmond mit dem Zunamen „met de Bellen" (d.h., „mit den Klingeln").



271185



van Arckel, Maria

Erbin des Herzogtums Geldern, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Söhne: 1.: Arnold wurde in Nachfolge seiner Mutter Herzog in Geldern, während 2.: Willem, siehe „135592", dem Vater in der Herrschaft folgte.



271186

van Hoogwoud u. Aartswoud, Everhard

Herr, geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.



542371

v. Jülich und Geldern, Johanna

Herzogin , geb. am  , gest. am 

Geburtsregister: Konfession: Taufdatum: Taufregister: Sterberegister: Heirat: Trauregister: Quellen: 2, 30.

Johanna, Herzogin von Jülich und Geldern „stammt von den ersten Fürstenhäusern am Niederrhein und von den alten deutschen Königsgeschlechtern ab".

 
 
 
 
 
 
 
 

© 2011 FAMILIENVERBAND JULIUS ERBSLÖH
REDAKTION: ANDREAS ERBSLÖH